Fuerteventura wäre auch betroffen: Streikdrohung bei Flugzeugbetankung auf den Kanaren

Streik-Flugzeugbetankung-Kanaren

Fuerteventura-Urlauber suchen in der Regel hauptsächlich Ruhe und Erholung. Während des Aufenthaltes auf der Insel wird dieser Wunsch auch meistens erfüllt.

Doch je dichter die Sommer-Hochsaison näher rückt, desto stressiger könnten sich die An- und Abreise nach Fuerteventura oder auf die anderen Kanarischen Inseln gestalten.

An vielen deutschen Flughäfen sorgte der Personalmangel an den Sicherheitskontrollen bereits Ende Mai für lange Wartezeiten. Dies könnte schon mal auf einen Vorgeschmack auf die zu erwartenden Zustände in den Sommerferien geben.

Doch auch auf Fuerteventura und auf den anderen Kanarischen Inseln droht neue Ungemach, die erheblichen Einfluss auf den Ablauf von Flugreisen haben könnte.

Am Freitag, 27. Mai 2022, haben die Mitarbeiter des Unternehmens CMD Aeropuertos Canarios, S.L. einen Streik angedroht. Das Unternehmen ist an den Flughäfen von Fuerteventura, Lanzarote, Gran Canaria und Teneriffa-Süd für die Betankung der Flugzeuge zuständig. Es beliefert rund 68 bis 70 Prozent aller Flugzeuge, die von den Kanarischen Inseln starten, mit Kerosin. Und ohne vollen Tank kann kein Ferienflieger Richtung Heimat abheben.

Und wenn keine Chance auf Betankung für den Rückflug besteht, werden die Fluggesellschaften sicher auch keine Hinflüge nach Fuerteventura schicken.

Hinter dem Unternehmen stehen die Gesellschafter CEPSA, Galp Disa Aviación und Shell España.

Der Arbeitskampf der Mitarbeiter des Unternehmens wird von der Gewerkschaft SITCA unterstützt.

Da es sich zunächst um eine Vorankündigung handelt, ist zurzeit noch unklar, ob und wann gestreikt wird. Allerdings wird aus der Pressemitteilung der Gewerkschaft deutlich, dass man sich dessen sehr bewusst ist, dass man in der anstehenden Hochsaison den größten Effekt erzielen kann.

Die Mitarbeiter fordern eine neue Betriebsvereinbarung, in der bessere Arbeitsbedingungen und eine höhere Entlohnung verankert werden sollen.

So werden unter anderem unterbrochene Schichten kritisiert, die die Arbeitnehmer verpflichten, für eine Schicht bis zu 17 Stunden aus dem Haus zu sein. Die Arbeitszeiten seien so unregelmäßig, dass ein normales Familienleben nicht möglich sei. Außerdem werde die Verpflichtung zur Gewährung von mindestens 12 Stunden zwischen zwei Schichten und von zwei aufeinanderfolgenden freien Tagen nicht erfüllt.

Mindestversorgung könnte angeordnet werden

Da es sich bei der Betankung von Flugzeugen um eine wichtige Versorgungsfunktion handelt, ist es sehr wahrscheinlich, dass eine Mindestversorgung angeordnet wird, falls es tatsächlich zu einem Streik kommen sollte. Die bedeutet, dass die Mitarbeiter zwar grundsätzlich streiken dürfen, dass aber dennoch ein vorgegebener Prozentsatz der Versorgung erfüllt werden muss. Solche Vorgaben gab es für die Betankung von Flugzeugen z.B. im Jahr 2003 für den landesweiten Generalstreik.

So musste z.B. die Betankung von Rettungsflugzeugen und -hubschraubern, Militärmaschinen, Löschflugzeugen und Fluggeräten von Zoll und Polizei eine 100%ige Versorgung garantiert werden. Auch die Betankung von Verkehrsflugzeugen musste zu 75% gewährleistet werden.

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6 Kommentare

  1. Danke Hardy,
    genau das dachte ich mir auch gerade. Es sind aber meist die die sehr billig Urlaub machen möchten und nicht überlegen wo der billig Urlaub herkommt.
    Es ist ja nicht so das der Lebensunterhalt billiger wird . Nein es wird einfach am Personal gespart und was ist die Folge davon? Kranke Mitarbeiter oder Streik.
    Jeder möchte ein schönes Leben haben, aber warum den auf meine Kosten. Das ist leider die Denkweise vieler.
    Ich habe auch für August gebucht, wenn es so ist ist es so. Dafür gibt es nun mal das Streikrecht.
    Nun, immer positiv denken. Wie heißt es bei uns in Köln „et kütt wie et kütt und et es noch immer jod jejange“
    Im diesem Sinne bleibt alle gesund.

  2. Na klar, immer werden endlich die bestreikt die die Kassen füllen. So ja auch in Deutschland mit freundlichen Empfehlungen der Gewerkschaften. In Erinnerung an den Streik des Sicherheitspersonals an deutschen Flughäfen.Der Krug geht solange zum Brunnen bis er bricht !! Mann soll nicht in die Hand beißen die einen füttert. Schaut euch mal die Gehälter der Gewrkschaftsbosse an auch hier in Spanien.

  3. „Und wenn keine Chance auf Betankung für den Rückflug besteht, werden die Fluggesellschaften sicher auch keine Hinflüge nach Fuerteventura schicken“.

    Das wäre auch gut so, denn vielleicht lernen die Leute dort vor Ort was es heißt
    wenn die Touristen ausbleiben weil man auf deren Köpfen einen Arbeitskampf anzettelt.

    Aus der Pandemie und deren wirtschaftlichen Folgen haben die Canarios offensichtlich
    nichts gelernt. Kaum läuft das Geschäft wieder, wird mit Streik gedroht.
    Und das bei der höchsten Arbeitslosenzahl in Europa, bei starker Konkurrenz durch
    Billigdestinationen wie die Türkei, einem Krieg mit nicht absehbaren Folgen für
    den europäischen Tourismus, zu erwartenden Treibstoffpreiserhöhungen , etc..

    • Typisch deutscher Egoismus!!
      Was für eine dumme Antwort, Artikel gelesen und auch verstanden, eher wohl nicht..
      JEDER hat das Recht für gerechte Arbeitsbedingungen und gerechte Entlohnung zu streiken.

      Ich hoffe die SITCA zieht das durch

  4. Wenn deren Arbeitssutuationen wirklich so schlecht sind,wie beschrieben,kann ich den Streik vollkommen verstehen.Wollen wir hoffen…dass es für die willkommen Touristen glimpflich ausgeht.

  5. Natürlich kommen die Urlaubsflieger z.B. aus Deutschland zu den Kanaren und zurück auch ohne Betankung auf den Kanaren zurecht. Weil man problemlos euch in Faro oder Sevilla auftanken könnte. So wie es hier und da auch schon bei widrigen Wetterverhältnissen (starker Gegenwind) gemacht wird. Zeitverlust ja, aber bitte keine Panik.

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