Dramatische Rettung eines sinkenden Schlauchbootes in letzter Sekunde südlich von Fuerteventura

Migranten-Schlauchboot

Die Hilfe hätte keinen Augenblick später kommen dürfen. Als ein Fischerboot im Morgengrauen des 22.08.2021 gegen 5.30h ein sinkendes Schlauchboot mit rund 60 Menschen an Bord vor der Küste Fuerteventuras entdeckte, war es schon fast zu spät. Die Luft war aus der vorderen Luftkammer bereits entwichen. Wasser drang in das Schlauchboot ein.

Der „Thunfischfänger Ave Maria II“, der seinen Heimathafen auf Lanzarote hat, alarmierte die Seerettung. Er erhielt die Anweisung, in der Nähe des Schlauchbootes die Position zu halten. Die Insassen sollte es jedoch nur im äußersten Notfall an Bord nehmen.

Wohl aus Freude über ihre nahende Rettung machte der Steuermann des Schlauchbootes einen fatalen Fehler, der die Menschen an Bord das Leben hätte kosten können: Er steuerte das leckgeschlagene Schlauchboot neben den Rumpf des Fischerboots.

Bei diesem Manöver, das durch die raue See mit zwei Meter hohen Wellen wohl von vornherein zum Scheitern verurteilt war, gingen einige Menschen über Bord. Die Ave Maria II machte erneut Mitteilung über die sich verschärfende Lage.

Trotz der Dunkelheit gelang es den Fischern, sechs Schiffbrüchige an Bord zu nehmen. Allerdings verloren sie bei dem Mann-über-Bord-Manöver das Schlauchboot aus den Augen.

Wenig später konnte der Rettungshubschrauber Helimar 204, der schon auf dem Weg zum Einsatzort war, das Schlauchboot wieder ausfindig machen. Zu diesem Zeitpunkt trieb eine Person neben dem halb versunkenen Schlauchboot und klammerte sich an einem Kanister fest, um nicht unterzugehen.

Die Menschen an Bord des Schlauchbootes mussten bis 8.00 Uhr ausharren, bis das Rettungsboot Salvamar Mízar eintraf und die Menschen einschließlich der im Wasser treibenden Person an Bord nehmen konnte.

65 Menschen gerettet, 1 Person möglicherweise vermisst

Im Hafen von Gran Tarajal wurden die Menschen gezählt und medizinisch versorgt. 49 Männer, 12 Frauen und 4 Kinder wurden gerettet. Ein Mann mit Ertrinkungssymptomen und ein Kind mit leichter Dehydrierung mussten ins Inselkrankenhaus von Fuerteventura eingeliefert werden.

Auch wenn es von offizieller Seite keine Informationen über mögliche Todesopfer auf der Patera gibt, könnte dennoch ein Mensch die Überfahrt nicht überlebt haben. Ein Insasse soll sich nach seiner Ankunft telefonisch mit seiner Familie in Verbindung gesetzt und berichtet haben, dass ein Gefährte verschwunden sei.

Diese Information würde zu der Meldung passen, die von einer Flüchtlingshilfsorganisation an die spanischen Rettungskräfte weitergeleitet wurde. Diese hatte die Abfahrt eines Bootes mit 66 Menschen an Bord von Westsahara aus gemeldet.

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