Fuerteventuras Camper gehen für bessere Infrastruktur und regulierte Campingplätze auf die Straße

Camping-Demo-Fuerteventura

Camping ist auf Fuerteventura eine der vielleicht beliebtesten Freizeitbeschäftigungen der Einheimischen in der Osterzeit und in den Sommerferien und hat eine lange Tradition.

Egal ob Zelt, Wohnwagen oder Wohnmobil. Mit Kind und Kegel, Grill und Angelausrüstung und vielleicht noch mit dem Boot auf dem Anhänger geht es ans Meer.

In früheren Zeiten hatten manche Familien sogar einfachste Hütten irgendwo an der Küste, die aus nicht viel mehr bestanden als ein paar Brettern und dem Netzmaterial, mit dem sonst die Tomatenfelder „überdacht“ werden.

Doch diese ursprüngliche Romantik ist in den letzten Jahren immer mehr einer Massenbewegung gewiche. Längst sind es nicht mehr nur die Majoreros, die „Einheimischen“ Fuerteventuras, die zum Campen am Wochenende oder in den Ferien an die Küsten und Strände fahren.

Fuerteventura ist auch bei Grancanarios, Conejeros, Chicharreros, wie die Einwohner von Gran Canaria, Lanzarote und Teneriffa genannt werden, sehr beliebt, weil es hier zweifelsfrei die schönsten Strände der Kanaren gibt.

Und wenngleich das Campen auch bei den Einwohnern der anderen Inseln eine jahrzehntelange Tradition hat, sieht man auf Fuerteventura von Jahr zu Jahr mehr Wohnmobile von den anderen Inseln.

Und selbst der Campingtrend aus Deutschland und dem sonstigen Europa schwappt immer mehr nach Fuerteventura herüber. Jedes Jahr sieht man mehr Campingfahrzeuge mit ausländischen Kennzeichen.

Camper bewegen sich auf Fuerteventura in einer rechtlichen Grauzone

Obwohl das Campen auf Fuerteventura so beliebt ist, ist es genaugenommen an vielen Stellen gar nicht erlaubt. Am Strand und innerhalb der Küstenschutzzone ist Camping, egal in welcher Form, schon durch das spanische Küstengesetz verboten.

Die Gemeinden könnten zwar Campingplätze ausweisen, doch „richtige“ Campingplätze mit entsprechender Infrastruktur wie sanitären Einrichtungen und der Möglichkeit Grau- und Schmutzwasser zu entsorgen und Frischwasser nachzutanken, gibt es auf der Fuerteventura bisher nicht.

Immerhin gibt es in einigen Gemeinde, wie z.B. Pájara im Süden Fuerteventuras, einige Zonen, in denen das Campen nach vorheriger Anmeldung und Entrichtung einer Gebühr zu bestimmten Jahreszeiten erlaubt ist. Außer im Erdreich eingelassenen Tanks für die die Entsorgung von Schmutzwasser bieten diese Zonen aber keine weitere Infrastruktur.

Die Gemeinde Tuineje hat Mitte Juni 2021 in Tarajalejo sogar eine Servicezone eingerichtet, in der Schmutzwasser und Müll entsorgt und sogar Frischwasser gebunkert werden kann. Damit gilt die Gemeinde Tarajalejo als besonders camperfreundlich, wenngleich auch dort das Campen nur „geduldet“ wird.

Fuerteventuras Norden ist besonders streng

Die nördlichste Gemeinde Fuerteventuras, La Oliva, ist besonders streng im Umgang mit Campern. Dort wird besonders intensiv kontrolliert, dass Camper sich nicht „am Strand einrichten“. Es ist dort nicht gestattet, Tische und Stühle rauszustellen, Markisen auszufahren, das Fahrzeug zu nivellieren oder gar zu übernachten.

Camper protestieren für camperfreundliche Regulierung

Am Sonntag, 20.06.2021, sind zahlreiche Wohnmobilfans dem Aufruf des lokalen Campingvereins ACF gefolgt. Sie haben sich in Puerto del Rosario getroffen und sind dann in einer endlos erscheinenden Karawane in Norden Fuerteventuras gefahren, um auf ihre Situation aufmerksam zu machen.

Sie fordern unter anderem eine Regulierung ihrer Lieblingsaktivität, die das Campen im Einklang mit der Natur ermöglicht, die Einrichtung von Campingplätzen mit entsprechender Infrastruktur und auch die Möglichkeit, das Campen mit ihren vierbeinigen Lieblingen zu genießen.

In einem Radiointerview lobten die Camper den Vorstoß der Gemeinde Tuineje, auch wenn es dort leider auch keinen Campingplatz gibt.

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9 Kommentare

  1. Was für eine Antwort!
    Camper sind Individualisten, die garantiert nicht in ein Turihotel gehen. Außerdem ist hier die Rede von den Einheimischen, die wohl im Tourismus arbeiten, aber auch mal unter sich sein wollen.
    Habe selbst ein großes Grundstück in Nähe des Wassers wo sonst alle Buchten von April bis Oktober mit den selbstgebauten Hütten zu gebaut wurden.
    Vor ca. 2 Jahren habe ich der Gemeinde angeboten auf dem Grundstück sanitäre Einrichtungen und Stellplätze für Wohnmobile zu errichten.
    Nach gut einem Jahr bekam ich eine mehrseitige sehr detaillierte Absage weil die Zone für derartige Einrichtungen nicht vorgesehen ist. Man darf nur Kartoffeln pflanzen, Ziegen halten etc. – ein Witz.
    Es wird Zeit, dass sich in Pajara mal etwas
    ändert. Wird Zeit, dass noch mehr Demos stattfinden.

  2. Ich finde das gut wenn es Campingplätze gäbe. Vor allen für die Einheimischen und den anderen Inselbewohner. Die schaffen ja auch Arbeitsplätze und geben ihr Geld dort aus. Die Hotels sind so teuer geworden. Unser Urlaub im gleichen Hotel ist 1000 Euro teurer geworden.

  3. Solange es keine richtige Entsorgung für Toiletten gibt sollte es komplett verboten werden. Oft sieht man wie die Toiletten einfach in der Natur sogar ins Meer geschüttet wird. Eine Schweinerei ist das

  4. Was ist das den für ein schwachsinnger Kommentar?
    Solche Kommentare gehören Verboten.
    Wenn alle sich an die Regeln halten und nichts verschmutzen (das gilt auch an Leute die so an den Strand gehen) warum soll das verboten werden?
    Ja klar gibt es schöne Hotels auf der Insel. Aber mal drüber nachgedacht wie die Löhne der Einheimischen sind. Meinen Sie die können sich mal eben ein. Urlaub im Hotel für 2 Erwachsene und Kind(er) bezahlen?
    Besonders gerade nach der schweren Zeit hier wo viele ihr Arbeit verloren haben.
    Wir waren vor 4 Tagen 3 Wochen vor Ort und ich muss sagen egal wo wir waren es war Gespenstisch. Kaum Leute auf der Straße sehr viele Geschäfte mussten aufgeben oder haben bis dato nicht wieder geöffnet.

    Nicht falsch verstehen…. Aber bitte erst einmal genauer nachdenken und dann was posten. Aus unser wohlfühlzone hier in D ist das alles leicht gesagt. Bei uns geht es auch vielen Leuten schlecht so ist das nicht… Aber im Vergleich hier zu und anderen Ländern ist das bei uns Jammern auf hohen Niveau

  5. Hallo Thomas, danke für das Thema. Ich habe selbst einen Camper + Caravan. Das, was auf Fuerteventura mittlerweile abgeht, ist eine Plage! Früher waren es die Sommermonate 15. Juni bis in den Oktober. Mittlerweile bevölkern die Teile alle Strände, das ganze Jahr über. Nach 22 Uhr werden die Campingutensilien ausgepackt und das fröhliche Camperleben kann beginnen. Wo kein Kläger, auch kein Richter. Wo entsorgen die Massen ihre Chemietoilette? Es gab bis dato nur die DISA Station in Matoral. Wir haben bei einem Spaziergang am Abend in Tarajalejo es gerochen. Es stank nach Ammoniak und nach Fäkalien.
    Es wäre sinnvoll, einen Campingplatz im Norden und einen im Süden zu erstellen, mit der dazugehörigen Infrastruktur. Mit der Verpflichtung nur dort darf gecampt werden. Natürlich der Campingplatz kostet eine Gebühr. Das Problem, die Camper wollen frei stehen ohne was zu Zahlen.
    Was es braucht, ist strenge Kontrolle, 24 Stunden und die Schaffung der nötigen Infrastruktur. Die Zulassungszahlen an Wohnmobielen steigen in Europa zweistellig.

    • Das kann nur jemand schreiben der die Insel, deren Einheimischen Bewohner sowie deren finanziellen Möglichkeiten nicht kennt. In den letzten 5 Monaten habe ich allein im Süden weit mehr als 250 Wohnmobile gesehen die sich gezwungener Massen „illegal“ versorgt und entsorgen mussten. Es wird allerhöchste Zeit an diese Menschen vor Ort zu denken und Lösungen zu schaffen. Wohnmobile mit Deutschen Kennzeichen habe ich übrigens max. 20 gesehen.

    • Es sollten sich bitte nur Leute zu dem Thema äußern, die selbst Ahnung von Camping haben bzw selbst schon einmal mit dem Camper auf den Kanaren unterwegs waren. Diese pauschalen Verurteilungen bringen rein gar nichts. Btw: Ich war schon öfters mit dem Camper auf den Kanaren und es gibt, speziell unter den deutschen Camper, nur wenige, die auf den Luxus eines Campingplatzes verzichten wollen. Die Anzahl an deutschen Campern auf den Kanaren ist also überschaubar. Die Einheimischen Camper die ich kennengelernt habe, campen wenn nur an Feiertagen und Wochenenden und betreiben gerneauch mal Inselhopping.

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