Notfallplan in Zentren für medizinische Erstversorgung auf Teneriffa und Gran Canaria aktiviert

Notfallplan-aktiviert

Ärzte in den Zentren für medizinische Erstversorgung auf Teneriffa und Gran Canaria warnen schon seit Wochen vor einem zunehmenden Druck auf die sogenannte „atención primaria“ in den „centros de salud“.

Die „centros de salud“ sind die erste Anlaufstelle des kanarischen Gesundheitssystems für sozialversicherte Patienten. Jeder Sozialversicherte bekommt einen „Hausarzt“ (médico de cabecera) und ein Gesundheitszentrum in seinem Wohnbezirk zugewiesen. Dieser ist für praktisch jedes medizinische Problem der erste Berührungspunkt mit dem Gesundheitssystem. Dieser veranlasst ggfs. weitere Untersuchungen und verweist „seinen“ Patienten an Fachärzte.

Dies gilt grundsätzlich auch für Patienten mit möglichen Corona-Symptomen. Außerdem sind die „centros de salud“ auch für die Kontakt-Nachverfolgung und die medizinische Betreuung von Covid-Patienten zuständig, die (noch) nicht in ein Krankenhaus eingewiesen werden müssen. Ganz nebenbei ist es auch das Personal der Gesundheitszentren, die für die Impfung der Bevölkerung zuständig ist.

Seit dem 30.06.2021 ist die Zahl der aktiven Corona-Fälle, die von den Zentren der „atención primaria“ vor allem auf Teneriffa und Gran Canaria betreut werden müssen, von rund 2.700 auf rund 12.700 angestiegen. Mit diesen 10.000 zusätzlichen „Kunden“ geraten die „centros de salud“ immer näher an ihre Belastungsgrenze. Schließlich waren die „centros de salud“ ja auch schon vor Covid personell nicht so aufgestellt, dass jeder Patient kurzfristig versorgt werden konnte

Daher hat die kanarische Gesundheitsbehörde angesichts der immer weiter steigenden Zahl an Neuansteckungen für die Zentren der medizinischen Erstversorgung auf Gran Canaria und Teneriffa einen Notfallplan aktiviert.

Maßnahmen im Rahmen des Notfallplans für Teneriffa und Gran Canaria

Dieser Notfallplan sieht vor allem organisatorische Maßnahmen vor, die die Bearbeitung der Covidsituation bei gleichzeitiger Weiterführung des Tagesgeschäfts garantieren sollen.

Im Rahmen dieser Notfallpläne sollen Patienten bevorzugt telefonisch betreut werden, wobei der Arzt entscheidet, ob ein persönliches Erscheinen in der Sprechstunde erforderlich ist, um „unnötige“ Risiken der körperlichen Anwesenheit in den Zentren zu vermeiden. Dabei sollen Patienten mit erhöhtem Risiko vor solchen Patienten bevorzugt werden, die z.B. „nur“ an den verschiedenen [präventiven] Gesundheitsprogrammen teilnehmen.

Auch nicht essentielle Untersuchungen wie z.B. die Spirometrie oder die Untersuchung auf Amblyopie bei Kindern oder Eingriffe der ambulanten Chirurgie sollen verschoben werden.


Außerdem soll die Bürokratie bei Behandlungsplänen mit Medikamenten vereinfacht werden, ausgenommen natürlich Behandlungen mit Betäubungsmitteln oder Medikamenten, die nur unter ständiger medizinischer Aufsicht eingenommen werden können.

Eine weitere Maßnahme ist die Erweiterung der personellen Kapazitäten für die Entnahme von Abstrichen, um positive Fälle in möglichst kurzer Zeit entdecken zu können.

Auch die Zahl von Besuchern bzw. Begleitpersonen soll auf das absolut erforderliche Maß reduziert werden.

7-Tage-Inzidenz auf Gran Canaria und Teneriffa steigt weiter

Für einige Tage sah es so aus, als würde sich der Anstieg der täglichen Neuinfektionen auf Gran Canaria und Teneriffa abflachen und sogar wieder leicht zurückgehen. Doch am 31.07.2021 schwenkte die Kurve auf beiden Inseln wieder nach oben.

Die 7-Tage-Inzidenz auf Teneriffa lag am 31.07.2021 bei 307,7. Auf Gran Canaria lag sie bei 251,3.

Auf Fuerteventura geht 7-Tage-Inzidenz seit dem 28.07.2021 wieder steil nach oben und erreichte am 31.07.2021 bei 213,8 ein neues Allzeithoch.

Auch die Zahl der Covid-Patienten in kanarischen Krankenhäusern und Intensivstationen könnte in Kürze wieder das bisherige Höchstniveau aus April 2020 erreichen. Die Zahlen gehen seit dem 10. Juli steil nach oben. Auf Teneriffa sind knapp 30% aller Intensivbetten mit Covid-Patienten belegt.

Im Inselkrankenhaus von Fuerteventura musste im März 2021 der Notfallplan aktiviert werden, als die Kapazität der regulären Intensivbetten nahezu vollständig von Covid-Patienten belegt war.

Auch auf Lanzarote mussten im Verlauf der Pandemie bereits einmal Covid-Intensivpatienten nach Gran Canaria ausgeflogen werden, weil das Inselkrankenhaus überlastet war.

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5 Kommentare

  1. Ich war mit meinem Sohn vor 1 Woche auf unser geliebten Insel Fuerteventura 🥰…es war wir immer wunderschön. Bitte helft den Insel damit dass ihr trotzdem Urlaub macht. Wir beide sind geimpft und hatten überhaupt keine Probleme. Die Restaurants und die gesamte Wirtschaft und die liebevollen Menschen brauchen jetzt besonders unsere Unterstützung und Ihre Einnahmen . Man darf das nicht mit unser starken Wirtschaftlichen Lage in Deutschland vergleichen! Aber bitte nemmt die Testpflicht ernst und haltet auch wie in Deutschland die Hygieneregeln ein damit das das Virus auf den Inseln nicht noch mehr wird . Ich bete jeden Tag das wir das gemeinsam schaffen und wir weiterhin die wundervollen Insel mit all seinen sympathischen Inselbewohnern und wundervollen Eindrücken genießen Können …🙏..Ich hoffe auch sehr das die spanische Regierung die richtigen Maßnahmen und die richtigen Entscheidungen trifft……mir fehlt die Insel schon nach einer Woche in Deutschland schon wieder…..an alle die in den nächsten Tagen auf Fuerte gehen : genießt jede Sekunde! Und kurbelt die Wirtschaft an , wenn’s geht ! ❤️☀️🌺🌴🌊LG an Euch

  2. Ich wohne auf Teneriffa und so schlimm finde ich die Maßnahmen nicht da ist ein großer Unterschied zu Deutschland. Möchte euch bitten storniert euren Flug nicht,denkt an die Menschen,die euch bewirtet und zuvorkommend bedient haben . Sie verlieren ihre Arbeitsstellen die meisten haben Familie und hier auf den kanaren ist das Sozialsystem nicht wie in Deutschland hier gibt es in dem Sinne kein so strukturiertes Sozialamt oder soziale Hilfe für die kleinen Geschäfte. Ihr könnt überall stoppen.
    Also lasst bitte die kleinen Läden und Bars nicht in Stich und freut euch auf den Urlaub.
    Ganz ganz lieben Dank!!!!!
    PS.ich habe kein Geschäft,spreche also nicht für mich!

    • Meine Rede.

      Wer Humor hat kann sich das Video „COVIDKULT“ auf Youtube ansehen, ich hätte mich fast nass gemacht vor Lachen. „Hassen Sie auch Menschen, die noch Freude am Leben haben?“…

      Ohne Galgenhumor hält man das nicht mehr aus. 😉

  3. Das hört sich leider nicht gut an.Wir möchten im Winter wieder nach Teneriffa und sind geimpft. Deshalb würden wir trotzdem hin fliegen..Auch die Hotels,Lokale, Restaurants sind ansonsten bald pleite,wenn niemand mehr kommt. Auch dürfen nur Geimpfte in ein Lokal!Das gibt es ja in Deutschland nicht. Man weiß nicht, was richtig ist.

    • Wir waren vom 19.07.21 bis 29.07.21 auf Fuerteventura und ich muss sagen es war wieder ein toller Urlaub, wenn man geimpft ist hat man kein Problem. Hygienemaßnahmen sind auch dort überall. Also ab in den Urlaub. 😊

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