Das Personal der Kindergärten der Gemeinde Pájara im Süden von Fuerteventura hat zum zweiten Mal einen unbefristeten Streik angekündigt. Dies gab die Gewerkschaft Intersindical Canaria am 16.04.2026 bekannt. Der Streik soll am 27.04.2026 beginnen. Hintergrund ist das Ausbleiben von Lösungen seitens der Gemeinde Pájara in einem seit längerem andauernden Arbeitskonflikt.
Die Entscheidung zur Wiederaufnahme des Streiks wurde vom Streikkomitee gemeinsam mit der Gewerkschaft getroffen, nachdem festgestellt worden sei, dass zugesagte Verpflichtungen durch die Gemeindeverwaltung nicht eingehalten wurden. Zudem habe es keine wirksamen Fortschritte bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen des Personals gegeben.w
Vereinbarung bislang nicht umgesetzt
Nach Angaben der Gewerkschaft hatten die Beschäftigten nach einer ersten Streikankündigung im September 2025 ihre Mobilisierung ausgesetzt, nachdem eine Einigung mit der Gemeinde erzielt worden war. Diese sah unter anderem die Auflösung der autonomen Organisation der Kindertagesstätten sowie die Eingliederung des Personals in den kommunalen Stellenplan vor.
Diese Vereinbarung, die schriftlich festgehalten und durch ein positiven Gutachten des Gemeindejuristen gestützt wurde, hätte laut Gewerkschaft eine strukturelle Lösung für die bestehende Ungleichheit in arbeitsrechtlicher, organisatorischer und finanzieller Hinsicht bedeutet.
Kritik an Verzögerung und Rückschritten
Monate später habe die Gemeinde Pájara diese Zusagen jedoch nicht umgesetzt. Stattdessen zeige die Gemeinde ein Verhalten des Schweigens, der Verzögerung und ausweichender Antworten auf wiederholte Schreiben. Darüber hinaus kritisiert die Gewerkschaft neue Ansätze der Verwaltung, die als klarer Rückschritt gewertet werden. Dazu zählen insbesondere die Ablehnung einer Angleichung der Gehälter sowie der Versuch, die Verhandlungen auf einen eigenen Tarifvertrag zu verlagern.
Ursachen des Konflikts
Laut Mitteilung liegt der Ursprung des Konflikts in einer langanhaltenden institutionellen Vernachlässigung. Diese äußere sich in Personalmangel, hoher Arbeitsbelastung, Mängeln in der Infrastruktur, interner Unordnung sowie einer ungleichen Anwendung von Arbeitsrechten.
Die Gewerkschaft spricht von Jahren prekärer Bedingungen und betont, dass es sich nicht um ein einzelnes Ereignis handele, sondern um einen historisch gewachsenen Konflikt. Über einen langen Zeitraum habe das Personal versucht, die Situation im Dialog zu lösen, jedoch ohne wirksame Ergebnisse.
Aufruf zur Unterstützung
Abschließend bekräftigt Intersindical Canaria seine Unterstützung für das Streikkomitee und fordert die Gemeinde Pájara auf, die getroffenen Vereinbarungen einzuhalten und eine endgültige Lösung für den Konflikt zu schaffen. Gleichzeitig richtet die Gewerkschaft einen Appell an die Bevölkerung sowie an die Familien der betreuten Kinder, Verständnis für die Mobilisierung zu haben und diese zu unterstützen.
Ziel sei es, würdige Arbeitsbedingungen zu gewährleisten, die sich positiv auf die Qualität des öffentlichen Bildungsangebots auswirken.
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