Tourist treibt mit gemietetem Kayak von Lanzarote ab und wird 3 Meilen vor Fuerteventura gerettet

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Wie gefährlich es sein kann, sich offensichtlich ohne ausreichende Erfahrung und ohne geeignete Ausrüstung aufs offene Meer zu begeben, musste ein Kayakfahrer am 01. August 2021 am eigenen Leib erfahren.

Der ausländische Tourist hatte bei einer Verleihfirma in Playa Blanca auf Lanzarote ein aufblasbares Kayak gemietet. Der Vermieter alarmierte gegen 16.20h den Rettungsdienst (Tel. 112), weil der Kunde noch nicht zurückgekehrt war. Offenbar hatte der Mieter die Verleihfirma selbst noch informiert, dass er von Wind und Strömung immer weiter in Richtung Fuerteventura abgetrieben werde und dass er es nicht aus eigener Kraft zurück schaffen werde.

Die Rettungsleitstelle aktivierte einen Suchtrupp bestehend aus Zivilschutz, Feuerwehr und dem SAR-Hubschrauber der kanarischen Regierung sowie dem Patroullienboot Río Órbigo der Guardia Civil.

Der Kayakfahrer in Seenot konnte letztlich vom Rettungshubschrauber aus lokalisiert werden. Das Patroullienboot nahm den entkräfteten Mann gegen 17:30h an Bord und barg das Kayak und seine Angelausrüstung. Er war zu dem Zeitpunkt seiner Rettung rund 3,7 Meilen von Lanzarote und 2,9 Meilen von Fuerteventura entfernt.

Das Patrouillenboot brachte den Geretteten in die Marina Rubicón auf Lanzarote, wo er von einem Krankenwagen empfangen wurde.

Außer einer leichten Unterkühlung trug der Mann keine weiteren äußeren Verletzungen davon.

Kayak-Fahrt trotz gelber Wetterwarnung

Der Mann, der sich mit dem gemieteten Kayak in Lebensgefahr gebracht hat, hat so ziemlich jeden Fehler gemacht, den man machen kann.

Für den Tag des Vorfalls hatte der spanische Wetterdienst AEMET eine Wind-Warnung der Stufe gelb für Lanzarote herausgegeben.

Der Wind war ablandig und sehr stark, was auch zu einer sehr unruhigen See mit Wellen von 2 bis 3 Meter Hohe führte.

Aufblasbare Kayaks sind für den Einsatz auf dem Meer bei Wind und Welle völlig ungeeignet. Sie bieten aufgrund ihrer Bauart dem Wind viel Angriffsfläche und sie haben einen sehr hohen Wasserwiderstand, was das Paddeln gegen den Wind fast unmöglich macht.

Der Mann trug keine Schwimmweste und keinen Neoprenanzug.

Der Mann trug ein weißes langärmliges Shirt. Das Kayak war blau mit weißen Applikationen. Blau ist die Farbe des Meeres, weiß die Farbe der Schaumkronen. Für eine Suche aus der Luft oder von einem Boot aus sind dies die ungünstigsten Tarnfarben, mit denen man auf dem Meer in Seenot geraten kann.

Video zur Rettung des Kayakfahrers auf unserem Youtubekanal.
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16 Kommentare

  1. Ich kann nicht ganz verstehen, warum der Vermieter hier der Alleinverantwortliche sein soll. Der Kajakfahrer war offensichtlich unerfahren und hat ohne die jedem bekannte Schutzausrüstung sich bewusst in Gefahr begeben. Wenn man einige Kommentare hier liest, dann wäre auch jeder Autohändler für Unfälle von Autokäufern verantwortlich, wenn die bei Glatteis und Nebel bei ihm ein Auto abgeholt haben und dann mit überhöhter Geschwindigkeit einen Unfall verursachen.
    Der Kajakfahrer hat letztlich unverantwortlich gehandelt.

  2. Sorry, habe da wohl etwas überflogen,

    lese gerade es war gelbe Wetterwarnung, dann gehört ein Kayak sicherlich nicht vermietet egal an wen.

  3. „Der Mann, der sich mit dem gemieteten Kayak in Lebensgefahr gebracht hat, hat so ziemlich jeden Fehler gemacht, den man machen kann.“.

    Na da würde ich mal die Verleihfirma sprichwörtlich mit ins Boot holen, schließlich ist Farbe und Beschaffenheit des Kajaks Sache des Vermieters, zudem sollten sie Wetter- und Strömungsbedingungen kennen.

    • Wir kennen die Umstände der Vermietung nicht. Vielleicht hatte der Mann das Kayak für mehrere Tage gemietet und auf dem Autodach an eine andere Stelle mitgenommen. Diese Art von Vermietung gibt es auf Fuerteventura z.B. auch im Bereich des Windsurfen. In diesem Fall kann der Vermieter gar keinen Einfluss auf die Nutzung nehmen. Wenn der Vermieter den Mieter am selben Tag auf´s Wasser gehen ließ, wäre es dagegen wie Du sagst unverantwortlich. Doch selbst dann wissen wir nicht, ob der Mieter vielleicht das erlaubte Revier vorsätzlich verlassen hat. Bezüglich der Farbe des Kayaks steht es dem Mieter frei, auf die Anmietung aus Sicherheitsgründen zu verzichten. Und das Fehlen von Schwimmweste und Neoprenanzug liegt ebenfalls im Entscheidungsbereich des Mieters. Darauf kann man entweder bestehen, oder man entscheidet sich dafür, ohne aufs Wasser zu gehen.

      • @Thomas

        die Erklärung, dass der Mieter das Kayak für mehrere Tage gemietet hat ist dann etwas unlogisch, da in Deinem Artikel steht, dass der Vermieter die Rettungskräfte informiert hat, nachdem der Mieter bis 16.20 nicht zurück war, das klingt dann eher nach Tagesmiete.

        Also gehe ich auch mal davon aus, dass die Wetterbedingungen für diesen Tag auch halbwegs bekannt waren und selbst wenn die Wettervorhersage etwas anderes prognostiziert hat, so muss ein professioneller Vermieter zumindest immer auch den Kunden auf die Eigenheiten des Reviers hinweisen in dem Fall also nicht zu weit aufs Meer hinauszufahren – ob er das gemacht hat, kann ich nicht beurteilen.

        Was die Farbe anbelangt, sorry, wer ist hier der Profi, doch der Vermieter, wir wissen Beide wieviel Leichtsinnige und Unwissende es am Strand und auf dem Wasser gibt.

        • Wie gesagt, wir kennen die weiteren Umstände nicht. Es könnte auch der letzte Tag einer mehrtägigen Vermietung gewesen sein. Es ist natürlich gut möglich, dass der Vermieter für die Situation mit verantwortlich ist. Es gibt auch auf Fuerteventura Windsurfcententer, die blaue, türkisfarbene oder schwarze Segel vermieteten. Auch weiße Windsurfegel, die zurzeit in Mode sind, sind aus Sicht einer eventuell erforderlichen Flugrettung suboptimal.

          • Ja wir kennen diese Surfcenter beide, leider spielen bei der Wahl der Segelfarbe seitens der Hersteller oft designtechnische Argumente eine große Rolle.

            Wer mal oben auf dem Surftower an der Costa Calma bei Hochbetrieb gesessen hat, weiß welch schwierige Aufgabe die Security hat.

  4. Gut, dass es noch so glimpflich ausgegangen ist. Vielleicht sollte sich der Mitarbeiter der Verleihfirma auch mal ein paar Gedanken darüber machen.

  5. Ich hoffe ja nur, das er auch für gesamten Bergungskosten aufkommen muss und nicht wieder die Allgemeinheit das übernehmen darf! Ich finde dieses Verhalten einfach verantwortungslos.

  6. Da hatte er ja Riesenglück. Manche Menschen scheinen es einfach nicht zu begreifen, dass der Atlantik kein Hobby-Tümpel ist.

  7. Allerdings auch verantwortungslos vom Verleiher, der wahrscheinlich die Bergungskosten zu tragen hat. Bei vorheriger offizieller Wetterwarnung zahlt keine Versicherung.

    • Es war keine offzielle Wetterwarnung. Diese hätte von der kanarischen Regierung herausgegeben werden müssen. Da wir die Umstände der Vermietung nicht kennen, können wir nicht beurteilen, ob der Verleiher unverantwortlich gehandelt hat. Kann sein, muss aber nicht.

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