Erdbeben der Stärke 2,9 in vielen Orten auf Fuerteventura spürbar

Erdbeben-auf-Fuerteventura

In der Nacht des 26.08.2021 haben die Seismographen des Nationalen Geografischen Instituts vor der Westküste Fuerteventuras ein Erdbeben der Stärke 2,9 auf der Richterskala [für die Geologen unter uns: Magnitudenwert mbLg (L)] registriert.

Das Epizentrum des Erdbebens befand sich rund 25 Kilometer westlich von Fuerteventura querab des Ortes La Oliva. Das Beben spielte sich ein einer Tiefe von etwa 15 Kilometern ab und ereignete sich 22:31h Ortszeit.

Erdbeben mit einer Stärke unter 3 gelten als „extrem leicht“. Daher sind sie in vielen Fällen nicht spürbar. Aber auch ein Erdbeben von 2,9 können spürbar sein, wenn das Epizentrum relativ nach ist und in geringer Tiefe liegt.

Auf der Webseite des Nationalen Geografischen Instituts wird die Bevölkerung in den betroffenen Gegenden über die gespürten Auswirkungen von Erdbeben befragt. Über ein Online-Fomular können die Anwohner einen detaillierten Fragebogen ausfüllen.

Am stärksten spürbar war das Erdbeben offenbar in Agua de Buyes in der Gemeinde Antigua. Anhand der Fragebögen wurde die gespürte Intensität von den Anwohnern mit Werten zwischen III und IV bewertet.

III bedeutet eine „schwache“ Wahrnehmbarkeit. Einige Personen konnten das Beben innerhalb von Gebäuden wahrnehmen. Ruhende Personen spüren ein leichtes Wackeln oder Zittern. Hängende Gegenstände schwingen leicht. Es entstehen keine Schäden.

IV bedeutet, dass ein Beben deutlich spürbar ist. Es wird von vielen Personen innerhalb von Gebäuden wahrgenommen, im Freien nur von wenigen. Einige Personen erwachen aus dem Schlaf. Moderate Vibrationen sind nicht beängstigend. Man spürt ein leichtes Zittern oder Schwanken des Gebäudes, des Zimmers oder des Bettes, des Sessels usw. Geschirr, Gläser, Fenster und Türen können klappern, Möbel knarren.

In Ajuy, Gran Tarajal, Tindaya, Tiscaminita und Triquivijate wurde das Beben von den meisten Teilnehmern der Befragung mit III („schwach“) bewertet.

Morro Jable und Vega de Rioa Palmas lag die Bewertung der Intensität bei II bis III.

In Antigua, El Cotillo, Lajares, Llanos de la Concepción, Tefía, Toto und Tuineje wurde die Intensität mit II bewertet.

II bedeutet, dass das Beben kaum spürbar war. Das bedeutet, dass es nur in von einzelnen Personen (<1%) in einer für die Wahrnehmung besonders geeigneten (Ruhe)position innerhalb von Gebäuden gespürt wurde. Das Beben hat ansonsten keine weiteren Effekte und keine Schäden zur Folge.

Kanaren sind kein Erdbeben-Gefahren-Gebiet

Die Kanarischen Inseln sind zwar vulkanischen Ursprungs und leichte seismische Aktivitäten werde praktisch ständig registriert. Dennoch sind die meisten Erdbeben so leicht und spielen sich meist in so großer Entfernung ab, dass sie nur sehr selten überhaupt spürbar sind.

Die Kanarischen Inseln liegen auch nicht an irgendwelchen Grenzen von tektonischen Platten, sondern satt auf der „Afrikanischen Platte“ mit reichlich Abstand zur Eurasischen, Nordamerikanischen und Südamerikanischen Platte. Die Kontaktstellen von tektonischen Platten gelten als besonders erdbebengefährdet, da sich dort bei der Verschiebung der Platten gegeneinander starke Spannungen in der Erdkruste aufbauen, deren plötzliche Entspannung zu Beben führen.

Daher gelten die Kanaren auch nicht als Erdbeben-Gefahren-Gebiet. So müssen beim Bau von Gebäuden z.B. keine besonderen Vorschriften zur Erdbebensicherheit eingehalten werden.

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8 Kommentare

  1. Oh Graus, bestimmt ist der Klimawandel schuld, es gibt ja nur 4 Ursachen für alles Unerfreuliche gemäss offizieller Doktrin:

    1. Klimawandel, wenn nicht dann
    2. Corona, wenn nicht dann
    3. AFD, wenn nicht dann
    4. Putin

    Wobei aktuell daran gearbeitet wird (Corona-) Ungeimpfte als Nr. 5 einzuführen.

    2020 heisser trockener Sommer, kein Schnee? Klimawandel. 2021 viel Schnee und total verregneter Sommer? Auch Klimawandel.

    Thomas, sollte man auf Fuerte eine Gebäudeversicherung mit Erdbebenschutz haben, ja oder nein? Wie schlimm kann so ein Beben werden?

    • Wichtig wäre natürlich noch – nach diesem ganzen üblichen Querlügnergeschwätz – noch darauf hinzuweisen, dass man in diesem Land überhaupt nicht mehr seine Meinung sagen darf. Ich liebe diese Aluhüte.

  2. Re: „beim Bau von Gebäuden z.B. keine besonderen Vorschriften zur Erdbebensicherheit“
    Von wegen. Nach dem grossen Erdbeben ’99 in der Türkei wurde es EU-weit Vorschrift, den Baugrund von einem Geologen begutachten zu lassen. Das kann dann durchaus zu der absurden Situation führen, dass man in der Lava von einem Bagger ein 1x1x1m grosses Loch schlagen lassen muss, um dieser Vorschrift Genüge zu tun.
    – So war’s zumindest bei mir Anfang der Nullerjahre.
    p.

    • @Paco, auch auf Fuerteventura bzw. den Kanaren sind Bodengutachten vor Baubeginn vorgeschrieben. Das hat auf den Kanaren aber nichts mit Erdbebensicherheit zu tun. Aus eigener Erfahrung kann ich Dir bestätigen, dass eine Baugrunduntersuchung auf Fuerteventura absolut unverzichtbar ist. Der Bodengrund ist aufgrund des vulkanischen Ursprungs vielerorts extrem inhomogenen. Es gibt quellfähige Tonmaterialien, die sich bei Kontakt mit Wasser so dermaßen ausdehnen, das sie Fundamente und Bodenplatten sprengen können. Darauf möchte man kein Haus gebaut bekommen.

  3. Oh je , Risikogebiet schlimmes Wort 😂 egal wir kommen trotzdem am Montag auf unsere Lieblingsinsel und bringen auch noch unsere Tochter und Ehemann mit. LG. von den Thüringer aus dem Rheinland Petra und Frank ps. Lieber Thomas Wolf vielleicht laufen wir uns in Morro Jable mal über den Weg.

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