Weihnachtsgeschenke auf Fuerteventura in Gefahr? Personalmangel lähmt Zollabwicklung von Importen

Containerschiff-im-Hafen-von-Puerto-del-Rosario

Weltweit sind die Lieferketten ins Stocken geraten. Mancherorts könnte es sogar sein, dass nicht jeder Weihnachtswunsch erfüllt werden kann, ganz einfach weil sich die Containerschiffe im internationalen Seehandel stauen.

Doch selbst bei Waren, die es trotz aller Widrigkeiten bis auf die Kanaren und sogar bis nach Fuerteventura schaffen, könnte es mit der rechtzeitigen Auslieferung vor Weihnachten knapp werden.

Auf die katastrophale Situation bei der Abfertigung von importierten Waren durch die Zollbehörde auf Fuerteventura hat der „Verein der Hafennutzer“ (Asociación de Usarios de Puerto) aufmerksam gemacht.

Für alle Waren, die Unternehmen auf die Kanarischen Inseln importieren, muss eine Zollerklärung (DUA) gemacht werden Dabei spielt es keine Rolle, ob die Waren aus anderen Teilen Spaniens, aus der EU oder aus Fernost kommen.

Die Zollerklärung dient zur Festsetzung der bei der Einfuhr zu zahlenden kanarischen Mehrwertsteuer (IGIC). Für manche Warengruppen ist darüber hinaus der sogenannte AIEM fällig. Diese AIEM kommt einem Schutzzoll gleich, auch wenn er nicht so genannt wird. Der Zweck dieser Einfuhrabgabe ist letztlich der Schutz der kanarischen Industrieproduktion.

Die Festsetzung der zu zahlenden IGIC und ggfs. AIEM erfolgt durch das sogenannte „despacho“. Danach erfolgt die Freigabe („levante“) der Waren, die erst danach den Hafen bzw. den Flughafen verlassen dürfen.

Der „Verein der Hafennutzer“ hat die Probleme beim Warenimport öffentlich gemacht und kritisiert, dass zurzeit nur eine einzige Person für die Abwicklung sämtlicher Zollerklärungen auf Fuerteventura zuständig ist. Außerdem gingen zurzeit rund 80% der „despachos“ in den „orangenen Kreislauf“. Dies bedeutet, dass eine weitere Überprüfung von Dokumenten angeordnet wird, die vom Importeur nachgereicht werden müssen. [im „roten Kreislauf“ würden die Waren einer physischen Zollkontrolle unterzogen. In einem solchen Fall wird z.B. ein Container geöffnet und sein Inhalt überprüft.]

Oftmals würden Dokumente angefordert, die der Importeur aus Gründen des Schutzes der Daten seines Kunden gar nicht herausgeben dürfe.

Daher seinen alle Unternehmen, die in diesem Sektor arbeiten, von dieser einen Person abhängig. Alle Verwaltungsakte müssen von ihr erledigt werden, und diese Person würde auf Anfrage einfach angeben, dass sie es erledigen werde, sobald sie Zeit hat.

Die Unternehmen verstünden, dass diese eine Person tatsächlich keine Zeit hat, um alle anfallenden Aufgaben zu erledigen. Aber dies sei nicht Schuld der Bürger Fuerteventuras, und es führe zu einer Schlechterstellung gegenüber den anderen Inseln.

Eine Woche für die Warenfreigabe

Die Unternehmen berichten, dass die Freigabe von Waren 7 Tage dauere. Es sei unmöglich, so zu arbeiten, und die Lieferketten könnten nicht funktionieren, wenn man den Hafen und den Flughafen paralysiert.

Manche Importfirmen berichten, dass sie in den letzten 35 Jahren so etwas noch nicht erlebt hätten, nicht mal, als die Dokumente noch auf Papier eingereicht wurden.

Die Unternehmen fordern, dass dieses Problem so schnell wie möglich gelöst wird. Denn bei den ohnehin schon herrschenden Schwierigkeiten beim Seeverkehr auf allen Ebenen würde eine „Erstickung des Hafens auch zu einer Erstickung der Wirtschaft“ Fuerteventuras führen. Schließlich hingen wir alle von den Waren ab, die über den Hafen hereinkommen.

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2 Kommentare

  1. „Der „Verein der Hafennutzer“ hat die Probleme beim Warenimport öffentlich gemacht und kritisiert, dass zurzeit nur eine einzige Person für die Abwicklung sämtlicher Zollerklärungen auf Fuerteventura zuständig ist.“

    Als Logistikerin mit Zollkenntnissen biete ich mich freiwillig an, gegen Kost und Logis die arme Person tatkräftig zu unterstützen, die den Berg an Zollabfertigungen nun abarbeiten muss 😉

  2. Es ist sooo traurig im Moment funktioniert überhaupt nichts mehr. Ich bin privat Person und warte bereits seit 16 Tagen auf die Freigabe vom Zoll ob mein Paket hier jemals ankommt ich glaube es schon nicht mehr.
    Eine Firma aus Deutschland die mir bereits mehrfach etwas geschickt hat ohne Probleme.
    Sie geben meine NIE an sogar meine Handy Nummer und nichts geht.
    Wenn es so weitergeht sind wir hier von der Welt abgeschnitten

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