Pájara verspricht Bau eines muslimischen Friedhofs im Süden von Fuerteventura

Muslimischer-Friedhof

Der Bürgermeister von Pájara, Pedro Armas, hat in der letzten Septemberwoche 2022 den Subdelegierten der Spanisch-Islamischen Kommission (Comisión Islámica Española), Mohamed Amjamdi, im Rathaus empfangen.

Armas traf mit dem Vertreter dieser Gemeinschaft, um die Bedürfnisse der zahlreichen muslimischen Personen zu erörtern, die in Pájara, der südlichsten Gemeinde Fuerteventuras, leben und „Brücken für ein besseres Zusammenleben in einem multikulturellen Territorium wie dem unseren zu spannen“.

Eines dieser Bedürfnisse ist der Bau eines muslimischen Friedhofs im Gemeindegebiet.

„Wir müssen und um alle Bürgerinnen und Bürger kümmern, und die muslimische Gemeinde repräsentiert einen bedeutenden Teil unserer Bevölkerung. Wir haben ihren Wunsch für den Bau eines islamischen Friedhofs gehört. Dies sei eine Verpflichtung, die bereits im Bebauungsplan vorgesehen war, erklärte der Bürgermeister.

„Wir arbeiten Hand in Hand mit der Inselregierung von Fuerteventura (Cabildo), um diesen [Friedhof] in den Nutzungsplan (PRUG) [des Naturparks von Jandia] einzubinden und so über eine große Fläche zu verfügen, auf dem diverse Religionen Platz finden und wo wir den Verstorbenen unserer Bürger den Ort zur Verfügung stellen, der ihnen gebührt“, erklärte Armas.

„Wir werden uns weiterhin anstrengen, um unsere verschiedenen Versprechen zu erfüllen, die wir eingegangen sind, und bemühen uns, so bald wie möglich den ersten Friedhof für Gläubige des Islam auf Fuerteventura zu haben“, führte Armas weiter aus.

Muslimische Bestattungsriten

Im Islam verzichtet zwar auf einen ausgeprägten Totenkult, die islamischen Friedhöfe sind sehr schlicht, doch der Glaube erfordert einige Riten bei der Bestattung.

Nach dem Tod wird der Verstorbene gewaschen, gesalbt und in ein Leinentuch eingehüllt.

Die Beerdigung erfolgt ohne Sarg. Das Gesicht des Toten blickt dabei nach Mekka zur Kaaba, dem zentralen Heiligtum des Islam.

Die Bestattung soll nach dem islamischen Glauben innerhalb von 24 Stunden nach dem Tod erfolgen, was in manchen europäischen Ländern aufgrund von gesetzlichen Vorschriften nicht möglich ist.

Daher ist es noch immer häufig, dass sich Muslime in ihrem Heimatland bestatten lassen, was natürlich für die Angehörigen mit erheblichen Kosten verbunden ist und auch nur selten innerhalb von 24 Stunden zu bewerkstelligen ist.

43% Ausländer-Anteil in Fuerteventuras südlichster Gemeinde

Wenn der Bürgermeister von Pájara von einer multikulturellen Gesellschaft spricht, dann liegt er damit absolut richtig. Von den 21.014 Einwohnern, die in Pájara gemeldet sind, stammen 8.989 Personen aus dem Ausland. Damit liegt der Ausländeranteil bei 42,78%. (Daten Stand Januar 2022)

Die mit Abstand größte Gruppe der Einwohner ausländischer Herkunft in Pájara stammt aus Deutschland (2.007 bzw. 22,33% der 8.989 Ausländer).

Die zweitgrößte Gruppe stammt aus Marokko (1.707 bzw. 16,76%).

Platz drei belegen die Italiener (592 bzw. 5,78%).

Auf Platz 10 liegt die größte Einwohnergruppe aus Subsahara-Afrika. 253 Menschen aus dem Senegal (2,81%) sind in Pájara ansässig.

Insgesamt leben in Pájara Menschen aus 109 verschiedenen Herkunftsländern.

Wenn man alle Einwohner Pájaras zusammenzählt, die aus hauptsächlich muslimischen Ländern stammen, so dürften rund 2.400 Personen, also zwischen 11 bis 12 Prozent der Gesamtbevölkerung, dem muslimischen Glauben angehören.

Auf dem Kanaren liegt die jährliche Sterberate bei etwa 7,5 Todesfällen pro Tausend Einwohner. Es dürften also in Pájara durchschnittlich rund 18 muslimische Mitbürger pro Jahr versterben.

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4 Kommentare

  1. Ich möchte einen Friedhof nur für Deutsche … dann ist es Rassismus. Wie soll ich das hier bewerten? Gibt es Sonderrechte bei Religionen ? Es könnte einen Bereich geben auf dem Friedhof, wenn man sich unbedingt unterscheiden muss.

  2. Mir stellt sich die Frage: Wie wurde das Begräbnis von Menschen muslimischen Glaubens auf Fuerteventura bisher geregelt bzw wo wurden sie bisher beerdigt?

Antworten

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