Segelboot der Golden Globe Regatta strandet an Fuerteventuras Nordküste

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Für den Amerikaner Guy deBoer hat seine Teilnahme am Golden Globe Race an der Nordküste von Fuerteventura ein jähes Ende genommen.

Am frühen Morgen des 18. September 2022 lief sein Segelboot „Spirit“ an der Playa el Hierro in der Nähe von Majanicho auf Grund.

Der 66-jährige Einhandsegler konnte sein Segelboot mit Hilfe von Mitarbeitern des Zivilschutzes und der Feuerwehr von La Oliva auf eigenen Füßen verlassen und sich am Strand in Sicherheit bringen.

Guy deBoer hat reichlich Segelerfahrung auf einer Vielzahl von Regattabooten als Steuermann, Taktiker, Navigator und Crewmitglied vorzuweisen. Insgesamt hat er über 25.000 Meilen auf diversen Segelregatten zurückgelegt. Seine bis dato längste Regatta ging über eine Strecke von 802 Seemeilen von Los Angeles nach Cabo San Lucas.

Bis zu dem Moment, als er vor Fuerteventura auf Grund lief, hatte er in dieser Regatta bereits 1.588 Seemeilen hinter sich gebracht.

Einzelheiten über die Ursachen des Unfalls lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Beitrags noch nicht vor.

Einhand um die Welt: 9 Monate und 30.000 Seemeilen nonstop auf See

16 Segler waren am 04. September 2022 von Les Sables d´Olonne in Frankreich zum Golden Globe Race gestartet. Die Kanaren sind der erster Wegpunkt bei der Weltumsegelung in östlicher Richtung. Die nächsten Etappenziele sind Trinidade in Brasilien und danach Kapstadt in Südafrika.

GGR2022 Chart
Route des Golden Globe Race 2022

Guy deBoer lag mit seiner Tashiba 36 aus dem Jahr 1986 vor Fuerteventura ziemlich weit vorne im Regattafeld. Dass er seine Fahrt nun fortsetzen kann, ist höchst unwahrscheinlich.

Alte Boote ohne moderne Technik

Das Golden Globe Race schöpfte seine Inspiration aus der Einhandweltumsegelung des Briten Francis Chichester im Jahr 1966. Er segelte in 226 Tage (274, wenn man einen Stopp in Sidney mitzählt) um den Globus und setzte damit einen neuen Weltrekord.

Nach seiner Rückkehr wurde er von Queen Elizabeth II zum Ritter geschlagen.

Einhand und Nonstop um die Welt zu segeln, galt damals als die letzte Herausforderung der Menschheit.

Im März 1968 startete dann erstmals die Regatta rund um die Welt. Als einziger der 9 gestarteten Segler erreichte Robin Knox-Johnston mit einer 9,75 Meter langen Yacht das Ziel. Die übrigen gingen entweder unter, gaben auf oder begingen Selbstmord.

Auch heute findet die Regatte noch zu ähnlichen Bedingungen wie 1966 statt. Die Boote dürfen nicht jünger als 1986 sein. Vorgeschrieben ist eine Ausführung als Langkieler mit einer Länge zwischen 32 und 36 Fuß.

Moderne Technik ist ebenfalls nicht erlaubt. Also kein GPS, Kartenplotter, elektrischer Autopilot und auch keine Iphones, Satellitentelefone, Wassermacher, ja nicht mal Taschenrechner oder Digitaluhren.

Wer seinen Weg finden will, ist also auf Gedeih und Verderb auf Astronavigation mit dem Sextanten und einer aufziehbaren Uhr angewiesen. Und darauf, genug Proviant an Bord zu haben, denn das Rennen erfolgt nonstop und ohne Hilfe von außen.

Lediglich ein Hochfrequenz-Funkgerät steht den Skippern zur Kommunikation zur Verfügung.

Die Nordküste Fuerteventuras wird Seglern immer wieder mal zum Verhängnis. Kürzlich war ein Franzose zwischen Lanzarote und Fuerteventura von seinem Katamaran ins Meer gefallen.

Im Februar 2021 war ebenfalls eine Segelyacht in der Nähe von Corralejo gestrandet.

Weitere Infos zum Golden Globe Race findet Ihr auf der Webseite des Veranstalters.

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