Die kanarische Regierung hat die drohende Aussetzung der der direkten Fährverbindung zwischen Puerto del Rosario auf Fuerteventura und Cádiz ab dem 30.06.2026 scharf kritisiert. Nach Angaben des Regierungsrats für öffentliche Arbeiten, Wohnungsbau und Mobilität der kanarischen Regierung, Pablo Rodríguez, habe die spanische Zentralregierung es versäumt, rechtzeitig einen neuen Vertrag für die öffentliche Dienstleistungsverpflichtung (Obligación de Servicio Público, OSP) auszuschreiben.
Rodríguez äußerte sich am 09.06.2026 während einer Plenarsitzung des Kanarischen Parlaments auf eine Anfrage der Partido Popular (PP). Dabei erinnerte er daran, dass der Vertrag für die öffentliche Dienstleistungsverpflichtung dieser Fährverbindung ursprünglich bereits am 30.06.2025 ausgelaufen war. Damals sei die Vereinbarung um ein weiteres Jahr verlängert worden, weshalb die Generaldirektion der Handelsmarine (Dirección General de la Marina Mercante) nach Ansicht der kanarischen Regierung vollständig über die Situation informiert gewesen sei.
Nach den Worten des Regierungsrats wäre es der normale Ablauf gewesen, noch vor dem Ende des bereits verlängerten Vertrages eine neue Ausschreibung zu veröffentlichen. Die kanarische Regierung habe das spanische Verkehrsministerium mehrfach schriftlich aufgefordert, rechtzeitig tätig zu werden und die Regionalregierung über die weiteren Schritte zu informieren.
Mehrere Schreiben an das Verkehrsministerium
Pablo Rodríguez erklärte, dass die kanarische Regierung auf informellem Weg erfahren habe, dass die spanische Regierung beabsichtige, einen neuen Vertrag auszuschreiben. Dieser solle eine Laufzeit von zwei Jahren haben und um weitere zwei Jahre verlängert werden können.
Allerdings komme diese Initiative nach Auffassung der kanarischen Regierung zu spät. Selbst wenn die Ausschreibung nun kurzfristig eingeleitet werde, könne die Verbindung zum Ende des laufenden Vertrages am 30.06.2026 nicht ohne Unterbrechung fortgeführt werden.
Nur noch Verbindungen mit Zwischenstopp
Bis ein neuer Vertrag vergeben und die Verbindung wieder aufgenommen werden kann, werden Reisende und Unternehmen auf Fuerteventura nach Angaben von Rodríguez keine direkte Seeverbindung mehr zum spanischen Festland haben. Die einzigen verbleibenden Alternativen seien Verbindungen über andere Kanarische Inseln mit einem Zwischenstopp auf Lanzarote oder Gran Canaria.
Der Regierungsrat bezeichnete diese Situation als einen Wettbewerbsnachteil für Fuerteventura und sprach von einer Benachteiligung der Einwohner der Insel. Insbesondere für den Güterverkehr besitzt die direkte Verbindung nach Cádiz eine wichtige strategische Bedeutung. Über die Route werden regelmäßig Waren, Fahrzeuge und Versorgungsgüter zwischen den Kanaren und dem spanischen Festland transportiert.
Wichtige Verbindung für Wirtschaft und Versorgung
Die Fährlinie zwischen Puerto del Rosario und Cádiz gilt seit Jahren als eine der wichtigsten Seeverbindungen von Fuerteventura zum spanischen Festland. Sie ermöglicht nicht nur den Transport von Passagieren, sondern spielt auch eine zentrale Rolle für die Logistik und Versorgung der Insel.
Mit dem Wegfall der Direktverbindung verlängern sich Transportzeiten und Reisewege. Unternehmen auf Fuerteventura könnten dadurch mit höheren Kosten und längeren Lieferfristen konfrontiert werden. Auch für Reisende bedeutet die notwendige Umleitung über andere Inseln zusätzlichen Zeitaufwand und möglicherweise sogar Kosten für eine notwendige Übernachtung.
Die kanarische Regierung fordert daher von der spanischen Zentralregierung, schnellstmöglich eine dauerhafte Lösung zu schaffen, um die direkte maritime Anbindung Fuerteventuras an Cádiz wiederherzustellen und die Wettbewerbsfähigkeit der Insel zu sichern.
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