Sind 143.000€ nicht genug? Pájara schreibt Reparatur von eigener Weihnachtsdeko für fast 16.000€ aus

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Am 17. Oktober 2022 berichtete die Fuerteventura-Zeitung über die Ausschreibung der Gemeinde Pájara für die Anmietung von Weihnachtsbeleuchtung für rund 143.000€.

Zu diesem Betrag kamen noch rund 16.000€ für die Anmietung eines LKW mit Arbeitsbühne hinzu, wobei der zuständige Gemeinderat jedoch nachträglich aufklärte, dass dieses Fahrzeug nicht wie in der Ausschreibung „unglücklich formuliert“ nur für die Installation und den Abbau der gemieteten Weihnachtsbeleuchtung benötigt werde, sondern auch für die Reparatur der Straßenbeleuchtung und die Pflege der Grünanlagen eingesetzt werden soll.

Insgesamt lässt die die Gemeinde Pájara also die Weihnachtsbeleuchtung des Südens von Fuerteventura bis dato knapp 160.000€ kosten, wobei die kalkulatorischen Lohnkosten der gemeindeeigenen Monteure, sonstige im Zusammenhang mit dem Transport und der Montage anfallenden Kosten und der Stromverbrauch noch gar nicht mitgerechnet sind.

Am 27. Oktober 2022 hat die Gemeinde Pájara nun einen weiteren Vertrag über rund 15.595€ im Zusammenhang mit der Weihnachtsbeleuchtung ausgeschrieben. Aus Zeitgründen erfolgt diese Ausschreibung nicht auf „normalem“ Weg sondern im Verfahren der direkten Einladung.

Gegenstand des Vertrages ist die Reparatur von zwei Weihnachtsdeko-Elementen, die offenbar Eigentum der Gemeinde sind. Eine Weihnachtskugel mit 4 Meter Durchmesser und ein 9 Meter hoher Kegel sollen mit neuen LED-Girlanden und leuchtenden Sternen verkleidet werden. Die Kosten belaufen sich auf 7.850€ für die Kugel und 6.725€ für den Kegel, jeweils zzgl. kanarischer Mehrwertsteuer von 7%, insgesamt also rund 15.595€.

Ein solcher Kegel von 9 Meter war übrigens auch Bestandteil des oben erwähnten Mietvertrages. Für die Anmietung des Kegels für die Dauer von 111 Tagen wurden 13.800€ veranschlagt.

Mit den rund 15.595 Euro für die Reparatur der eigenen Dekoelemente steigen die Gesamtausgaben für die Weihnachtsbeleuchtung im Süden von Fuerteventura also auf über 175.000€

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4 Kommentare

  1. In dieser Sache gebe ich der Meinung von Stefan Meier Recht. Die Lichtdekoration in der Vorweihnachtszeit ist eine kulturelle Tradition und bewegt sich nach meinem Empfinden auf Fuerte in sehr bescheidenen Dimensionen; verglichen mit dem Adventsrummel in Deutschland. Seit Jahren (außer 2020 und 2021) sind ab Anfang Dezember für 2 bis 3 Wochen auf Fuerte, wir fliehen zu dieser Zeit dem deutschen Klima und nicht zuletzt dem ausufernden Adventscommerz in Deutschland.
    Wir empfinden die Adventsdeco auf Fuerte vergleichsweise sehr zurückhaltend, dezent und angenehm; bislang jedenfalls. Ob es sich bei den genannten finanziellen Aufwendungen um der Sache angemessenen Größenordnungen handelt ist für Außenstehende schwerlich zu beurteilen, aber ich bezweifle, dass stattdessen damit in nennenswertem Umfang etwas am desolaten Zustand der Infrastruktur in Costa Calma zu verbessern wäre. Nach meiner Meinung sollten hier (Costa Calma ist reiner Tourismusort; vormals aus der Retorte geschaffen ohne gewachsene Strukturen und für mich dadurch uninteressant) die diversen Hotelkonzerne, die über Jahre gute Gewinne erzielten, mehr Verantwortung für die kommunale Infrastruktur übertragen bekommen, denn die Gemeinde Pajara dürfte hier finanziell überfordert sein…

  2. Ich persönlich finde die Diskussion über die Weihnachtsbeleuchtung hat etwas von Kleinkrämerseele. Mit dem gleichen Argument kann man jedes Theater, jede Konzerthalle, jeden Fußballplatz und jedes öffentliche Schwimmbad dicht machen. Weihnachsbeleuchtung gehört nunmal dazu, erhellt das Herz und bewegt die Leute rauszugehen, sich zu treffen und zu konsumieren. Licht bedeutet Hoffnung in düsteten Zeiten. Wohl nicht mehr für Costa Calma, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Also, immer schön die Reihenfolge einhalten. Erst wird die Straße nicht mehr repariert, dann wird das Wasser abgedreht und alles letztes die Weihnachsbeleuchtung.

  3. Wenn man an der Costa Calma wohnt, kann man sich schon aufregen, wenn man das liest. Vor allem wenn man sich überlegt, was alles zu tun wäre hier. Strassenschäden, Gehwege, Kanaldeckel, Müll allgemein usw. Sprich: man könnte das Geld mit Sicherheit vernünftiger anlegen.

    • Man sollte mal nachsehen ob nicht ein Verwandter oder Freund eines Ratsmitgliedes mit der Reparatur beauftragt wird. In schlechten Zeiten muss man doch für die Familie sorgen.

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