13 Lateinersegelboote starten in neuer Liga auf Fuerteventura

Vela-Latina-Fuerteventura

Die Cabildo-Liga von Fuerteventura für Boote mit Lateinersegeln (Liga Cabildo de Fuerteventura de Barquillos de Vela Latina) ist am 29. August 2026 in eine neue Saison gestartet. Insgesamt 13 Boote haben sich für den Wettbewerb angemeldet. Auf dem Programm stehen acht Wettkampftage, die zwischen August und Oktober 2026 in den Gewässern vor Puerto del Rosario ausgetragen werden.

Die offizielle Vorstellung und der Auftakt der Liga fanden am 29. August 2026 im Insel-Wassersportzentrum (Centro Náutico Insular) in Fuerteventuras Hauptstadt statt. Die Veranstaltung wird vollständig von der Inselregierung von Fuerteventura (Cabildo) finanziert.

Acht Boote qualifizieren sich für Kanaren-Meisterschaft

Der erste Wettkampftag fand am 29. August 2026 statt. Der Regattakalender läuft bis zum 17. Oktober 2026. Gesegelt wird in der Bucht von Puerto del Rosario im Bereich zwischen Playa Blanca und Punta Gaviota.

Die Liga bildet den Mittelpunkt der offiziellen Saison der „barquillos“ auf Fuerteventura. Die acht bestplatzierten Boote qualifizieren sich für die Kanaren-Meisterschaft, die ebenfalls in Puerto del Rosario ausgetragen wird.

Der Regierungsrat für Sport im Cabildo von Fuerteventura, Luis González, bedankte sich bei den Anwesenden. „Es ist schön zu sehen, wie der Wettbewerb jedes Jahr wächst. Das ist dem Einsatz der Vereine für einen Sport zu verdanken, der Tradition und Identität der Kanarier und Majoreros ist“, erklärte González.

Sein Dank richtete sich auch an die Gemeinden. Ziel sei es, eine Veranstaltung zu schaffen, „die uns als Insel vereint“, und das traditionelle Lateinersegeln auf Fuerteventura dauerhaft zu stärken.

Zahl der Segler steigt deutlich

Der Präsident des Inselverbands der barquillos (Federación Insular de Barquillos de Vela Latina), Pascual Perdomo, zeigte sich stolz über die steigende Zahl der gemeldeten Boote und wünschte allen Teilnehmern viel Erfolg.

Ana Curbelo, Vizepräsidentin des Kanarischen Verbands für Lateinersegeln (Federación Canaria de Barquillos de Vela Latina), gratulierte dem Inselverband zu den Erfolgen und hob insbesondere hervor, dass die Zahl der Boote über die vergangenen Jahre kontinuierlich gestiegen sei.

Auch der Bürgermeister von Puerto del Rosario, David de Vera, verwies auf die hohe Beteiligung an der stetig wachsenden Inselliga. Er betonte außerdem die finanzielle Unterstützung, die Sportvereine durch die Gemeinde und das Cabildo erhalten.

Die Gemeinderäte für Sport Gleiber Carreño aus La Oliva und José Benito aus Pájara dankten dem Cabildo sowie den beiden Verbänden für deren Arbeit während des gesamten Jahres. An der Auftaktveranstaltung nahmen außerdem Vertreter der Hafenbehörde teil.

Mehr Frauen und Jugendliche beim Lateinersegeln

Die Saison 2026 beginnt in einer Phase deutlichen Wachstums für das traditionelle Lateinersegeln auf Fuerteventura. Die Zahl der Verbandslizenzen ist von 60 auf 105 gestiegen. Besonders deutlich fällt der Zuwachs bei den Frauen aus. Mittlerweile gibt es 25 weibliche Lizenzinhaber. Außerdem nimmt ein ausschließlich mit Frauen besetztes Barquillo teil. Nach Angaben der Veranstalter ist es das einzige Boot dieser Art auf den Kanarischen Inseln.

Auch eine neue Generation von Seglern ist vertreten. Ein Barquillo wird von Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren gesegelt. Die Mannschaft ist amtierender Sieger der Schulmeisterschaften (Juegos Escolares).

Neben neuen Teams nehmen auch Boote mit langer Wettkampftradition teil. Vertreten sind Mannschaften aus Corralejo, Puerto del Rosario und Jandía.

Regatten bis 17. Oktober 2026

Die acht Wettkampftage verteilen sich auf den 29. August, 5., 12. und 26. September sowie 10. und 17. Oktober 2026. An einigen Terminen werden zwei Wettkampfdurchgänge ausgetragen.

Die Regatten finden in der Bucht von Puerto del Rosario statt. Interessierte können die Wettkämpfe außerdem über die Facebook-Seite des Inselverbands der Barquillos im Lateinersegeln von Fuerteventura verfolgen.

Den Höhepunkt der Saison bildet Ende Oktober 2026 die 35. Kanaren-Meisterschaft der Barquillos im Lateinersegeln (XXXV Campeonato de Canarias de Barquillos de Vela Latina). Puerto del Rosario ist Gastgeber der Meisterschaft, bei der die qualifizierten Boote der verschiedenen Kanarischen Inseln gegeneinander antreten.

Segelschule soll Nachwuchs sichern

Die Saison 2026 soll dem traditionellen Lateinersegeln auf Fuerteventura einen weiteren Schub verleihen. Neben der steigenden Teilnehmerzahl setzen die Verantwortlichen vor allem auf die stärkere Einbindung von Jugendlichen und Frauen sowie auf Maßnahmen zur Sicherung des Nachwuchses.

Dazu gehört die Anschaffung eines Barquillos mit Unterstützung des Cabildo. Das Boot soll für die Ausbildung und den Aufbau einer Segelschule eingesetzt werden. Hinzu kommt das Programm „Schulsegler / Schule für Lateinersegeln“ (Velero Escolar / Escuela de Vela Latina). Mit diesem Projekt soll Schülern an den Bildungseinrichtungen auf Fuerteventura die traditionelle Segeldisziplin nähergebracht und damit langfristig der Generationenwechsel gesichert werden.

Vom Fischerboot zum Regattaboot

Die 5-Meter-Barquillos der kanarischen Lateinersegeltradition gehen auf kleine Arbeitsboote zurück, die vor allem für die Küstenfischerei sowie den Transport von Personen und Waren genutzt wurden. Schon früh lieferten sich Fischer mit ihren Booten Wettfahrten, aus diesen sogenannten „Pegas“ entwickelten sich schließlich organisierte Regatten. Auf Fuerteventura etablierte sich das Lateinersegeln als organisierter Sport ab 1991.

Trotz ihrer heutigen Nutzung als Sportgeräte sollen die Barquillos ihre traditionelle Bauweise bewahren. Die 5-Meter-Klasse schreibt einen vollständig aus Holz gebauten Rumpf vor, der sich an der traditionellen Form orientieren muss. Die Rumpflänge liegt zwischen 4,95 und 5,00 Metern, die Innenbreite zwischen 1,62 und 1,65 Metern. Typisch ist der an beiden Enden spitz zulaufende Rumpf mit Kiel.

Angetrieben wird das Boot von einem großen dreieckigen Lateinersegel. Das traditionelle Rigg besteht aus einem Mast und einer langen Spiere, der sogenannten „Palanca“, an der das Segel angeschlagen wird. Damit haben die heutigen Regattaboote wesentliche Merkmale jener Fischerboote bewahrt, aus denen sich der Sport entwickelt hat.

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