Tanker verursacht riesigen Ölteppich vor Kanaren und wird von Schifffahrtsbehörde beschlagnahmt

Aldan-Tankschiff

Das System zur Satellitenüberwachung der Europäischen Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs hat am 10.06.2021 einen Umweltsünder auf hoher See in flagranti ertappt.

Das Tankschiff Aldan, das unter liberianischer Flagge fährt, hatte rund 147 Meilen (272 Kilometer) nordwestlich von La Palma illegal Erdölrückstände ins Meer abgelassen.

Dadurch hatte sich ein Ölfleck mit einer Ausdehnung von rund 55 Quadratkilometern gebildet.

Ein SAR-Flugzeug überflog den Tatort, um durch Videoaufnahmen weitere Beweise für die Verfolgung des Umweltverschmutzers zu sichern.

Der Ort des Geschehens befindet sich innerhalb der auch als 200-Meilenzone bekannten Ausschließlichen Wirtschaftszone Spaniens. Daher fällt die Ahndung solcher illegalen Tätigkeiten in den Verantwortungsbereichs Spaniens.

Tanker beschlagnahmt und von Kriegsschiff in Hafen von Almería geleitet

Die spanische Seeschifffahrtsbehörde, die dem Verkehrsministerium untersteht, ordnete die Sicherstellung des Öltankers an, nachdem dieser durch die Meerenge von Gibraltar Kurs in Richtung Mittelmeer genommen hatte.

In der Nacht zum 14.06.2021 erteilte der Seeschifffahrtskapitän von Almería dem Kapitän des Tankschiffes den Befehl, den Kurs zu ändern und den Hafen von Almería anzulaufen.

Um dem Befehl Nachdruck zu verleihen, wurde ein Kriegsschiff der spanischen Armada und ein Schiff der Seerettung angefordert, die den Tanker in den Hafen begleiteten.

Die Beschlagnahme des Tankers soll dazu dienen, die Zahlung des festzusetzenden Bußgeldes sicherzustellen. Die Seeschifffahrtsbehörde hat ein Verfahren gegen die Verantwortlichen den Tankschiffes eingeleitet. Auch wenn die Höhe der möglichen Sanktion nicht genannt wurde, kündigte das Verkehrsministerium in einer Pressemitteilung an, dass es aufgrund der Schwere des Tatbestands eine der höchsten jemals verhängten Bußgelder werde könnte.

Nordostpassat wird Ölfleck ziemlich sicher von den Kanaren wegtreiben

Die Kanaren dürften aller Voraussicht nach von einer Umweltkatastrophe verschont bleiben. Der Ölteppich hat sich knapp 270 Kilometer nordwestlich der Kanaren ausgebreitet. Der Passatwind, der jetzt in den Sommermonaten vorherrscht, weht aus Nordost. Dadurch wird der Ölfilm mit großer Wahrscheinlichkeit im Westen an den Kanaren vorbei auf den offenen Atlantik getrieben.

Das macht die Umweltsünde zwar nicht besser, verschont die Kanaren jedoch vor negativen ökonomischen Folgen.

Fuerteventura liegt sogar noch einmal rund 370 Kilometer östlich von La Palma und somit über 600 Kilometer vom Ölfleck entfernt.

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10 Kommentare

  1. Wahrscheinlich ist der Kahn schrottreif und sie sind ihn so gratis losgeworden…wie kann man denn so doof sein und danach gleich Kurs nach Spanien statt Reissaus ins offene Meer zu nehmen? Oder die Besatzung wollte es so, und beantragt jetzt Asyl? Entweder waren die dumm wie Brot oder es ist so gewollt.

    Vielleicht glaubten die auch es merkt keiner, in Liberia ist das vielleicht üblich so die Tanks zu spülen. Igitt. Gar nicht auszudenken wenn die Sauerei Fuertes Strände erreicht hätte.

  2. Danke für die stets sehr gute Berichterstattung.
    Ich wollte gerade den Artikel wie immer durch mein Rechtschreibprogramm laufen lassen, um auch etwas zu finden, was ich spitzfindig hinterfragen könnte 😉aber da ich erst seit 9 Tagen von der Costa Calma zurück bin, bin ich dazu einfach noch zu tiefenentspannt.

    • Ich bin fassungslos über diesen Kommentar und frage mich was einen Menschen dazu veranlassen kann Artikel durch ein Rechtschreibprogramm zu überprüfen um dann die Fehler zu präsentieren?

      Wie traurig muss dein Leben sein?

      • Hallo Nina,
        da ich deine Betroffenheit heraushöre, erkläre ich die Intention meines Kommentars gerne:
        Ich habe die vorherigen Kommentare mit etwas Ironie beleuchten wollen, weil hier einige meiner Meinung nach überflüssige Spitzfindigkeiten und Rechthabereien in Bezug auf den Originalartikel vorkamen. Das zwinkernde Emoji war als Hinweis auf die Ironie gedacht. Ich vermute, dass diese Form von Humor Dir fremd ist; bin mir aber sicher, dass die Adressaten den Hinweis verstehen.
        Ich finde es derzeit auch traurig, dass das Positive und Humor in den meisten Kommentaren fehlen und die Menschen derzeit alles beinahe verbissen ernst nehmen.
        Es kann aber natürlich sein, dass ich mich irre und mein spezieller britischer Humor zu schräg für einige Deutsche ist. Dann entschuldige ich mich bei Dir, falls Du Dich darüber aufregen musstest.
        P.S. Obwohl ich gebürtige Britin bin, ist mein Deutsch so gut, dass ich Rechtschreibfehler mit bloßem Auge ohne Programm erkenne 😉

    • @Manni, Hafenmeister wäre nicht die richtige Bezeichnung. Ein Hafenmeister ist „nur“ Herr in seinem Hafen, kann aber Schiffen z.B. nicht die Anweisung geben, seinen Hafen anzulaufen.

  3. Es ist wirklich eine kriminelle Energie, die gegen die Natur zuschlägt, sehr schlimm! Sehr gut, dass die Verklappung direkt entdeckt wurde, rausreden kann sich da niemand mehr.

    Zwei Fragen habe ich noch zu folgenden Zitaten aus dem Artikel:
    „In der Nacht zum 14.06.2021 erteilte der Seeschifffahrtskapitän von Almería…“ –> Ist wirklich der Kapitän von Almeria gemeint?
    „Das macht die Umweltsünde zwar nicht besser, verschont die Kanaren jedoch vor negativen ökonomischen Folgen.“ –> Sind wirklich ökonomische Folgen gemeint oder doch eher ökologische?

    • @Fuertgirl. Genau genommen ist der „Capitán Marítimo de Almería“ gemeint. Normalerweise erwartet man einen „Kapitän“ nur auf einem Schiff, nicht im Hafen einer Stadt. Der Capitán Marítimo ist quasi der Regional-Chef der Seeschifffahrtsbehörde.
      Wir hätten natürlich genauso gut auch „ökologische“ Folgen schreiben können. Beides hinge im im hypothetischen Fall einer Ölverschmutzung der Küsten auf den Kanaren ja sehr eng zusammen. Die Umweltsünde und damit die ökologischen Folgen sind ja nicht weg, nur weil die Kanaren „nichts abgekommen“, sie sind ja nur anderswohin verlagert.

      • Danke, Thomas, für die Aufklärung zum Kapitän. Da hab ich wieder etwas gelernt 🙂
        Klar, Ökonomie und Ökologie hängen miteinander zusammen bei einer Umweltkatastrophe. Ich hätte jetzt die ökologischen Auswirkungen höher gewichtet, aber das ist jetzt schon fast nebensächlich in Anbetracht dessen, dass viele Tiere auf hoher See draußen nun leiden und qualvoll verenden müssen. Es mag glücklicherweise die Kanaren nicht direkt getroffen haben, aber das Meeresleben wird ja trotzdem übelst geschädigt.
        Es ist und bleibt ein Skandal, dass so etwas passiert und ich bin sehr froh, dass wenigstens dieses Mal die Täter auf frischer Tat ertappt wurden.

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