Freiheitsberaubung und schwere sexuelle Nötigung in Costa Calma im Süden von Fuerteventura

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Am Morgen des 14. Oktober 2022 ist es in Costa Calma im Süden von Fuerteventura zu einen Fall von Freiheitsberaubung und schwerer sexueller Nötigung gekommen.

Die Ereignisse nahmen ihren Lauf, als eine 24-jährige Frau in einem Nachlokal in Costa Calma in der Nacht zum 14. Oktober einen Mann kennen lernte. Die beiden gingen gemeinsam in die Wohnung des Mannes in der Calle Los Molinillos in Costa Calma, die dieser sich mit einem anderen männlichen Mitbewohner teilt. Am Morgen soll die Bekanntschaft der jungen Frau die Wohnung verlassen haben, während sie selbst in der Wohnung blieb.

Der Mitbewohner soll die Frau dann mit einem Küchenmesser bedroht haben, um sie zu sexuellen Handlungen zu zwingen. Ob eine Vergewaltigung vollzogen wurde oder ob es beim Versuch blieb, ist nach den uns zurzeit vorliegenden Informationen unklar.

Offenbar gelang es der Frau, sich in einem Zimmer einzuschließen und eine Textnachricht an ein Familienmitglied zu senden, in der sie ihre Notsituation und vor allem den Ort des Geschehens mitteilen konnte. Das Familienmitglied alarmierte den Notruf 112.

Mehrere Streifenwagen der Guardia Civil und der Policía Local eilten zum Einsatzort und konnten mit Hilfe von Nachbarn die Wohnung identifizieren, in der die junge Frau gegen ihren Willen festgehalten wurde.

Die Beamten riefen „Polizei, Polizei“, bis die junge Frau sie hörte und offenbar in Todesangst antwortete „Hilfe, er will mich umbringen“.

In Anbetracht der gefährlichen Situation zögerten die Beamten nicht, über eine mehrere Meter hohe Mauer zu klettern, um so in einen Innenhof zu gelangen. Dort traten sie eine Tür der Wohnung auf und die junge Spanierin lief ihnen praktisch nackt entgegen auf die Straße. Laut Zeugen rief sie immer noch um Hilfe, nachdem sie die Wohnung schon verlassen hatte.

Die Beamten nahmen in der Wohnung einen 25-jährigen Mann marokkanischer Herkunft als mutmaßlichen Täter fest. Ihm wird Freiheitsberaubung, Bedrohung mit einer Waffe und schwere sexuelle Nötigung vorgeworfen.

Sexualstraftaten im spanischen Strafrecht

Am 07. Oktober 2022 ist ein Spanien eine Verschärfung des Sexualstrafrechts in Kraft getreten. Der Tatverdächtige dürfte also der erste auf Fuerteventura sein, dessen Fall nach den verschärften Vorschriften verhandelt wird.

Die neuen Vorschriften richten sich nach dem Leitgedanken „sólo sí es sí“ („Nur ein Ja bedeutet Ja“).

Nach dem neuen Artikel 178 des CP (código penal = spanisches Strafgesetzbuch) wird mit einer Haftstrafe von 1 bis 4 Jahren als Verantwortlicher eines sexuellen Angriffs bestraft, wer irgendeine Handlung vollzieht, die die sexuelle Freiheit einer anderen Person ohne deren Zustimmung angreift. Als Zustimmung ist nur die freie Willensäußerung durch Handlungen zu verstehen, die in Anbetracht der Umstände des Falls auf klare Weise den Willen der Person ausdrücken.

Der Straftatbestand der Vergewaltigung setzt nach Artikel 179 CP zusätzlich eine Penetration mit einem Körperteil oder einem Gegenstand voraus. Das Strafmaß liegt dann bei 4 bis 12 Jahren.

Laut Artikel 180 CP ist erhöht sich das Strafmaß für sexuelle Nötigung (Art. 178) und Vergewaltigung (Art 179) auf 2 bis 8 bzw. 7 bis 15 Jahre, wenn zur Tatbegehung Waffen oder andere gefährliche Gegenstände zum Einsatz kommen. Ein Küchenmesser, wie im oben geschilderten Fall, gilt zweifelsfrei als gefährlicher Gegenstand, auch wenn es im Sinne des Waffengesetzes nicht unbedingt eine verbotenen Waffe sein muss.

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