Kanarische Regierung macht höhenverstellbare Betten in Hotels zur Pflicht

Höhenverstellbares-Bett

Technische Lösungen, um den Zimmermädchen die Arbeit zu erleichtern, gibt es schon lange. Doch da die Einführung dieser Lösungen erhebliche Investitionen erfordert, müssen die kanarischen Hoteliers durch gesetzliche Regelungen gezwungen werden, für Ergonomie und Arbeitsschutz in die Tasche zu greifen.

Am 15. April 2026 hat das kanarische Parlament die Änderung des Gesetzes 7/1995 vom 6. April 1995 zur Tourismusordnung der Kanaren verabschiedet. Mit dieser Reform wird eine langjährige Forderung der Zimmermädchen, die sich selbst als „Kellys“ bezeichnen, umgesetzt.

Die neue Regelung verpflichtet Hotels zur Einführung von höhenverstellbaren Betten und motorisierten Reinigungswagen. Zudem wird die Abschaffung von nordischen Bettdecken vorgeschrieben. Ziel ist es, die Arbeitsbedingungen in dem zentralen Sektor der kanarischen Wirtschaft zu verbessern.

Stufenweise Umsetzung bis Ende 2033

Der Gesetzestext sieht einen Zeitplan für die schrittweise Umsetzung der Maßnahmen vor, dessen Fristen je nach Art der Unterkunft variieren. Die vollständige Umsetzung muss spätestens bis zum 31. Dezember 2033 erfolgen.

Für Hotels der Kategorien vier und fünf Sterne gilt folgende Staffelung, 25 Prozent der Maßnahmen müssen bis zum 31. Dezember 2027 umgesetzt sein, 45 Prozent bis zum 31. Dezember 2029, 75 Prozent bis zum 31. Dezember 2031 und 100 Prozent schließlich bis zum 31. Dezember 2033.

Für die übrigen Beherbergungsbetriebe, darunter niedrigere Hotelkategorien, Apartmentanlagen sowie Ferienwohnungen, gelten niedrigere Einstiegsvorgaben:10 Prozent bis zum 31. Dezember 2027, 20 Prozent bis zum 31. Dezember 2029, 35 Prozent bis zum 31. Dezember 2031 und ebenfalls die vollständige Umsetzung bis zum 31. Dezember 2033.

Für Ferienwohnungen gilt die Vorschrift, wenn der Eigentümer 5 oder mehr Ferienwohnungen besitzt, oder wenn die Ferienwohnungen zusammen mehr als 20 Schlafplätze auf einem Grundstück haben.

Mit dieser gestaffelten Einführung soll den Betrieben ausreichend Zeit gegeben werden, die notwendigen Anpassungen vorzunehmen, während gleichzeitig die Verbesserung der Arbeitsbedingungen schrittweise vorangetrieben wird.

Mario Cabrera spricht von kollektivem Erfolg

Der Abgeordnete der kanarischen nationalistischen Gruppe CCa, Mario Cabrera González, bezeichnete die Verabschiedung als „kollektiven Erfolg“. In seiner Rede dankte er den anwesenden Zimmermädchen und Kellys dafür, dass sie ihre Forderungen und ihren Kampf über Jahre hinweg eingebracht hätten.

Er betonte, dass diese Anliegen nun endlich im Parlament Gehör gefunden hätten. Cabrera erinnerte auch an jene Beschäftigten, die nicht anwesend waren, aber über Jahre hinweg an Sitzungen und Treffen teilgenommen und ihre Forderungen vorgetragen hätten.

Ebenso hob er die Arbeit von Unterstützern innerhalb der nationalistischen Gruppe hervor, darunter Nereida Calero, Jana González und Cristina Valido. Cabrera erklärte, es handle sich um eine Forderung, die bereits in der vorherigen Legislaturperiode aus der Opposition heraus vertreten worden sei und nun, mit Unterstützung der Regierung, umgesetzt werden konnte.

Verbesserungen für Arbeitsbedingungen

Der Abgeordnete unterstrich den breiten politischen Konsens, der zur Verabschiedung des Gesetzes geführt habe. Ziel sei es, die Arbeitsbedingungen in der Hotellerie nachhaltig zu verbessern.

Zu den Maßnahmen gehören ergonomische und psychosoziale Studien zur Festlegung angemessener Arbeitsbelastungen. Zudem wird die Einhaltung des Tarifvertrags im Gastgewerbe gestärkt, insbesondere hinsichtlich Ruhetagen und Gehaltstabellen.

Auch der Katalog der anerkannten spezifischen Berufskrankheiten wird z.B., über das Karpaltunnelsyndrom hinaus, um die Bursitis (Schleimbeutelentzündung) oder Epicondylitis (Tennisarm oder Golferarm) erweitert. Darüber hinaus sollen die Arbeitsinspektionen verstärkt werden.

Weitere Forderungen bleiben bestehen

Cabrera betonte, dass weitere Schritte notwendig seien. Dazu gehört unter anderem die Forderung nach einem Zugang zur Frühverrentung für Zimmermädchen ab 55 Jahren, da die Tätigkeit mit hoher körperlicher Belastung verbunden ist.

Zugleich verwies er auf die aktuell hohe Auslastung im Tourismussektor. Diese solle genutzt werden, um die Qualität des Reiseziels weiter zu verbessern und die wirtschaftlichen Erträge gerechter zu verteilen.

„Diese Qualität beginnt mit der Verbesserung der Arbeitsbedingungen derjenigen, die den Tourismussektor auf den Kanaren tragen“, erklärte Cabrera.

Er forderte zudem gesetzliche Anpassungen, die den Besonderheiten jeder Insel gerecht werden, wenn das Ziel gleichwertiger Lebensbedingungen auf allen Inseln erreicht werden solle.

Einheit als Ausgangspunkt für weitere Reformen

Abschließend erklärte Cabrera, die Einigkeit bei der Verabschiedung der Gesetzesänderung dürfe nur der Anfang sein. Weitere Verbesserungen bei den Löhnen, eine gerechtere Verteilung des Wohlstands sowie bessere Arbeitsbedingungen und angemessene Arbeitsmittel seien notwendig.

Mit der Reform reagiert das Parlament auf zentrale Forderungen eines Berufsstandes, der im Hintergrund des Tourismus arbeitet, aber maßgeblich zur Qualität des Angebots auf Fuerteventura und den übrigen Kanaren beiträgt.

Balearen als Vorbild

Auf den Balearen wurden ähnliche Vorschriften bereits in 2022 im Tourismusgesetz verankert. Den Unternehmen wurde eine Frist von 6 Jahren für die Einführung der höhenverstellbaren Betten eingeräumt. Die Umstellung muss dort bis Ende 2028 vollzogen sein.

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