Die Oppositionspartei Partido Popular (PP) der Gemeinde Tuineje hat am 06.08.2026 die sofortige Entfernung des Fischkutters Aali gefordert, der seit dem 24.07.2026 im Hafen von Gran Tarajal im Süden von Fuerteventura festgemacht ist. Nach Angaben der Partei hätte das Schiff bereits vor einigen Tagen aus dem Hafen gebracht werden sollen. Die anhaltende Verzögerung bereite jedoch zunehmend Sorgen.
Die Volkspartei bezeichnet die Situation als besonders ernst. Während sich das Schiff weiterhin im Hafen befindet, sei erforderlich geworden, eindringendes Wasser abzupumpen. Außerdem habe die Hafenbehörde eine Vorwarnstufe wegen einer möglichen Meeresverschmutzung ausgerufen. Nach Auffassung des PP sei das Problem damit nicht länger nur eine theoretische Möglichkeit, sondern stelle inzwischen ein reales Risiko für die Küste und den Hafenbetrieb dar.
Rückführung offenbar durch technische Probleme verzögert
Nach bisherigen Informationen sollte der Eigentümer den Fischkutter bereits nach seiner Ankunft in Gran Tarajal übernehmen und am 04. August 2026 in Richtung seines Heimathafens in Westsahara auslaufen. Tatsächlich war der Eigentümer aus Marokko nach Fuerteventura gereist, nachdem bestätigt worden war, dass das Schiff zuvor von Schleusern gestohlen worden war, die damit Migranten nach Fuerteventura gebracht hatten.
Die Rückfahrt konnte jedoch offenbar nicht wie geplant erfolgen. Mutmaßlich haben die technischen Probleme an Bord sowie eindringendes Wasser die Überführung des Schiffes offensichtlich bisher verhindert. Das notwendige Abpumpen von Wasser im Hafen bestätigt, dass sich der Zustand des Schiffes inzwischen weiter verschlechtert hat.
Esther Hernández erinnert an Umweltkatastrophe von 2018
Die Sprecherin der PP in der Gemeinde Tuineje, Gemeinderätin Esther Hernández, bedauerte, dass eine Angelegenheit, die ursprünglich zügig hätte gelöst werden sollen, inzwischen zu wachsender Besorgnis in der Bevölkerung geführt habe.
„Die Entfernung war vorgesehen, dennoch liegt der Fischkutter weiterhin in unserem Hafen. Wenn zusätzlich Wasser abgepumpt werden musste und eine Vorwarnstufe wegen einer möglichen Meeresverschmutzung ausgerufen wurde, dann ist offensichtlich, dass es sich nicht um eine Kleinigkeit handelt. Gran Tarajal darf wegen der ausbleibenden Reaktion des Staates nicht weiterhin Risiken ausgesetzt werden“, erklärte Hernández.
Der PP erinnert daran, dass die Gemeinde Tuineje im Jahr 2018 nach dem Untergang mehrerer Schuten im Hafen von Gran Tarajal eine der schwersten Umweltkatastrophen ihrer Geschichte erlebt habe. Deshalb müsse jetzt mit größtmöglicher Sorgfalt gehandelt werden, damit sich ein ähnlicher Vorfall nicht wiederhole.
Kritik an Staat und zuständigen Behörden
Nach Auffassung der Volkspartei stellt der weitere Verbleib des Fischkutters am Handelshafen ein unnötiges Risiko dar und offenbare Mängel im Handeln der zuständigen Behörden.
„Wir haben bereits die Folgen mangelnder Voraussicht erlebt, die an unserer Küste tiefe Spuren hinterlassen haben. Wir werden nicht warten, bis ein irreparabler Schaden entsteht. Der Staat muss dieses Schiff unverzüglich entfernen und seine Verantwortung übernehmen“, betonte die PP.
Darüber hinaus fordert die Partei die spanische Regierung auf, Gran Tarajal nicht länger mit Problemen zu belasten, deren Lösung in der Verantwortung anderer Verwaltungen liege.
„Die Einwohner von Tuineje verdienen denselben Respekt wie die Bürger jeder anderen Gemeinde der Kanaren. Unser Hafen darf nicht zu dem Ort werden, an dem sich Probleme ansammeln, deren Lösung von anderen Verwaltungen abhängt“, erklärte der Partido Popular abschließend.
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