RIU präsentiert Projekt zur Renovierung des Hotels Tres Islas im Norden von Fuerteventura

Hotel-RIU-Tres-Islas-Fuerteventura

Das RIU Hotel Tres Islas, eines der beiden umstrittenen RIU-Hotels im öffentlichen Küstenbereich in den Dünen von Corralejo im Norden von Fuerteventura, hat ein Projekt zur „Modernisierung und Umbau“ vorgelegt. Es umfasst unter anderem den Bau von sechs neuen Zimmern im sechsten Stock des Gebäudes.

Die Umweltbehörde von Fuerteventura hat bereits die Unterlagen zur vereinfachten Umweltverträglichkeitsprüfung für das Projekt erhalten. Darin wird festgestellt, dass die Umweltauswirkungen auf die natürliche Umgebung gering ausfallen werden. Für die Umsetzung sind zusätzlich ein Fachgutachten sowie die Baugenehmigung durch die Gemeinde La Oliva erforderlich.

Begründung der Hotelkette

In den eingereichten Unterlagen führt die Hotelkette aus, dass „der aktuelle Zustand des Gebäudes eine kritische technische und energetische Überalterung aufweist“. Zusammen mit der Materialverwitterung aufgrund der Näe zum Meer mache dies eine umfassende Modernisierung notwendig, um strukturelle Sicherheit und die Einhaltung der geltenden Umweltvorschriften zu gewährleisten sowie das Hotelangebot zu verbessern.

Das Projekt wurde vom Architekten Víctor Martín Díaz de Bustamante unterzeichnet und konzentriert sich auf Innenbereiche, repräsentative Zonen, Servicebereiche, Sportanlagen und Pools. Laut Dokumentation erfolgen alle Maßnahmen ausschließlich innerhalb der bestehenden, genehmigten Gebäudestruktur.

Geplante Maßnahmen im Detail

Zu den Zielen der Bauarbeiten gehören die Erneuerung der Klimaanlagen zur Reduzierung des Energieverbrauchs um 30%, die Modernisierung der Innenräume, die Verbesserung des Brandschutzes, Maßnahmen zur Barrierefreiheit sowie die Einführung von Technologien zur Wassereinsparung und Abfallbewirtschaftung.

Konkret vorgesehen sind der Austausch aller Aufzüge und Küchenabzüge, die Erneuerung der Elektroinstallation, die Umgestaltung der Empfangslobby, eine neue Sonnenterrasse im Außenbereich, die umfassende Renovierung eines Pools sowie die Einrichtung eines neuen Fitnessbereichs.

Darüber hinaus sind der Abbau architektonischer Barrieren, die Instandsetzung der Umfassungsmauer, der Austausch des Haupteingangs, die Neuordnung repräsentativer Bereiche sowie ein barrierefreier Wellness- und Spa-Bereich geplant. Hinzu kommen Arbeiten an Fassaden, Sanitäranlagen und Parkplätzen. In den Zimmern sollen unter anderem Innenhöfe angepasst und Badewannen durch Duschen ersetzt werden.

Das Unternehmen betont, dass die Arbeiten ohne Vergrößerung von Volumen, Höhe oder bebauter Fläche erfolgen. Es handle sich ausschließlich um Maßnahmen zur Instandhaltung und Modernisierung, ohne Erhöhung der Bettenzahl oder Änderung der Hotelkategorie.

Hintergrund zu Konzession und Streitfällen

Das Hotel wurde Anfang der 1970er Jahre vom Architekten Miguel Fisac entworfen. Es befindet sich auf einem 40.000 Quadratmeter großen Grundstück mit rund 30.000 Quadratmetern Bruttogeschossfläche, verfügt über sieben Etagen und ein Halbuntergeschoss und ist als Vier-Sterne-Hotel klassifiziert.

Im März 2023 schloss die spanische Zentralregierung ein Verfahren zur Aufhebung der Konzession für die Nutzung des öffentlichen Küstenbereichs ab, die im Jahr 2007 erteilt worden war. Damit wurde grundsätzlich der Weg für einen Abriss eröffnet. Zwei Jahre später lief dieses Verfahren jedoch ohne Umsetzung aus, laut der Organisation Ecologistas en Acción aufgrund von „administrativer Nachlässigkeit“. Die Organisation verlieh dem Hotel in ihrem Jahresbericht 2025 eine ihrer „banderas negras“, „schwarzen Flaggen“.

Die Umweltorganisation forderte in diesem Bericht die Umsetzung des Verfahrens, den Abriss des Hotels und die ökologische Wiederherstellung der Umgebung. Sie bezeichnete es als „inakzeptabel“, dass die Verwaltung die gesetzlichen Fristen habe verstreichen lassen.

Die Konzession gilt bis zum Jahr 2037 und ist nicht verlängerbar. Sie erlaubt ausschließlich Instandhaltungs- und Renovierungsarbeiten. Bei genehmigten Renovierungsarbeiten im Jahr 2007 wurde laut Verwaltung gegen die Bedingungen der Konzession verstoßen, da das Gebäude um fast 3.000 Quadratmeter erweitert wurde. Dazu gehörten unter anderem Sonnenterrassen, Jacuzzis, zusätzliche Zimmer sowie nicht genehmigte Einrichtungen wie Fitnessräume, Friseursalons und Massageräume.

Im Folgejahr verhängte das Ministerium eine Sanktion wegen eines schweren Verstoßes und forderte die Wiederherstellung des ursprünglichen Zustands. Diese Auflage wurde nicht erfüllt. Zwölf Jahre später bestätigte die Verwaltung erneut die Nicht-Legalisierbarkeit der Arbeiten und setzte eine Frist von zwei Monaten, die ebenfalls nicht eingehalten wurde.

Im Juli 2025 wurde bekannt, dass die Hotelkette vier Suiten im obersten Stockwerk abgerissen hat, die Teil der beanstandeten Erweiterungen waren. Nun sollen sechs neue Zimmer entstehen, allerdings im sechsten und nicht im siebten Stock.

Lage im Naturschutzgebiet

Das Grundstück des Hotels liegt in der besonderen Schutzzone Corralejo, „Zona de Especial Conservación de Corralejo“, die Teil des europäischen Netzwerks „Red Natura 2000“ ist. In diesem Gebiet befinden sich Lebensräume von gemeinschaftlichem Interesse, darunter auch prioritäre.

Ergebnis der Umweltbewertung

Im Umweltgutachten erklärt das Unternehmen, es sei „sozial verpflichtet, zur ökologischen Nachhaltigkeit beizutragen“. Es analysiert unter anderem geschützte Arten, mögliche Auswirkungen auf Ökosysteme sowie Emissionen und Abfälle.

Die Bewertung kommt zu dem Schluss, dass die Auswirkungen insgesamt gering seien und mit den Schutzgebieten vereinbar blieben, da die Arbeiten innerhalb der bestehenden Hotelanlage stattfinden. Mögliche negative Effekte wie Lärm und Staub seien zeitlich begrenzt, reversibel und von geringer Intensität.

Auch für geschützte Arten und die Biodiversität werden keine erheblichen Auswirkungen erwartet. Ebenso seien keine kumulativen Effekte zu erwarten, die sich negativ auf Vogelwelt oder Ökosysteme auswirken könnten. Laut Gutachten wird weder die Integrität der Schutzgebiete beeinträchtigt noch die ökologische Kohärenz des Netzwerks „Red Natura 2000“ gestört.

Abschließend stellt das Dokument fest, dass die Umweltauswirkungen gering seien und durch geeignete Maßnahmen weiter minimiert werden könnten. Damit sei das Projekt „modernización y reforma“ mit den geschützten Naturgebieten vereinbar.

Bestimme den Lohn für unsere Arbeit!

Wenn Du unsere Inhalte nützlich, unterhaltsam oder informativ findest, kannst Du den Lohn für unsere Arbeit selbst bestimmen. Das geht ganz einfach über diesen Link:

9409aeea5b9d449d92c722c465e6ac47
https://www.fuerteventurazeitung.de/du-bestimmst-den-lohn-fuer-unsere-arbeit/ banner 300x250 Bestimme den Lohn

Weitere Beiträge im Bereich Fuerteventura Nachrichten