Der gestohlene Fischkutter, der seit dem 24. Juli 2026 im Hafen von Gran Tarajal festgemacht war, konnte am 07. August 2026 auslaufen und sich auf die Rückfahrt von Fuerteventura nach Westsahara machen.
Das Fischerboot war nach Angaben der Behörden in den Gewässern der Westsahara gestohlen worden, um für den Schleusentransport von Migranten zu den Kanarischen Inseln eingesetzt zu werden. Das Boot wurde später auf hoher See bei einem gemeinsamen Einsatz der Seenotrettung Salvamento Marítimo, mit dem Rettungsschiff Salvamar Mizar, sowie der Guardia Civil abgefangen und anschließend in den Hafen von Gran Tarajal auf Fuerteventura gebracht.
Ermittlungen der Guardia Civil mussten zunächst abgeschlossen werden
Das Boot blieb anschließend im Hafen von Gran Tarajal liegen, bis die Guardia Civil ihre Ermittlungen abgeschlossen und den Eigentümer in Marokko ausfindig gemacht hatte. Erst danach konnte das offizielle Übergabeprotokoll erstellt werden, das die Rückgabe des Fischkutters ermöglichte.
Danach hatte sich die Rückfahrt, die eigentlich schon am 03. August starten sollte, wegen technischer Probleme und eines Wassereintritts verzögert.
Sowohl der Bürgermeister der Gemeinde Tuineje, David Herrera, als auch der Inseldirektor von der Kanarischen Hafenbehörde, Juan Luis López Alonso, begleiteten den gesamten Vorgang und achteten nach Angaben der Gemeinde darauf, dass die Rückgabe ordnungsgemäß abgewickelt wurde.
Bürgermeister hatte Verlegung des Bootes gefordert
Bereits in einer früheren Mitteilung hatte Bürgermeister David Herrera die Entfernung des Fischkutters aus dem Hafen von Gran Tarajal verlangt. Er verwies auf mögliche Gefahren, die bei einem Sturm aus südlichen Richtungen für die Hafeninfrastruktur entstehen könnten. Gleichzeitig sprach er sich dafür aus, das Boot in den staatlich verwalteten Hafen von Puerto del Rosario zu verlegen. Dieser sei nach seiner Auffassung der geeignetere Ort für die Verwaltung eines solchen Schiffes, da er in die Zuständigkeit der spanischen Zentralverwaltung falle.
Nach Angaben der Gemeinde hatte die Delegation der spanischen Regierung zunächst weder Puertos Canarios noch die Gemeinde Tuineje offiziell darüber informiert, dass der Fischkutter im Hafen von Gran Tarajal festgemacht worden war. Letztlich sei die Situation jedoch durch die Zusammenarbeit der beteiligten Behörden gelöst worden.
Bürgermeister lobt Guardia Civil und kritisiert fehlende Information
David Herrera erklärte, nachdem die Gemeinde ihre Bedenken geäußert und Kontakt zu den zuständigen Stellen aufgenommen habe, habe die Guardia Civil schnell und effizient gehandelt, um die Ermittlungen abzuschließen und die Rückgabe des Bootes an seinen Eigentümer zu ermöglichen.
Gleichzeitig bedauerte der Bürgermeister, dass seine Gemeinde Schauplatz einer der dramatischsten Erscheinungsformen des Menschenschmuggels geworden sei. Positiv sei jedoch, dass es in diesem Fall keine Todesopfer auf See gegeben habe. Nach seinen Angaben erreichten im Jahr 2026 bislang vier gestohlene Fischerboote auf diese Weise die Kanarischen Inseln.
Herrera dankte außerdem Puertos Canarios für die Zusammenarbeit während des gesamten Verfahrens. Zugleich appellierte er an die staatlichen Behörden, die lokalen Verwaltungen künftig von Beginn an offiziell einzubeziehen und einen kontinuierlichen Informationsaustausch sicherzustellen. Die Gemeinden müssten schließlich die unmittelbaren Folgen solcher Ereignisse vor Ort bewältigen.
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