Kanarische Gesundheitsbehörde streicht positive Migranten aus 7-Tage-Inzidenz für Fuerteventura

7-tage-Inzidenz-ohne-Migranten-Fuerteventura

Eigentlich hatte sich die 7-Tage-Inzidenz auf Fuerteventura ausgezeichnet entwickelt. Seit dem 30.04.2021 bewegte sie sich auf Fuerteventura nach Angaben der kanarischen Gesundheitsbehörde bei Werten zwischen 5,8 und 10,5.

Seit dem 23.04.2021 wurden auf Fuerteventura pro Tag zwischen null und 3 neuen Fällen gemeldet, an zwei Tagen auch 4 und an einem Tag sogar 5.

Am 07.05.2021 war die Zahl der aktiven Fälle auf Fuerteventura auf 13 gesunken.

Da war es für für die Öffentlichkeit sehr verwunderlich und auch besorgniserregend, dass am 11.05.2021 und 12.05.2021 plötzlich wieder 9 bzw. sogar 16 neue Corona-Fälle gemeldet wurden, wodurch sich die 7-Tage-Inzidenz auf Fuerteventura innerhalb von nur 2 Tagen nahezu verdreifacht hat.

Dieser statistische Ausreißer hat offenbar auch die Statistiker der kanarischen Gesundheitsbehörde gestört.

In der täglichen Pressemitteilung des kanarischen Gesundheitsdienstes zur aktuellen Corona-Lage auf den Inseln vom 13.04.2021 heißt es dann folglich:

… auf Fuerteventura werden 22 Fälle subtrahiert, wodurch … die Zahl der aktiven Fälle bei 15 liegt. Dieser Rückgang der Fälle auf Fuerteventura ist der Streichung der positiven Fälle aus der Statistik von Grafcan geschuldet, die bei Migranten registriert wurden, da diese Ansteckungen kein Risiko für die innergemeinschaftliche Übertragung darstellen, da sie unter Kontrolle sind und weiterhin dem entsprechenden Protokoll zur Absicherung folgen. …“

Quelle: https://www3.gobiernodecanarias.org/noticias/sanidad-confirma-140-casos-de-covid-19-en-las-ultimas-24-horas/

Tatsächlich wurde am 11.05.2021 bekannt gegeben, dass die 88 in der „Käsehalle“ verbliebenen afrikanischen Migranten ein Massentest durchgeführt werde. Am 23.04.2021 hatte das spanische Ministerium für Migration angeordnet, das diese Halle, in der ankommende Bootmigranten gewöhnlich ihre Quarantäne nach Ankunft verbringen, nach und nach geräumt werden muss, nachdem die dortige Unterbringung sowohl von Amnesty International als auch vom sogenannte „Defensor de Pueblo“, einer Art „Bürgeranwalt“ als „menschenunwürdig“ und als „Zusammenpferchung“ bezeichnet worden war.

Von den 16 positiven Fällen, die am 12.05.2021 gemeldet wurden, sollen 15 bei Migranten festgestellt worden sein. Da insgesamt 22 Fälle abgezogen wurden, müssen von den 9 Fällen am 11.05.2021 sieben auf Migranten entfallen. Alle betroffenen Migranten befanden sich aber ohnehin schon in Quarantäne

Unter der residenten Bevölkerung wurden am 11. und 12. Mai also nur zwei bzw. ein neuer Fall festgestellt, was wunderbar zum Trend der letzten zwei Wochen passt.

Wechselnde Kriterien für Erfassung von Fällen bei Migranten

Am 23.04.2021 war die Statistik der 7-Tage-Inzidenz auf Fuerteventura nach einem Massentest unter Migranten schon einmal um 32 neue Fälle nach oben geschossen. Dieser Ausreißer floss damals aber „ungebremst“ in die 7-Tage-Inzidenz-Statistik ein und ließ diese an nur einem Tag von rund 30 auf rund 50 ansteigen.

Im Lauf der Pandemie wurden die Kriterien für die Angabe bzw. Miteinbeziehung der Corona-Fälle bei Migranten immer wieder geändert.

Mal wurden die Zahlen separat angegeben, mal wurden sie in die Gesamtzahl integriert.

Letztlich dürfte die Argumentation der kanarischen Gesundheitsbehörde stimmen, dass die Fälle bei Migranten „unter Kontrolle“ sind und dass diese das Infektionsgeschehen innerhalb der residenten Bevölkerung Fuerteventuras kaum beeinträchtigen können.

Auf der anderen Seite könnte es natürlich auch unter Migranten potentiell zu schweren Krankheitsverläufen kommen, die eine Behandlung im Krankenhaus erfordern und somit Kapazitäten binden würden. Außerdem stellt die Unterbringung von positiv getesteten Migranten für die Behörden auf Fuerteventura eine große Herausforderung dar, wie die Situation in der Quarantänehalle zeigt.

Die „Kosmetik“ bei den Fallzahlen ist also in jedem Fall eine fragwürdige Praxis.

Für Fuerteventura hat diese „Manipulation“ natürlich im Hinblick auf die so dringend benötigte Wiederbelebung des Tourismus eine wichtige Bedeutung: Je deutlicher die „offizielle“ 7-Tage-Inzidenz auf den Kanaren insgesamt unter 50 bleibt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Einstufung als Risikogebiet entfällt.

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