Polizei hebt größte illegale Waffenwerkstatt der Kanaren auf Gran Canaria aus

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Straftaten, bei denen Schusswaffen eingesetzt werden, sind auf Fuerteventura und den übrigen Kanarischen Inseln zum Glück sehr selten. Dennoch gibt es natürlich auch hier illegale Schusswaffen und illegale Händler und Werkstätten, die solche Waffen verkaufen, präparieren bzw. reparieren und auch die Munition dafür liefern.

Auf Gran Canaria hat die Guardia Civil die bisher größte illegale Waffenwerkstatt auf den Kanarischen Inseln ausgehoben, wie Anfang Juli 2024 bekannt gegeben wurde. Der Betreiber der Werkstatt wurde festgenommen.

Der Mann hatte die Werkstatt in der Garage seines Wohnhauses auf einer abgelegenen Finca eingerichtet und verfügte über eine umfangreiche Ausstattung an Werkzeugen und Industriemaschinen. Er bot seinen Kunden die Modifizierung oder Umbau, Reparatur und sogar die Wiederherstellung von unbrauchbar gemachten Waffen an, sodass mit diesen wieder scharfe Munition abgefeuert werden konnte.

Bei der Durchsuchung fanden die Beamten 48 Schusswaffen, rund 13 Kilo Schießpulver und ca. 1.300 Schuss Munition verschiedener Kaliber, darunter 7.62, 6.35 und 9mm.

Darüber hinaus fanden die Beamten diverse essentielle Bauteile von Waffen und drei Schalldämpfer.

Die Ermittlungen kamen ins Rollen, als die Waffeninspektoren der Guardia Civil bei ihren Kontrollen auf den Kanaren immer häufiger nicht genehmigte Modifikationen an Schusswaffen feststellten, darunter z.B. die Veränderung des Kalibers von Flinten.

Die Beamten verfolgten die Wege der illegal manipulierten Waffen und glichen die Ergebnisse ihrer Kontrollen mit Personen mit einschlägigen Vorstrafen oder einschlägigen Fachkenntnissen ab. So führten die Spuren sie bald zu der illegalen Waffenwerkstatt in Las Palmas.

Die Beamten konnten beobachten, dass sich der Finca oft Personen mit Waffenlizenz oder einer gewissen kriminellen Vorgeschichte näherten. Dies legte die Schlussfolgerung nahe, dass an diesem Ort Schusswaffen manipuliert wurden.

Illegale Aktivitäten

Die Waffenwerkstatt verfügte über diverse industrielle Drehmaschinen, Bohrmaschinen und sonstige Werkzeuge, die zur Reparatur, Modifikation oder Wiedernutzbarmachung von Waffen notwendig ist.

Der Tatverdächtige hat soll nicht nur aus dem Verkehr gezogene, unbrauchbare Waffen wieder hergestellt haben, um sie anschließend als illegale Waffen an Dritte verkaufen zu können. Er soll auch Waffen von legalen Waffenbesitzern zur Reparatur angenommen haben, die diese Waffen bei ihm ohne jeglichen Überwachung deponiert haben.

Der Tatverdächtige hatte die erforderlichen Waffenkenntnisse, weil er vorher in einer legalen Waffenhandlung gearbeitet hat.

Die ausgehobene Werkstatt verfügte nicht über die erforderlichen waffenrechtlichen Genehmigungen. Daher hat der Mann sich mutmaßlich mehrerer Straftaten schuldig gemacht, darunter illegaler Waffenbesitz, Besitz illegaler Waffen, sowie die verbotene Lagerung von Waffen, Munition und Sprengstoff.

Außerdem dürften die Tatbestände verschiedener sehr schwerer Ordnungswidrigkeiten erfüllt sein.

Auch für die Besitzer an sich legaler Waffen dürfte es erhebliche Konsequenzen haben, dass sie diese einer illegalen Werkstatt überlassen haben, denn der Inhaber einer Waffenlizenz ist dafür verantwortlich, wie seine Waffen aufbewahrt werden.

Die Beamten haben folglich gegen alle Eigentümer der Waffen einen Anzeige wegen einer schweren Ordnungswidrigkeit geschrieben und Verfahren zum Entzug der Waffenlizenz eingeleitet.

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