Verzweiflung auf Fuerteventura: Mann übergießt sich in Sozialamt mit Benzin und will sich anzünden

Sozialamt-Puerto-del-Rosario

Im Sozialamt der Gemeinde Puerto del Rosario in der gleichnamigen Hauptstadt Fuerteventuras ist es am Morgen des 02.06.2021 zu einem dramatischen Zwischenfall gekommen, der im schlimmsten Fall Menschenleben hätte kosten können.

Ein 26-jähriger Mann nordafrikanischer Herkunft, der auf Fuerteventura seinen Wohnsitz hat, übergoss sich im Büro der „servicios sociales“ mit Benzin und versuchte, sich anzuzünden. Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes konnten dies jedoch verhindern, bis mehrere Beamte der Gemeindepolizei und der Nationalpolizei an den Ort des Geschehens kamen.

Der Vorfall ereignete sich gegen 9:10h des 02.06.2021, nachdem der Mann von den Mitarbeitern des Sozialdienstes von Puerto del Rosario bedient worden war und diese seinen Vorgang an die Verwaltung der Inselregierung weitergeleitet hatten.

In seiner Verzweiflung kehrte der Mann später mit einem Benzinkanister zurück, übergoss seinen gesamten Körper mit dessen Inhalt und versuchte sich anzuzünden.

Den Sicherheitsleuten des Sozialamtes und den Polizeibeamten gelang es schließlich, ihn von seinem Vorhaben abzubringen.

Der Mann wurde anschließend mit einem Notarztwagen ins Krankenhaus von Puerto del Rosario gebracht.

Die Polizeiberichte werden nun vom Gericht bearbeitet, das entscheiden muss, ob der Mann möglicherweise in eine psychiatrische eingewiesen wird.

Bearbeitungsdauer auf Sozialämtern lässt viele Menschen auf Fuerteventura verzweifeln

Über die genauen Motive für die Tat des 26-jährigen Mannes ist zwar nichts weiter bekannt. Aber es liegt die Vermutung nahe, dass es sich um eine Verzweiflungstat handelt, weil möglicherweise die Gewährung von dringend benötigten Hilfen durch die Weitergabe der Akte an eine andere zuständige Behörde erneut in weite Ferne gerutscht ist.

Viele Menschen auf Fuerteventura beklagen sich über die unsäglich langen Bearbeitungszeiten auf den Sozialämtern. Manch einer muss Wochen oder gar Monate auf einen Termin warten. Und ein Termin bedeutet dann noch lange nicht, dass eine Hilfe, auf die ein Rechtsanspruch besteht, dann auch sofort ausbezahlt wird.

Wer kein Einkommen und keine Ersparnisse hat, aber auf der anderen Seite Wohnungsmiete bezahlen und Lebensmittel für seine Familie kaufen muss, befindet sich schnell in einer verzweifelten Lage. Und in dieser Situation befinden sich zurzeit noch immer tausende von Menschen auf Fuerteventura.

Hilfsorganisationen wie z.B. die „Arme-Kinder-Kasse“ der deutschen Ärztin Dr. Karola Simoni und ihrer freiwilligen Helfer haben Hochkonjunktur. Die „Caja de la pequeña Silvia“ sammelt Spenden und kauft davon für notleidende Familien mit Kindern das Nötigste wie Lebensmittel und Hygieneartikel.

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6 Kommentare

  1. @Holli
    Stimme dir voll zu. Und jeder der auf die deutsche Bürokratie immer meckert, sollte einmal über die Grenzen schauen. Ob das wirklich besser ist???

  2. Es ist erschreckend wie das Sozialamt dort arbeitet. Man laesst die Menschen schlichtweg alleine, wenn einer aus der Wohnung geworfen wird oder verhungert stoert die das nicht. Gottlib gibt es Dr. KAROLA SIMONI welche unermuedlich Spenden sammelt damit die Menschen dort eas zu essen haben. SPENDEN KANN MAN UEBER KAJA DE LA PEQUENA SILVIA. (EINFACH GOOGELN)

  3. Also Trude ich kann das ja verstehen dass es nervt, wir sind alle irgendwann hierhin übergesiedelt weil uns irgendetwas in unserem Land nicht gepasst hat und haben uns mit den Gegebenheiten hier vor Ort abfinden müssen. Nenne mir irgendjemanden den du in all den Jahren kennengelernt hast der sich mit Benzin übergossen hat und versucht hat sich anzustecken. Alle die wir kennen haben es nicht versucht sondern haben es richtig gemacht und über die wurde nie ein Wort verloren. Warum ist nun ein vergeigter Selbstmordversuch eines Marokkaners ein Thema?

  4. Und zusätzlich zu der Spendenbox in der Praxis von Frau Simoni gibt es auch ein Sparschwein im Buchladen Costa Calma – die Inhalte des Sparschweins gehen auch an die Stiftung. Kräftig das Sparschwein füttern, wenn vor Ort – oder eben online.
    Dieser Bericht lässt erahnen, wie verzweifelt die Situation für manche Menschen geworden ist.

  5. Es ist unmenschlich die Menschen werden vertröstet oder bekommen schon gar keinen Termin…ich selber warte schon über einem Jahr auf einen Termin bei der seguria. Habe schon alles versucht immer nur ..im Moment sind wir nicht besetzt ich kann die Menschen verstehen dass die Verzweifeln

    Zum Glück haben wir die hielfe für die Kinder von karola simoni und ihrem Team

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