Polizei ermittelt auf Fuerteventura gegen 2 Männer wegen Fang eines bedrohten Meerengels

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Der Engelhai oder auch Meerengel (Squatina squatina) gehört zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Haiarten, die auch vor den Küsten von Fuerteventura heimisch ist, aber leider auch hier immer seltener wird. Deshalb ist er durch nationale und kanarische Gesetze besonders geschützt.

Am 13. Dezember 2022 wurden Beamte der SEPRONA, der Naturschutzeinheit der Guardia Civil, in den sozialen Medien auf ein Video aufmerksam, in den zu sehen war, wie zwei Männer auf Fuerteventura ein Exemplar eines Engelhais angelten und mit „schädlichen Angelmethoden“ an Land holten. Besonders gefährlich für das Leben des unter Artenschutz stehenden Hais war dabei der Einsatz eines sogenannten Gaffs, eines spitzen U-förmig gebogenen Hakens aus Metall.

Auf dem Video war weiterhin zu sehen, wie die Männer an Land mit dem Tier wie mit einer Trophäe für Fotos posierten, anstatt es sofort und so schonend wie möglich wieder freizulassen und so seine Überlebenschancen zu verbessern.

Die Beamten der SEPRONA (Servicio de Protección de la Naturaleza = „Naturschutzdienst“) erkannten in dem Video Indizien für das Vorliegen einer Straftat und ermittelten daher weiter, um die genauen Tatumstände aufzudecken.

Sie fanden heraus, dass das Video am 08. Dezember 2022 an der Küste von Las Salinas im Gemeindegebiet von Antigua auf Fuerteventura gedreht worden war. Außerdem konnten sievier Personen identifizieren, die während der Entstehung der Videoaufnahmen anwesend und in unterschiedlichem Grad an der mutmaßlichen Straftat beteiligt waren.

Die Beamten der SEPRONA vernahmen alle vier identifizierten Personen, wobei sich 2 Männer im Alter von 29 und 66 Jahren als Hauptverdächtige herausstellten, die aktiv am Fang des geschützten Engelhais beteiligt waren.

Die Beamten erstatteten Anzeige und leiteten diese ans Gericht und die Umweltstaatsanwaltschaft in Puerto del Rosario weiter.

Strafmaß bei Straftaten gegen geschützte Arten

Wer eine geschützte Tierart angelt, muss nach Artikel 334 des spanischen Strafgesetzbuchs (código penal) mit einer Haftstrafe von 6 Monaten bis zwei Jahren oder einer Geldstrafe von 8 bis 24 Monaten rechnen.

Wenn es sich um eine Art handelt, die als vom Aussterben bedroht katalogisiert ist, so wie im Fall des Engelhais, ist das Strafmaß in der oberen Hälfte festzulegen.

Natürlich kann es beim Angeln immer passieren, dass eine geschützte Art an den Haken geht. Das allein ist natürlich nicht strafbar. Allerdings muss der Angler in einem solchen Fall alles daran setzen, das Tier so schnell und schonend wie möglich wieder freizulassen und ihm nur den geringst möglichen Schaden zuzufügen. Auf keinen Fall darf der Angler ein Exemplar einer versehentlich gefangenen geschützten Art behalten.

Eine weitere gefährdete und daher geschützte Haiart, die beim Angeln auf Fuerteventura insbesondere nachts an den Haken gehen kann, ist der graue Glatthai (Mustelus mustelus).

Sowohl der Engelhai als auch der graue Glatthai sind für Menschen übrigens völlig ungefährlich.

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