Foto: Archiv
Eine Meeresschildkröte (Caretta Caretta) ist am 27. Mai 2026 vor der Küste von La Lajita in der Gemeinde Pájara im Süden von Fuerteventura aus einer gefährlichen Situation gerettet worden. Das Tier war in Seile und weitere Treibgutreste verheddert, die seine Bewegungsfähigkeit erheblich einschränkten.
Der Fund erfolgte gegen 12.00 Uhr im Küstenbereich von La Lajita. Eine Person bemerkte auf dem Rückweg von einer Kajaktour eine weiße Kunststoffkiste, die auf dem Wasser trieb und sich ungewöhnlich bewegte. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass sich darunter eine Meeresschildkröte befand, die sich nicht aus eigener Kraft befreien konnte.
Die Schildkröte war in mehreren Seilen verfangen, die sich unter anderem um eine Flosse gewickelt hatten. Dadurch wurde ihre Beweglichkeit deutlich beeinträchtigt. Das Tier wurde vorsichtig aus dem Wasser geborgen und an den Strand transportiert.
Alarmierung der Fachkräfte
An Land gelang es zwei Helfern, die um die Flosse gewickelten Seile zu durchtrennen und weitere Reste zu entfernen, die die Schildkröte behinderten. Gleichzeitig wurden die zuständigen Spezialisten verständigt, damit das Tier fachgerecht versorgt werden konnte.
Nach der Befreiung blieb die Schildkröte zunächst unter Beobachtung in einem nahegelegenen Haus. Dort warteten die Helfer gemeinsam mit dem Tier auf das Eintreffen eines Teams des Unternehmens Gesplan, das auf den Kanarischen Inseln unter anderem Aufgaben im Bereich Umweltmanagement und Naturschutz übernimmt.
Das Fachpersonal übernahm später die Meeresschildkröte, um ihren Gesundheitszustand zu untersuchen und weitere notwendige Maßnahmen einzuleiten.
Meeresmüll bleibt eine Gefahr für Meerestiere
Der Vorfall verdeutlicht erneut die Gefahren, die von im Meer treibenden Abfällen ausgehen. Seile, Fischereireste, Kunststoffteile und andere Gegenstände stellen insbesondere für Meeresschildkröten eine erhebliche Bedrohung dar. Verfangen sich die Tiere darin, können sie sich häufig nicht mehr frei bewegen, Nahrung aufnehmen oder zum Atmen an die Wasseroberfläche gelangen. Nicht selten führen solche Verstrickungen zu schweren Verletzungen oder zum Tod.
Im vorliegenden Fall handelten die Helfer zum großen Teil richtig, indem sie die Schildkröte zunächst aus ihrer akuten Gefahrenlage befreiten und anschließend umgehend die zuständigen Fachkräfte informierten. Wildtiere sollten nach Möglichkeit immer von spezialisierten Mitarbeitern untersucht werden, da Verletzungen oder gesundheitliche Probleme oft nicht sofort erkennbar sind.
Ungeschulte sollten jedoch niemals selbst Abschnürungen entfernen. Im schlimmsten Fall kann es so zu Infektionen kommen, wenn z.B. die Flosse schon länger abgeschnürt ist und begonnen hat, abzusterben. Wird die Abschnürung dann entfernt, können sich Keime durch die Wiederherstellung des Blutflusses im Körper des Tieres verteilen. Daher sollte man seinem ersten und natürlichem Impuls, das Tier sofort komplett zu befreien, nicht nachgeben.
Wie verhalte ich mich, wenn ich eine Meeresschildkröte in Not finde?
Findet man eine verhedderte Meeresschildkröte, birgt man diese aus dem Wasser und ruft umgehend Hilfe, indem man die Notrufnummer 112 wählt. Keine Sorge vor einer Sprachbarriere, bei der kanarischen Notrufnummer spricht man neben spanisch auch deutsch, englisch, italienisch und französisch. Dort wird erklärt, wie man weiter verfahren soll.
Wie beschrieben, sollte man Abschnürungen nicht selbständig lösen, sondern dieses den Tierärzten überlassen, die das Tier behandeln werden.
Bis zum Eintreffen des Fachpersonals sollte das Tier möglichst in Ruhe im Schatten gehalten werden. Der Panzer kann mit einem nassen Handtuch abgedeckt werden.
Die Rettungsaktion vor La Lajita zeigt deutlich, wie wichtig Aufmerksamkeit auf dem Meer und entlang der Küsten von Fuerteventura ist. Immer wieder werden Meerestiere Abfälle gefährdet. Fachleute weisen deshalb darauf hin, dass Müll ordnungsgemäß entsorgt und verdächtige Funde von verletzten oder verfangenen Meerestieren möglichst rasch den zuständigen Stellen gemeldet werden sollten.
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