40 Jahre Inselkrankenhaus auf Fuerteventura

Inselkrankenhaus-Fuerteventura

Am 14. Oktober 1982 eröffnete mit dem „Hospital General de Fuerteventura Virgen de la Peña“ das erste richtige Krankenhaus auf Fuerteventura. Mit 80 Betten und 14 Ärzten was das Inselkrankenhaus damals ein Meilenstein für die medizinische Versorgung der Inselbevölkerung, die damals aus nicht einmal 30.000 Einwohnern bestand. Mit einer Ratio von 2,66 Betten pro Tausend Einwohner war die rein rechnerische Versorgung damals auch nach heutigen Maßstäben verhältnismäßig gut.

Anlässlich des 40. Geburtstags des Krankenhauses reisten der Präsident der kanarischen Regierung, Ángel Víctor Torres, die spanische Gesundheitsministerin, Carolina Darias, und der Gesundheitsrat der kanarischen Regierung, Blas Trujillo, zu einem feierlichen Akt nach Fuerteventura.

Schon bald sah sich das Inselkrankenhaus mit einem Problem konfrontiert, das damals bei der Planung wohl niemand in diesem Ausmaß erwartet hatte: in den 80iger Jahren setzte auf Fuerteventura ein explosives Bevölkerungswachstum ein, das bis heute anhält. Doch seit den 80iger Jahren wuchs nicht nur die Zahl der Einwohner dramatisch an. Von Jahr zu Jahr kamen mehr Touristen, die die Kapazitäten des Krankenhauses ebenfalls in Anspruch nahmen.

Allerdings war das ursprüngliche räumliche Organisation des Krankenhauses überhaupt nicht für eine Erweiterung ausgelegt, sodass diese räumliche Organisation umgestaltet und das Krankenhaus durch mehrere Erweiterungsbauten vergrößert werden musste.

In 2003 wurde ein neues provisorisches Gebäude für die Notaufnahme mit über 1.000 Quadratmeter Fläche in Betrieb genommen.

Im März 2007 wurde ein neues Gebäude für externe Sprechstunden und ambulante Aktivitäten eingeweiht, das die Geschossfläche des Krankenhauses um 14.000 Quadratmeter erweiterte.

Weit unterdurchschnittliche Versorgung mit Krankenhausbetten auf Fuerteventura

Trotz Dauerbaustelle konnten die Erweiterungen des Krankenhauses nicht mit den steigenden Einwohnerzahlen und dem immer weiter wachsenden Tourismus mithalten.

Heute verfügt das Krankenhaus von Fuerteventura über 160 Betten. Bei einer Einwohnerzahl von rund 120.000 Menschen entspricht dies einer Ratio von 1,33 Betten pro 1.000 Einwohner. Dabei ist die fluktuierende Bevölkerung, sprich die Urlauber, die sich auf Fuerteventura aufhalten, noch gar nicht mitgezählt.

Mit dieser Ratio von 1,33 liegt Fuerteventura im spanienweiten Vergleich in Sachen Krankenhausversorgung ganz weit hinten. Die Kanaren insgesamt kommen immerhin auf 2,1 Betten pro 1.000 Einwohner. Für ganz Spanien liegt die Ratio sogar bei 3. Zum Vergleich: in Deutschland stehen knapp 8 Betten pro 1.000 Einwohner zur Verfügung.

Qualität der medizinischen Behandlung auf Fuerteventura ist Glückssache

Es ist verständlich, dass auf einer kleinen Insel wie Fuerteventura nicht alle medizinischen Fachrichtungen zur Verfügung stehen und dass manche Spezialgebiete nur in den Universitätskliniken auf den Hauptinseln Gran Canaria oder Teneriffa abgedeckt werden können.

Doch wer die Mühlen des kanarischen Gesundheitssystems schon einmal am eigenen Leib erlebt hat, wünscht sich sicher eine bessere materielle und personelle Ausstattung und vor allem eine bessere Organisation des Gesundheitswesens auf Fuerteventura.

Die Meinungen bezüglich der öffentlichen Gesundheitsversorgung auf Fuerteventura gehen sehr weit auseinander, was leider zeigt, dass die Qualität der Behandlung, die ein Patient erfährt, zu einem nicht unerheblichen Teil Glückssache ist.

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4 Kommentare

  1. wenn man sich die komplette medizinische Versorgung ansieht muß man sich wirklich gut überlegen was man tut….. auch um nicht auf einen Krankenwagen angewiesen zu sein!!!
    mit 45 Minuten kannst du schon glücklich sein wenn einer kommt bei einer Entfernung von 15 km!!!

  2. Das einzige Hilfreiche bei staatlichen spanischen Krankenhäusern ist die Notaufnahme. Ansonsten sollte man meiner Meinung nach hoffen, dass man auf Fuerte nicht ernsthaft krank wird, da es auch keine entsprechend ausgestattete Privatkliniken gibt.

  3. Danke für diesen spannenden Artikel, der mich auch sehr aus beruflicher Sicht interessiert.
    Diese persönliche Bindung zu den Kanaren im Allgemeinen und zu Fuerteventura im Speziellen motiviert mich noch mehr, mein Bestes dafür zu geben, dass Patient:innen bei bestimmten Untersuchungen und behandlungen eine bestmögliche Versorgung bekommen können, auch wenn ich nur ein minikleines bisschen und auch nur auf einen sehr begrenzten Bereich bezogen, daran mitwirken kann.

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