Corona auf Lanzarote außer Kontrolle: Kanarische Regierung führt Corona-Warnstufe 4 ein

Stufe-4-auf-Lanzarote

Die drei Ampelfarben grün, gelb und rot reichen nicht mehr aus, um der Coronasituation auf Lanzarote eine Farbe zuzuordnen.

In anbetracht der explodierenden Fallzahlen auf Fuerteventuras Nachbarinsel hat die kanarische Regierung zusätzlich die Coronawarnstufe 4 eingeführt, die es bisher noch nicht gab. In der kanarischen Corona-Ampel ist die Stufe 4 als Schwarz dargestellt.

Die neue Warnstufe 4 gilt 0:00h ab Samstag, 23.01.2021, auf Lanzarote und La Graciosa.

Die Corona-Warnstufe 4 bringt weitere strenge Maßnahmen mit sich, die die dramatische Ausbreitung des Virus auf Lanzarote eindämmen sollen.

Die nächtliche Ausgangssperre von 22.00 bis 6:00h bleibt zwar bestehen, aber bereits ab 18:00h müssen alle nicht essentiellen wirtschaftlichen Aktivitäten schließen. Das gilt z.B. für Bars und Restaurants, Einzelhandel, Fitnesscenter usw.

Zu den essentiellen Aktivitäten gehören z.B. Arztpraxen, Apotheken und Lebensmittelgeschäfte.

Die Zahl der Personen, die sich versammeln dürfen, wird auf zwei begrenzt.

Die Kapazität in Einzelhandelsgeschäften wird auf 25% reduziert.

Der Sprecher der kanarischen Regierung erklärte am 21.01.2021 nach der Sitzung des Regierungsrats vor der Presse, dass das „Panorama sehr besorgniserregend“ sei, was es erforderlich mache, neue Restriktionen zu beschließen, die die Wirtschaft beeinträchtigen, aber das „Wichtigste sei es, den Anstieg der Ansteckungen zu bekämpfen“.

948 aktive Fälle auf Lanzarote

Die Zahl der aktiven Fälle auf Lanzarote lag am 21.01.2021 bei 948. Zurzeit befinden sich auf Lanzarote 39 Patienten mit Corona im Krankenhaus, davon 10 auf der Intensivstation.

Die normale Kapazität der Intensivstation des Inselkrankenhauses ist damit zu 100% ausgelastet.

Die Geschäftsführung des lazaroteñischen Gesundheitsdienstes hat für das Inselkrankenhaus Doktor José Molina Orosa einen Notfallplan aktiviert.

Die Chirurgiestation mit einer Kapazität von 47 Betten wurde bereits als Coronastation eröffnet.

Weitere 63 Betten könnten durch die Nutzungsänderung von zwei zweiteren Stationen für Coronapatienten hergerichtet werden.

Die Zahl der Intensivbetten könnte im Inselkrankenhaus im Extremfall auf 56 ausgeweitet werden, wenn ambulante Operationssäle, Aufwachräume und die Notaufnahme für intensivpflichtige Coronapatienten genutzt würden.

Zusätzlich gibt es auf Lanzarote auch Bettenkapazitäten in Privatkliniken, die genutzt werden könnten, um den Krankenhausbetrieb auch für andere Notfälle aufrechtzuerhalten.

16 Kommentare

  1. @Fritz:
    „Für mich völlig unerklärlich weshalb es auf Inseln wie den Kanaren nicht möglich ist die Fallzahlen auf Null zu bringen.“

    Für mich nicht, denn, was im Privaten läuft, drinnen wie draußen, bleibt leider oft unentdeckt.
    Dazu kommt, dass die Mutationen teilweise erheblich ansteckender sind, sodass eine Übertragung vielleicht auch schon bei einem Abstand über 2 Metern passiert, oder wenn die Maske unter der Nase getragen wird.

  2. Für mich völlig unerklärlich weshalb es auf Inseln wie den Kanaren nicht möglich ist die Fallzahlen auf Null zu bringen.
    Wie erreicht man dei Inseln – doch nur per Schiff oder Flugzeug. Da dürfet es ein leichtes sein Einreisekontrollen und strikte Quaratäne umzusetzen. Siehe Neuseeland.

    Aber das scheint nicht gewollt von der spanischen Regierung. Vielleicht hofft man mal wieder auf Geld aus dem Norden, das scheint mehr Wert als das Geld was durch Tourismus in die Kasse kommt.

  3. @Andrés Cazador:

    „Des Weiteren kann man auch mal die Frage stellen, wieso unsere Notfallreserve von ca. 10.000 Betten bis dato noch nie angefasst wurde. Diese Zahl steht sei Beginn der Einführung des Intensivmedizinregisters mehr oder weniger unverändert da, ich verfolge das täglich.“

    Wo wir gerade über „gesunden Menschenverstand“ sprachen 😉
    Da hätte ich dem Spahn mal die Leviten lesen wollen, als er sich im Frühling mit seinen 30.000 Betten gerühmt hat. Toll, super Herr Spahn!
    Nur leider fehlen die Fachkräfte (!!!), die die Menschen, die in diesen Betten liegen würden zu betreuen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

    Was ich damit sagen will: Vergiss die 30.000 Betten.
    Wären die alle besetzt, würden tausende von Menschen jämmerlich krepieren, weil wieder mal vergessen wurde, was am wichtigsten ist: Es bedarf Menschen, die diese wichtige Arbeit machen.
    Die reine Bettenanzahl hilft da noch gar nichts.
    Da unser Gesundheitssystem genauso kaputt gespart wurde wie unser Bildungssystem und es eben nicht genug Fachkräfte gibt, kann man sich leider auf diese Zahl ein Ei backen.

    Care-Arbeit ist in diesem Land leider nichts wert, weder in der frühkindlichen Betreuung, noch in der Schule, noch bei Alten- und Krankenpflegekräften, noch bei der Begleitung von Behinderten oder … *trommelwirbeltusch* Haushaltsarbeit und Kinderbetreuung zu Hause.

    Nur ein Idiot ohne Kinder (oder einer, dessen Frau ihm zu Hause hübsch den Rücken frei hält und alles übernimmt und der deswegen gar keine Ahnung davon hat, wie kräftezehrend das alles ist) kann auf die Idee kommen, dass gute Arbeit im Home Office bei gleichzeitiger guter Kinderbetreuung und gutes Home Schooling zu Hause bis sagen wir 6./7. Klasse sich gut miteinander vereinbaren lassen, ohne, dass irgendwas leidet.

    Von Alleinerziehenden wollen wir gar nicht reden, die sind ja sowieso immer am alleruntersten Ende der Nahrungskette.

    Und das sage ich mit Kindern in der 9. bzw. 11. Klasse und einem Mann zu Hause, der seinen Part übernimmt.

  4. Ich finde die Wortwahl unseres lieben Kurt beschämend. Es erfüllt ihn mit großer Freude! Pfui!
    Mir sei der kleine Hinweis erlaubt, dass nicht nur die Bevölkerung Fuerteventuras am Boden liegt, sondern auch an unserer Reisebranche Arbeitsplätze hängen Herr Waschnig! Und während Sie auf Balkonien das Klima retten ( offensichtlich ist dies der einzige Punkt, den Sie argumentativ beherrschen), bricht auch um Sie herum alles ein. Aber Egomanen nehmen dies natürlich nicht wahr!

  5. @Axel

    auch ein wenig übertrieben, an das 20-zig fache kommen wir nicht ran.

    Und die Ausssage, dass die meisten sterben, die aufgrund von COVID-19 auf der Intensivstation liegen ist ebenso falsch.

    Des Weiteren kann man auch mal die Frage stellen, wieso unsere Notfallreserve von ca. 10.000 Betten bis dato noch nie angefasst wurde. Diese Zahl steht sei Beginn der Einführung des Intensivmedizinregisters mehr oder weniger unverändert da, ich verfolge das täglich.

    Die Antwort könnte auch die sein, dass die Kliniken nichts anderes als Wirtschaftsunternehmen sind und schauen müssen, das Ihre Kassen gefüllt werden. Da werden die Mitarbeiter seitens der Geschäftsführung bis weit über die normalen Grenzen „ausgelutscht“.

    Es gibt in meinem Umfeld Kliniken, bei denen stehen alle Ampeln schon seit Wochen auf rot und andere, da leuchtet ein entspanntes Grün. Wieso teilt man das nicht besser auf oder nimmt die Notfallreserven in Anspruch ?

  6. @Martin: das ist nicht richtig. Die Anzahl von Intensivpatienten in DE mit Covid-19 hat sich von Anfang Oktober 2020 bis zum Höhepunkt am Ende des Jahres 2020 verzwanzigfacht: https://www.intensivregister.de/#/aktuelle-lage/zeitreihen

    Und: wer auf Intensiv landet, stirbt mit hoher Wahrscheinlichkeit. Ich bin auch kein Freund der aktuellen extrem rigiden Maßnahmen (man vergisst, welche Schäden Quarantäne anstellt; auch eine kaputte Wirtschaft schadet den Menschen physisch und psychisch).

    Aber deinen (falschen) Punkt kann man so nicht stehenlassen.

  7. + + + Achtung bei Rückreise + + +

    Ab Sonntag, denn 24. Januar 2020 ist schon bei der Einreise in die Bundesrepublik ein negativer PCR-Test vorzulegen. Grund: Neue Verordnung vom 22. Januar 2020 – demnach ist das Vorschrift bei Rückkehr aus Hoch-Inzidenzgebieten, wie Spanien (inkl. Kanaren!!!).

  8. @Martin: Anstatt zu schwurbeln würde ich bei den Fakten bleiben: https://www.srf.ch/news/schweiz/corona-grafik-so-ausgelastet-sind-die-intensivstationen-wegen-corona
    Die Situation ist belastend für jeden und Schuld hat die Pandemie und nicht die Medien oder die Politik. In D sterben dieses Monat 25 000 Menschen an oder mit Covid. So viele wie in einem ganzen Jahr an Grippe. Die Auslastung in den Krankenhäusern ist regional sehr unterschiedlich. In den Ostdeutschen Bundesländern sind die Kapazitäten an der Grenze ähnlich wie in der Schweiz in manchen Kantonen.

  9. In den Medien steht immer so ein Zeug. Ich kenne zwei Menschen persönlich, die in der Schweiz in Krankenhäusern arbeiten. Obwohl die Schweizer eine höhere Inzidenzrate haben als Deutschland (bis zu 500 …!) und man daher erwarten müsste, dass die Spitäler knallevoll sind, ist das nicht so. Beide sagen, kein Problem, eine Handvoll Covid-Patienten sind da, aber mehr auch nicht. Es gibt eher weniger Arbeit, weil so viele andere Behandlungen abgesagt werden. Beide wundern sich, warum das in den Medien ganz anders dargestellt wird.

    Und in Deutschland? Seit Monaten Horror-News, aber die Zahl der Intensivpatienten konstant bei ca. 5000-6000. In einem ganzen Land. Mit 80 Millionen Einwohnern. Also einer von 14000 Menschen liegt wegen Corona auf Intensiv – deswegen sollen wir auf alles verzichten, was das Leben lebenswert macht und die Wirtschaft so kaputtmachen, wie es sonst nur ein Weltkrieg schaffen würde?

  10. Ich war Silvester in Charco de San Guines spazieren.
    Das waren keine Touristen die in großen Gruppen zusammen standen.
    Es wurde gefeiert, sich umarmt, in der Gruppe geraucht ohne Abstand und alles ohne Maske.
    Zumindest dort waren es die eigenen jungen Menschen.
    Wir haben teilweise einen großen Bogen machen müssen.
    Allerdings haben sich an anderen Stellen die Briten auch an KEINE Regel gehalten.

  11. … und die Kanaren sind noch weitestgehend verschont (mit Ausnahme von Lanzarote natürlich). Die Gesamtinzidenz in Spanien liegt bei 410 / 100k / 7 Tage. Zum Vergleich: in Deutschland bei 115.

    Man fragt sich, was aus den Inseln wird, wenn auch die kommende Saison weitestgehend ins Wasser fällt. Die Impfquoten scheinen etwas besser zu sein, als in Deutschland, aber reicht das, um die kommende Saison zu retten?

  12. Es erfüllt mich mit großer Freude, dass wegen der hohen Fallzahlen keine Urlauber oder fast keine auf die Kanaren kommen werden. In solchen Zeiten bleibt man in Deutschland. Das Klima und die Umwelt können sich weiter erholen.

  13. @Bonita: Ich weiß nicht welche spanischen Tageszeitungen du liest, aber wenn du auf „La Voz“ oder „Lanzadigital“ in den Kommentaren stöberst wirst du schnell fündig. Natürlich gibt es Stimmen, die sich an die eigene Nase fassen, jedoch gibt es sehr viele Stimmen, die den Tourismus verteufeln. Man mag fast annehmen, dass diese Leute zum größten Teil selbst unter den Feiernden waren… Sind wahrscheinlich nicht auf den Tourismus angewiesen.
    @Horst: Kannst du dich auch verständlich ausdrücken 😉?

  14. hallo Michael, Bitte – ich möchte dich nicht angreifen, ich kenne dich gar nicht – ich möchte es nur etwas gerade rücken….sofern du auch die spanischen Tageszeitungen lesen würdest – würdest du wissen, dass es immer schon hausgemacht war. Da die Spanier ein sehr feierlich freudiges Volk sind, und viele Taufen, Geburtstage und weitere Familienfeste nachgeholt werden mussten. Dir einen tollen Tag.

  15. Zumindest dürften jetzt auch die letzten Tourismus Kritiker unter den Einheimischen erkennen, dass die explodieren Fallzahlen hausgemacht sind. In diversen Foren wurde nämlich oft und gerne über die saufenden Engländer und Deutschen abgelästert, die ja „alle“ das Virus mitbringen… Den Tourismus von der Halbinsel (Spanien) vergisst man jedoch gerne….

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Weitere Beiträge im Bereich Fuerteventura-Nachrichten