Spanien reduziert Quarantäne für enge Kontakte und Asymptomatische von 10 auf 7 Tage

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Wer als nicht geimpfte Person engen Kontakt zu einer mit Corona infizierten Person hatte, musste bisher in Spanien für 10 Tage in häusliche Isolation. Dasselbe galt für infizierte Personen, die nur leichte oder gar keine Symptome entwickelt hatten.

Die Kommission für öffentliche Gesundheit, die vom spanischen Gesundheitsministerium und den Generaldirektoren für öffentliche Gesundheit der Autonomen Regionen gebildet wird, hat am 29.12.2021 einstimmig beschlossen, die Dauer der häuslichen Isolation für diese Personengruppen von 10 auf 7 Tage zu verkürzen.

Diese Frist von sieben Tagen beginnt mit dem Beginn der Symptome oder im Fall von asymptomatischen Personen ab dem Tag des positiven Testergebnisses.

Die spanische Gesundheitsministerin, Carolina Darias, präzisierte nach dem Treffen des interterritorialen Gesundheitsrates, dass diese Verringerung der Quarantänezeit ab dem 30.12.2021 angewendet wird. Zur Beendigung der verkürzten Isolationszeit von 7 Tagen sei kein abschließender Test, weder PCR noch Antigen, erforderlich.

Nach Angaben der Gesundheitsministerin befinden sich in Spanien zurzeit rund 500.000 Menschen nach einem positiven Testergebnis in häuslicher Isolation. Für Personen, die ab Donnerstag, 30.12.2021, positiv getestet werden, wird die verkürzte Frist von 7 Tagen angewendet.

Der Direktor des Gesundheitsinstituts Carlos III (das „spanische RKI“), Cristóbal Belda, erklärte, dass man diese Entscheidung getroffen habe, nachdem man in den letzten Tagen eine „starke Verkürzung der Inkubationszeit entdeckt“ habe, also der Zeit, die vom ersten Kontakt zu einer infizierten Person bis zum ersten Auftreten von Symptomen vergeht.

„Wir haben gesehen, dass diese Inkubationszeit sich verkürzt hat und diese jetzt rund 48 Stunden betragen kann, was erlaubt, die Isolierung an diese Inkubationszeit anzupassen“, führte er als Hauptmotiv für die Verkürzung an.

Kritik an übereilter Entscheidung

Die Entscheidung, auch in Spanien die Quarantänezeit zu verkürzen, wurde wohl durch das Beispiel der US-amerikanischen Seuchenschutzbehörde CDC beschleunigt. Die USA hatte zuvor die Quarantänezeit auf 5 Tage reduziert.

So äußerte sich die Präsidentin der Spanischen Gesellschaft für Epidemiologie (SEE), Elena Vanessa Martínez, besorgt über die Entscheidung der CDC. Diese basiere nicht auf wissenschaftlichen Daten, die eine Reduzierung auf 5 Tage rechtfertige. Die zurzeit verfügbare Evidenz erlaube auch nicht, sicher zu sein, dass viele Personen, die nach 7 Tagen die Isolierung beenden, nicht mehr ansteckend sind. Deshalb hätten viele Experten mehr Zeit gefordert und es sei besorgniserregend, dass man nicht auf sie gehört habe, erklärte Martínez weiter.

Auch Quiquw Bassat, Epidemiologe und Forscher am Institut ISGlobal in Barcelona, glaubt zwar, dass 7 Tage viel weniger riskant seien als 5 Tage, da die Daten zeigten, dass Infizierte im Durchschnitt 5,5 Tage infektiös seien. Aber es sei nötig, zur Beendigung einen negativen Test verlangen, so wie es im Vereinigten Königreich gemacht werde. Schließlich können die Zeitspanne, in der ein Infizierter ansteckend ist, bei einem Teil der Patienten wesentlich länger als 7 Tage sein.

Bassat hält die Änderungen für ein Signal, dass wir in eine neue Phase des Pandemie-Managements eintreten. Es es sei sehr riskant, alle Änderungen „auf einen Schlag“ vorzunehmen, während wir ein solch bedeutendes Fallwachstum erleben. Das bedeute, dass es mehr Übertragungen gibt, die wir vermeiden könnten.

Einige Verantwortliche aus dem spanischen Kliniksektor befürworten die Maßnahme und sehen in ihr einen ersten Schritt zu einer Änderung des Systems der epidemiologischen Überwachung. „Bei dem derzeitigen Niveau der Übertragungen und dem leichten Verlauf bei der Mehrheit der Geimpften, sei es besser, der Bevölkerungen einige allgemeine Empfehlungen zu geben, den Verlauf der Epidemie mit Sentinel-Zentren zu verfolgen und die Anstrengungen auf die Bevölkerungsgruppen zu konzentrieren, die ein höheres Risiko für schwere Verläufe aufweisen“, erklärt z.B. Jesús Rodríguez Baño, Chef der Abteilung für Infektionskrankheiten im Klinikum Virgen de la Macarena in Sevilla.

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4 Kommentare

  1. @ Klaus, ich kenne sie nicht, aber sie scheinen sich ja auszukrnnen. Und endlich hat die Regierung auf SIE gehört. Endlich mal einer der mehr weiß als die Wissenschaftler. Wahrscheinlich glauben sie ja auch den Zahlen nicht und halten das alles für Panikmache. Machen Sie mal einen Tagesausflug in die Klinik nach Teneriffa und besuchen dort die Intensivstation. Wäre gespannt was sie dann so von sich geben.

  2. Hab ich auch schon mehrmals geschrieben, jetzt machen sie es. Hat auch nur 18 Monate gedauert, die Einsicht. Man könnte sogar die Quarantäne für Gesunde komplett streichen, aber da kommen die in einem Jahr bestimmt auch drauf.

    Einen guten Rutsch allerseits, und keine Sorge, 2022 kommt die Lebendimpfung für alle. „Omikron“ heisst das und kommt von Mutter Natur, leider kann daran niemand verdienen.

    PS Manni, du kannst jederzeit die 14 Tage freiwillig voll machen, das ist erlaubt. Warum regst du dich auf.

    • Dein „Lebendimpfstoff“ eignet sich aber nicht für ungeimpfte Risikopatienten, aber die Idee ist gut. Drosten hat gerade gesagt: impfen und dann infizieren ist der richtige Weg. Ist der nun auch Querdenker? Bisher hat er ja für das Endlos-Impfabo geworben.

      Also gut, dann werde mich nun doch impfen lassen – weil ich für die Lebend-Boosterung mit Omikron bereit sein will. Habe lang genug durchgehalten 😉

  3. Ich kann nicht soviel essen wie ich 🤮 möchte. Die insidenzen steigen ins unermessliche und es werden solche Entscheidungen getroffen. Nach 7 Tagen ohne test wieder raus. Genau dann werden verweigerer noch gefördert. Die Meinung „7 Tage frei, was solls“ und am 8. Tag machen wir wieder Party. Es ist ein Schlag ins Gesicht derjenigen die vorsichtig sind und Rücksicht nehmen. 🤮

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