Der Bau des seit Jahren geforderten Fachärztezentrums (Centro de Atención a las Especialidades, CAE) in La Lajita ist einen wichtigen Schritt vorangekommen. Die Generaldirektion für wirtschaftliche Ressourcen des Kanarischen Gesundheitsdienstes (Servicio Canario de la Salud, SCS) hat den Auftrag für die Ausarbeitung des Bauprojekts für 464.911,68 Euro einschließlich IGIC vergeben.
Die Vergabe des Projekts erfolgt rund sechs Monate nach der Ausschreibung erfolgt. Die kanarische Gesundheitsbehörde hatte das Projekt am 9. Dezember 2025 öffentlich ausgeschrieben und damals angekündigt, die Planungsarbeiten möglichst rasch auf den Weg bringen zu wollen.
Langjährige Forderung im Süden von Fuerteventura
Mit dem geplanten Zentrum soll eine der wichtigsten gesundheitspolitischen Forderungen im Süden von Fuerteventura erfüllt werden. Bewohner der Gemeinden Pájara und Tuineje müssen bislang für zahlreiche fachärztliche Untersuchungen, Behandlungen und diagnostische Leistungen regelmäßig nach Puerto del Rosario fahren. Viele Leistungen, die künftig im CAE angeboten werden sollen, werden derzeit überwiegend im Allgemeinen Krankenhaus von Fuerteventura in der Inselhauptstadt erbracht.
Deshalb wird das Projekt von vielen Einwohnern seit Jahren gefordert. Das neue Zentrum soll die medizinische Versorgung im Süden der Insel deutlich verbessern und lange Fahrzeiten für Patienten reduzieren. Die Einrichtung wird häufig als „Krankenhaus des Südens“ bezeichnet, tatsächlich handelt es sich jedoch um ein großes Fachärztezentrum mit umfangreichen ambulanten und teilstationären Leistungen.
Finanzierung bis 2027 gesichert
Nach Angaben des SCS wird die Investition aus dem Haushalt des Kanarischen Gesundheitsdienstes finanziert. Für die Erstellung des Grundprojekts sind im Jahr 2026 insgesamt 185.964,67 Euro vorgesehen. Weitere 278.947,01 Euro werden im Jahr 2027 für die Ausarbeitung des endgültigen Ausführungsprojekts bereitgestellt.
Der Auftrag umfasst neben Architektur und Ingenieurleistungen auch städtebauliche Planungen, Landschaftsgestaltung sowie technische Untersuchungen und Gutachten zur Eignung des Grundstücks.
Die Gemeinde Pájara hatte das Grundstück bereits im Jahr 2023 unentgeltlich zur Verfügung gestellt, um die Realisierung des Projekts zu ermöglichen. Die Übertragung des Geländes war eine wesentliche Voraussetzung für die Ausschreibung der Planungsleistungen.
Gesundheitszentrum mit 16.000 Quadratmetern
Nach dem bereits genehmigten Funktionsplan soll das CAE von La Lajita über eine bebaute Fläche von mindestens 16.000 Quadratmetern verfügen. Damit entsteht eine der größten Gesundheitseinrichtungen auf Fuerteventura außerhalb des Inselkrankenhauses in Puerto del Rosario.
Vorgesehen sind 22 Facharztsprechzimmer, elf Sprechzimmer für Pflegekräfte und Hebammen sowie fünf Behandlungsräume. Hinzu kommen spezialisierte Bereiche für psychische Gesundheit, Frühförderung, Rehabilitation und Schmerztherapie.
Darüber hinaus soll das Zentrum über ein Tageskrankenhaus, eine Hämodialyse-Einheit, ambulante Chirurgie, bildgebende Diagnostik, ein Labor und eine Blutbank verfügen. Geplant ist außerdem die Einbindung der ambulanten häuslichen Krankenbetreuung (Hospitalización a Domicilio, HADO).
Nächster Schritt vor dem Baubeginn
Nach der Veröffentlichung des Vergabebeschlusses am 16. Juni 2026 wird der Kanarische Gesundheitsdienst nun die Vertragsunterzeichnung vornehmen, sobald die gesetzlichen Einspruchsfristen abgelaufen sind. Erst danach kann das beauftragte Unternehmen mit den technischen Planungsarbeiten beginnen.
Bis zum tatsächlichen Baubeginn werden dann noch mehrere Verfahrensschritte erforderlich sein. Mit der nun erfolgten Vergabe der Projektplanung ist jedoch erstmals seit der Ausschreibung im Dezember 2025 ein konkreter Fortschritt bei einem Vorhaben erreicht worden, das für viele Einwohner des Südens von Fuerteventura seit Jahren zu den wichtigsten Infrastrukturprojekten im Gesundheitsbereich zählt. Dennoch werden wir alle wohl noch eine ganze Weile auf den Baubeginn und noch viel länger auf den Betriebsbeginn warten müssen.
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