Entscheidungsgewalt über Zukunft der RIU-Hotels auf Fuerteventura bleibt beim spanischen Staat

RIU-Tres-Islas-Fuerteventura-Abriss

Die Befürworter des Fortbestehens der RIU-Hotels Tres Islas und Oliva Beach bei Corralejo im Norden von Fuerteventura hatten große Hoffnungen auf die Übertragung der Kompetenzen der Küstenverwaltung von der spanischen Zentralregierung auf die Autonome Region der Kanarischen Inseln gesetzt.

Sobald die kanarische Regierung über die Verwaltung der Küsten selbst bestimmen würde, könnten die vom spanischen Ministerium eingeleiteten Verfahren zum Entzug der Konzession der beiden Hotels im Sande verlaufen, glaubten wohl die Eigentümerin der Hotels, viele Lokalpolitiker und letztlich auch die vielen Mitarbeiter, deren Familien von einer eventuellen Schließung und Abriss der Hotels betroffen wären.

Doch offenbar war diese Hoffnung entstanden, bevor man das Kleingedruckte des Übertragungsaktes genau gelesen bzw. verstanden hatte.

Tatsächlich hat die spanische Zentralregierung am 30.08.2022 ein Königliches Dekret verabschiedet, in dem der Übergang der Zuständigkeiten für die Regelung und Verwaltung der Küsten auf die Autonome Region der Kanarischen Inseln bestimmt ist.

Dieses Dekret bezieht sich jedoch nicht auf die sogenannten Übergangsrechte („derechos transitorios“). Dies haben Quellen aus dem spanischen Ministerium für ökologischen Übergang kürzlich erläutert. Die Übertragung der Kompetenzen beinhaltet nur diejenigen, die im Artikel 64 des Küstengesetzes geregelt sind. Dieser bezieht sich auf neue Nutzungen im Bereich des öffentlichen Küstenbereichs durch nicht demontierbare Bauten oder Installationen.

Die Übergangsrechte wurden vom Küstengesetz denjenigen Immobilien eingeräumt, die bereits vor dem Inkrafttreten des spanischen Küstengesetzes im Jahr 1988 fertig gestellt waren.

Diesen Übergangsrechten und mehreren umstrittenen Verlängerungen der Konzessionen verdanken die Hotels heute noch ihre Existenz.

Zuletzt wurde die Konzession des RIU Oliva Beach in 2016 für 75 Jahre verlängert.

Nach Ansicht des spanischen Ministeriums für ökologischen Übergang hat die Hotelbetreiberin jedoch gegen die Konzessionsbedingungen, unter anderem durch „illegale Bauarbeiten“ verstoßen, weshalb es im August 2021 ein Verfahren zum Entzug der Konzession eingeleitete.

Für die Verfahren zum Entzug der Konzessionen ist im Gesetz eine maximale Verfahrensdauer von 18 Monaten vorgesehen.

Diverse Umweltschutzorganisationen, darunter Ben Magec, Greenpeace und WWF-Spanien, haben den Verbleib der Verfahrenskompetenz beim spanischen Ministerium begrüßt und angekündigt, mit ihrem Rechtsabteilungen die ordnungsgemäße Durchführung der Verfahren durch das Minsterium zu kontrollieren.

Für das RIU Oliva Beach und das RIU Tres Islas auf Fuerteventura haben sich die Rahmenbedingungen trotz der Kompetenzübertragungen nicht verbessert.

Die Fuerteventura-Zeitung berichtet schon seit Jahren über die Entwicklung der Lage der RIU-Hotels. Eine Übersicht über frühere Beiträge zu dem Thema findet Ihr über unsere Suchfunktion oder unter diesem Link: https://www.fuerteventurazeitung.de/?s=RIU

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16 Kommentare

  1. Einen Abriss des Baus und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands des wunderschönen Parque Natural Dunas de Corralejo würde ich begrüßen. Es gäbe viele andere mögliche Standorte für ein solches Hotel.

    In der Tourismus- und vor allem Hotelbranche auf Fuerteventura herrscht akuter Fachkräftemangel. Die betroffenen Angestellten, sollten also keine Probleme haben, neue (und vielleicht sogar besser bezahlte) Jobs zu finden.

  2. Einen Abriss des Baus und die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands des wunderschönen und einzigartigen Parque Natural Dunas de Corralejo würde ich begrüßen. Es gäbe viele andere mögliche Standorte für ein solches Hotel.

    In der Tourismus- und vor allem Hotelbranche auf Fuerteventura herrscht akuter Fachkräftemangel. Die betroffenen Angestellten sollten also keine Probleme haben, neue (und vielleicht sogar besser bezahlte) Jobs zu finden.

  3. Es ist doch immer wieder und überall das gleiche Übel. Lasst doch Mal die beiden funktionierenden
    Hotels mit langjährig beschäftgten Mitarbeitern in Ruhe und kümmert euch um die tollen Ruinen am Ortsrand von Corralejo und Leerstände der Immobilien. Wir lieben die Hotels und wùrder gerne wieder Urlaub machen.

      • Das Problem ist aber, dass man nicht ausgerechnet die Abhängigen fragen sollte, ob Drogen legalisiert werden sollen. Sprich, die Touristen sollten doch bitte mal den Mund halten und die Spanier entscheiden lassen, die von der alten Bananenrepublik die Nase voll haben. Recht muss Recht bleiben. Wie soll man den Hausbesitzer wegen eines Schwarzbaus sanktionieren, wenn man die Großen davon kommen lässt.

        • Sehe ich auch so. Dieses Anspruchsdenken einiger Deutscher im Ausland ist zum Fremdschämen. Die Spanier werden das schon selbst regeln und brauchen dabei sicher keine Belehrungen aus dem Ausland.

  4. Meiner Meinung nach gehören die beiden Hotels zum Bild der Insel und sollten unbedingt erhalten bleiben. Ich bin großer Fan der Kanaren, dachte nur die Deutschen wären so komisch, um nicht zu sagen dämlich, Dinge die seit über 30 Jahren prima funktionieren und arbeiten in Frage zu stellen.
    Das Argument RIU hat genug Geld um zwei neue Hotels zu bauen, ist bestenfalls zynisch ein Gag.

  5. Selbst wenn die Hotels abgerissen würden, wird niemals der vollkommen unberührte Zustand der Natur wieder hergestellt werden können. Es werden trotz Sorgfalt immer Spuren von Baumaterialien zurück bleiben. Deshalb finde ich den Verbleib und auch den weiteren Betrieb richtiger, auch wenn ein gewisses „Geschmäckle“ bleibt.
    Es sollte in der Zukunft bei Bauvorhaben sehr viel gründlicher in alle notwendigen Richtungen geprüft werden um so ein Dilemma von Anfang an zu verhindern.

  6. Ich bin auch für Umweltsschutz und die Klarheit rechtlicher Regeln für alle. Trotzdem wäre ich in dem konkreten Fall für einen Erhalt der Hotels. Zur Not mit Auflagen.
    Sicherlich spielt hierbei eine Rolle, dass sie für mich fest zum Dünenstrand dazu gehören. Waren diesen August ein paarmal am Dünenstrand und am Strand von El Cotillo. Beides war wieder einmal schön.

  7. Mal ganz ehrlich : Wem wäre denn mit einem Abriss geholfen ? Klar, schön sind sie nicht anzusehen, aber hier geht es doch nicht nur um die Schönheit der Landschaft. Es wird mit Umweltschutz argumentiert.
    Selbst bei einem Abriss ( und ich bezweifle, dass die Gebäude jemals abgerissen werden würden, selbst wenn sie nicht mehr in Betrieb wären ) wären die Grandes Playas weiterhin ( wirtschaftlich dringend notwendiger ) Touristenmagnet.
    Dann doch vielleicht besser den Weiterbetrieb erlauben und für finanziellen Ausgleich sorgen, der dann auch wirklich dem Naturschutz zu Gute kommt. Derzeit bezahlen die RIU´s ja wohl auch schon 2 Millionen Euro im Jahr , als Konzessionsgebühr nur für das „rumstehen“. Was wird mit dem Geld eigentlich gemacht ? Dann lasst die Häuser doch weiter , in dem derzeiten Umfang, aber einer besseren Qualität, dort stehen und das Geld sinnvoll für den Naturschutz investieren. Alles andere wäre weder für die Ökonimie, noch für die Ökologie in meinen Augen sinnvoll.
    Für die „Umweltschutzaktivisten“ geht es hier doch nur noch um den Symbolcharakter die Häuser zu zerstören und leider schon lange nicht mehr um die Sache. Das hätte die Region aber eigentlich verdient…schützenswert ist sie allemal !
    Jedenfalls ist die derzeitige Vorgehensweise schade, weil durch Kommunikation und Absprachen selbst hier eine Win-Win-Situation, sogar für alle, entstehen könnte……es könnte so einfach sein…..

    • Ich sehe einen weiteren wichtigen Aspekt neben dem Umweltschutz: das Funktionieren des Rechtsstaates. Darf der Staat es zulassen, dass Unternehmen mit Verstößen gegen Gesetze durchkommen? Falls ja, wo soll die Grenze sein, bis zu der man solche Verstöße ungeahndet lässt? Ich selbst sehe mich als großer Kritiker der Überregulierung auf den Kanarischen Inseln. Allerdings kann m.E. die Lösung nicht das Zulassen von Gesetzesverstößen sein, wovon nur die Dreistesten und am wenigsten Gesetzestreuen profitierten, sondern eine Änderung der Gesetze selbst. Alles andere öffnet der Korruption Tür und Tor. Die oft kritisierten Umweltaktivisten machen letztlich nichts anderes, als zu versuchen, geltendes Recht durchzusetzen. Solange dies wie im vorliegenden Fall durch Anzeigen bei Behörden und Klagen vor ordentlichen Gerichten erfolgt, und nicht durch rechtswidrige Aktionen, ist das m.E. absolut legitim. Ich wage einfach mal die Prognose, dass das Thema nach einer Entscheidung des Ministeriums für sehr lange Zeit die Verwaltungsgerichte beschäftigen wird. RIU hatte ja die Wahl, sich an Gesetze zu halten. Wenn RIU sich dafür entschieden hat, dies nicht zu tun, dann muss sie alle Konsequenzen tragen.

  8. Mit dem Verweis auf Arbeitsplätze kann natürlich auch noch die größte Sauererei gerechtfertigt werden. Wenn es eine Gelegenheit gibt diese unseglichen Hotels endlich dicht zu machen, sollte man sie nutzen. Die Familie RIU kann ja dann zwei andere Hotels auf Fuerte bauen, um den Mitarbeitern wieder Arbeit zu geben. Diesmal vielleicht ohne Bestechung und nicht in einem Naturschutzgebiet. Genug Geld hat die Familie ja.

  9. Es ist einfach nur schrecklich und traurig was mit dem Personal passiert. Aber wie hätte Habeck es gesagt “ das Personal wird nicht arbeitslos. Es arbeitet nur nicht mehr “ . Es geht mir sehr nahe da ich seit vielen Jahren in diesem Hotel meinen Urlaub verbracht habe die Lage und die weiten Strände sehr schätze. L.G Peter

  10. Es ist und bleibt eine neverending story…. mal sehen, was der nächste Teil ergibt.
    Es hängen ja auch einige Existenzen an diesen beiden Hotels. Was passiert wohl mit den ganzen Beschäftigen, wenn die Hotels ein für alle Mal geschlossen oder vielleicht sogar abgerissen werden?
    Andererseits, meine ich gelesen zu haben, dass derzeit in der Tourismusbranche auf FV akuter Fachkräftemangel besteht und händeringend Personal für Hotels und Restaurants gesucht wird.

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