Gemeinde will Feuchtgebiet Saladar de Bristol im Norden von Fuerteventura unter Schutz stellen

Saladar-Bristol

Die Gemeinde La Oliva will das Feuchtgebiet „Saladar de Bristol“ als „wissenschaftlich bedeutendes Gebiet“ (Sitio de Interés Científico, SIC) ausweisen und somit unter besonderen Schutz zu stellen. Die endgültige Feststellung dieses Schutzstatus liegt in der Zuständigkeit der kanarischen Regierung und erfolgt per Dekret nach vorheriger Stellungnahme des Inselbeirats für geschützte Naturräume (Patronato Insular de Espacios Naturales Protegidos) der Inselregierung von Fuerteventura (Cabildo).

Mit der Initiative soll ein Naturraum geschützt werden, der aufgrund seines ökologischen, wissenschaftlichen und landschaftlichen Wertes als eines der bedeutendsten Küstenökosysteme auf Fuerteventura gilt. Das Gebiet war über Jahrzehnte hinweg einem starken städtebaulichen und ökologischen Druck ausgesetzt und hat dadurch kontinuierlich an Qualität eingebüßt.

Im Süden von Fuerteventura genießt der „Saladar de Jandía“ diesen Schutzstatus bereits seit 1994.

Hohe Artenvielfalt auf engem Raum

Die dem Verfahren beigefügten Fachgutachten unterstreichen die außergewöhnliche Bedeutung des Saladar de Bristol. Demnach wurden dort 69 Pflanzenarten und 89 Vogelarten nachgewiesen. Viele dieser Arten stehen unter Schutz oder gelten als bedroht. Darüber hinaus befinden sich in dem Gebiet Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse, die von der Europäischen Union anerkannt werden.

Besondere Bedeutung besitzt der Saladar de Bristol auch als Rast- und Aufenthaltsgebiet für Zugvögel. Gleichzeitig bietet er Lebensraum für mehrere endemische Arten der Kanaren. Fachleute betrachten das Gebiet deshalb als strategisch wichtigen Baustein für den Erhalt der biologischen Vielfalt auf Fuerteventura.

Bürgermeister sieht Verantwortung für kommende Generationen

Der Bürgermeister von La Oliva, Isaí Blanco, erklärte, der Schutz des Saladar de Bristol sei eine Verantwortung gegenüber dem Naturerbe und gegenüber künftigen Generationen. Es handle sich um einen einzigartigen Naturraum auf den Kanaren, der über viele Jahre hinweg einen stetigen Verfall erlitten habe und nun mit allen verfügbaren Mitteln erhalten werden müsse.

Zugleich betonte Blanco, dass La Oliva einem der wertvollsten Umweltgebiete auf Fuerteventura nicht den Rücken kehren könne. Der Vorschlag zeige, dass Naturschutz auf Grundlage von Konsens, fachlicher Sorgfalt und institutioneller Zusammenarbeit möglich sei.

Konkrete Maßnahmen vorgesehen

Der Gemeinderat für Umwelt, David Fajardo, verwies darauf, dass die wissenschaftlichen Gutachten eindeutig belegten, dass der Saladar de Bristol außergewöhnliche Naturwerte aufweise und damit alle Voraussetzungen für die Einstufung als wissenschaftlich bedeutendes Gebiet erfülle.

Nach Angaben von Fajardo beschränkt sich das Vorhaben nicht auf einen formalen Schutzstatus. Vorgesehen sind vielmehr konkrete Maßnahmen zur ökologischen Wiederherstellung des Gebiets. Dazu zählen die Bekämpfung invasiver Arten, die Regulierung der Zugänge, die Verringerung negativer Umwelteinwirkungen sowie eine dauerhafte wissenschaftliche Überwachung.

Zu den größten Gefährdungen gehören nach den vorliegenden Untersuchungen die fortschreitende Bebauung, illegale Ablagerungen von Abfällen, unkontrollierter Fahrzeug- und Personenverkehr, invasive Tier- und Pflanzenarten sowie Lärm- und Lichtverschmutzung.

Schutz für fast 30 Hektar Naturraum

Der Vorschlag sieht den Schutz einer Fläche von insgesamt 29,49 Hektar vor. Das Gebiet umfasst den Saladar de Bristol, den Charco de Bristol sowie die Punta de Corralejo. Durch die geplante rechtliche Absicherung sollen die langfristige Erhaltung und eine wirksame Verwaltung dieses sensiblen Naturraums gewährleistet werden.

Die Grundlage des Verfahrens bildet das kanarische Gesetz 4/2017 über Bodenordnung und geschützte Naturräume (Ley 4/2017 del Suelo y de los Espacios Naturales Protegidos de Canarias). Dieses Gesetz regelt die Ausweisung von Wissenschaftlich bedeutenden Gebieten für Naturflächen mit besonderen Umweltwerten und geschützten Arten.

Mit der Einleitung des Verfahrens bekräftigt die Gemeinde La Oliva nach eigenen Angaben ihr Engagement für den Schutz der Natur, den Erhalt der biologischen Vielfalt und die Bewahrung des ökologischen Erbes der Gemeinde. Sollte die kanarische Regierung dem Vorschlag zustimmen, könnte eines der ökologisch wertvollsten Küstengebiete auf Fuerteventura künftig unter einem deutlich stärkeren rechtlichen Schutz stehen.

Bestimme den Lohn für unsere Arbeit!

Wenn Du unsere Inhalte nützlich, unterhaltsam oder informativ findest, kannst Du den Lohn für unsere Arbeit selbst bestimmen. Das geht ganz einfach über diesen Link:

c08eff924ae34719bc76a01d3a77f2bf
https://www.fuerteventurazeitung.de/du-bestimmst-den-lohn-fuer-unsere-arbeit/ banner 300x250 Bestimme den Lohn

Weitere Beiträge im Bereich Fuerteventura Nachrichten