Vor Fuerteventura auf Grund gelaufenes Golden-Globe-Segelboot rechtzeitig von Hermine geborgen

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In der Nacht vom 17. zum 18. September 2022 war der US-Amerikanische Segler Guy deBoer mit seinem Segelboot „Spirit“ an der Nordküste von Fuerteventura auf Grund gelaufen. Bis dato hatte er die ersten rund 2.000 Meilen des Golden Globe Race, einer Einhandregatta um die Welt, zurückgelegt und kurz zuvor den Checkpoint vor der Marina Rubicón auf Lanzarote hinter sich gelassen.

DeBoer konnte das Segelboot zwar mit Hilfe der lokalen Feuerwehr und des Zivilschutzes auf eigenen Füßen verlassen. Das Boot blieb jedoch auf der Seite liegend zunächst auf den Felsen an der Playa El Hierro in der Nähe von Majanicho zurück.

Ohne professionelle Hilfe war eine Bergung unmöglich.

Wie deBoer in einem Telefoninterview erklärte, kontaktierte er von Fuerteventura aus seine Versicherung und holte Angebote von Firmen ein, die für eine mögliche Bergung in Fragen kamen, darunter ein Unternehmen von Gran Canaria, das das Boot mit aufblasbaren Schwimmkörpern frei machen wollte und ein Kranunternehmen auf Fuerteventura.

Da in der Zwischenzeit die Gefahr bestand, dass das Segelboot von den heftigen Wellen an der Nordküste zertrümmert werden könnte, schließlich war der Tropensturm Hermine bereits in der Entstehung, halfen die Behörden auf Fuerteventura dabei, den Dieseltreibstoff aus den Tanks zu pumpen, um im Falle eines Falles eine Verschmutzung der Umwelt zu vermeiden.

Noch bevor er einen Auftrag für die Bergung seines Bootes erteilte, beauftragte er einen Anwalt auf Fuerteventura mit der Überprüfung der Vertragsklauseln. „Ich wollte sichergehen, dass ich nicht das Eigentum an meinem Schiff aufgebe“, erklärte er in seinem telefonischen Statement.

Am 23.09.2022 war es dann endlich so weit, dass die Bergung versucht werden konnte. Den Auftrag hatte deBoers dem Unternehmen Maxodivers aus Fuerteventura erteilt, das die Bergung letztlich gemeinsam mit den Firmen Transportes Majoreros und Gruasfuer durchführte.

Segelboot Bergung Kran
Bevor der Kran das Segelboot erreichen konnte, musste mit Sand eine provisorische Piste gebaut werden.

Nachdem sich das Unternehmen von den Behörden die Erlaubnis eingeholt hatte, mit schwerem Gerät an die Küste zu fahren, baute es mit Sand eine provisorische Fahrbahn über die Felsen. Mit einem 50-Tonnen-Kran konnte der Mast gelegt und das Segelboot auf einen Tieflader gehoben und anschließend abtransportiert werden.

DeBoers lässt nun auf Fuerteventura das Ausmaß der Schäden ermitteln und hofft, dass er mit seiner Spirit bald wieder in See stechen kann.

Ursache für die Strandung

Kran Bagger Segelboot Bergung Fuerteventura
Die Bergung war nur mit schwerem Gerät möglich.

Guy deBoers erklärte in seinem Telefonstatement auch die Ursache für seine Strandung.

Er erklärte, dass er zu dem Zeitpunkt schon 30 Stunden nicht geschlafen hatte. Nachdem er den Checkpoint auf Lanzarote passiert hatte, wollte er an der Westseite von Fuerteventura vorbei weiter in Richtung Süden segeln. Dazu musste er die Meerenge zwischen Fuerteventura und Lanzarote durchfahren.

Er hatte seinen Windvane, eine Art mechanischer Autopilot, aktiviert. Die Müdigkeit übermannte ihn und er schlief ein. Daher bemerkte er nicht, dass der Wind stark nachließ und die Windsteueranlage den Kurs nicht richtig halten konnte.

Golden Globe Segelboot Fuerteventura auf Grund gelaufen
Segelboot in der Nacht, in der es auf Grund lief

Erst durch den heftigen Aufprall wurde er erst in dem Moment wieder wach, als er den Grund berührte und durch das Cockpit geschleudert wurde.

Doch da war schon alles zu spät. Mit jeder weiteren Welle wurde das Segelboot weiter auf die Felsen gespült und heftig umher geschleudert. Irgendwann stabilisierte sich die Situation und das Boot lag fest auf der Seite. Erst dann konnte deBoers das Boot verlassen und sich in Sicherheit bringen.

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