Das Umweltbewertungsorgan von Fuerteventura (Órgano de Evaluación Ambiental de Fuerteventura, OAF) hat für das Projekt zur Modernisierung und Sanierung des Hotels RIU Palace Tres Islas einen positiven Umweltverträglichkeitsbericht vorgelegt. Die Behörde kommt zu dem Schluss, dass das Vorhaben keiner ordentlichen Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen werden muss, da es keine erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt habe, sofern sämtliche festgelegten Maßnahmen und Auflagen eingehalten werden.
Der Beschluss des Umweltorgans wurde am 02.07.2026 einstimmig gefasst. Das von RIU Hotels S.A. geplante und von der Gemeinde La Oliva bearbeitete Projekt sieht die Modernisierung des Hotels durch Arbeiten im Gebäudeinneren, in den Gemeinschaftsbereichen, den Servicezonen sowie an Sportanlagen und Schwimmbädern vor.
Arbeiten ausschließlich am bestehenden Gebäude
Nach Angaben des Berichts sollen sämtliche Bauarbeiten ausschließlich an dem bestehenden Gebäude durchgeführt werden, das durch die derzeit gültige Verwaltungskonzession gedeckt ist. Ziel sei die Modernisierung, bauliche Konsolidierung und Verbesserung der Energieeffizienz der gesamten Hotelanlage.
Zu den vorgesehenen Maßnahmen gehören die Erneuerung der Klimaanlagen, der Austausch sämtlicher Aufzüge, die Modernisierung der elektrischen Anlagen, die Sanierung der Hotelzimmer und Schwimmbäder, die Einrichtung eines Fitnessbereichs sowie die Beseitigung architektonischer Barrieren zur Verbesserung der Barrierefreiheit.
Das Umweltorgan hebt ausdrücklich hervor, dass sämtliche Arbeiten ohne Vergrößerung des Bauvolumens, ohne Erhöhung des Gebäudes und ohne zusätzliche Flächenversiegelung erfolgen sollen. Die bestehende Gebäudekubatur werde vollständig eingehalten.
Lage in einem ökologisch sensiblen Bereich
Im Umweltbericht wird festgestellt, dass das Projekt keine neue Inanspruchnahme zusätzlicher Flächen und keine wesentliche Veränderung bislang unberührter Naturflächen vorsieht. Sämtliche Maßnahmen beziehen sich auf bereits vorhandene Anlagen.
Gleichzeitig erinnert die Behörde daran, dass sich das Hotel zwar nicht innerhalb des Naturparks Corralejo (Parque Natural de Corralejo) befindet, jedoch unmittelbar an dessen Grenze liegt. Zudem befindet sich das Gebäude innerhalb des öffentlichen maritimen Küstenbereichs (dominio público marítimo terrestre) und in einem Gebiet mit hoher ökologischer Sensibilität.
Auch hinsichtlich des europäischen Schutzgebietsnetzes Natura 2000 kommt der Bericht zu einem positiven Ergebnis. Bei Einhaltung der vorgesehenen Vorbeugungs-, Schutz- und Überwachungsmaßnahmen seien keine erheblichen Auswirkungen zu erwarten, die die Integrität dieser Schutzgebiete beeinträchtigen könnten.
Vorübergehende Auswirkungen auf die Tierwelt
Nach Einschätzung der Umweltbehörde beschränken sich mögliche Auswirkungen auf die Tierwelt im Wesentlichen auf vorübergehende Störungen während der Bauarbeiten. Die zeitweise Schließung des Hotels ermögliche zugleich eine umfassende Modernisierung der gesamten Anlage.
Positiv bewertet wird außerdem, dass das Projekt Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz, zur Verringerung von Emissionen, zur Optimierung des Wasserverbrauchs sowie zur besseren Abfallbewirtschaftung vorsieht. Deshalb könne die Umweltentscheidung unter bestimmten Bedingungen positiv ausfallen.
Einwände von Umweltverbänden
Zu den von Umweltverbänden eingereichten Einwendungen erklärt der Bericht, dass Fragen der städtebaulichen Rechtmäßigkeit, der Verwaltungskonzession, des öffentlich maritimen Küstenbereichs oder des zulässigen Bauvolumens nicht zum Prüfungsgegenstand des Umweltorgans gehören.
Nach Auswertung aller Fachgutachten und Stellungnahmen kommt die Behörde zu dem Ergebnis, dass keine der eingegangenen Stellungnahmen einer Fortsetzung des Umweltverfahrens entgegensteht.
17 Umweltauflagen vorgeschrieben
Die Entscheidung enthält insgesamt 17 Umweltauflagen. Dazu gehören unter anderem die Begleitung der Bauarbeiten durch einen spezialisierten Fachtechniker, Schutzmaßnahmen für Pflanzen und Tiere, die Verringerung der Lichtverschmutzung, die Umsetzung eines Umweltüberwachungsplans sowie die Berechnung und der Ausgleich des CO₂ Fußabdrucks.
Außerdem stellt die Behörde klar, dass Fragen zum öffentlich maritimen Küstenbereich, zur Verwaltungskonzession und zur städtebaulichen Zulässigkeit weiterhin den zuständigen Behörden vorbehalten bleiben und die erforderlichen Genehmigungen eingeholt werden müssen.
Sechs neue Hotelzimmer im sechsten Stock geplant
Wie bereits berichtet worden war, umfasst das von RIU vorgelegte Projekt neben der umfassenden Modernisierung auch die Schaffung von sechs neuen Hotelzimmern im sechsten Obergeschoss des Gebäudes.
Nach Angaben der Hotelkette weist das Gebäude derzeit eine erhebliche technische und energetische Überalterung auf. Hinzu komme die Materialschädigung durch die ständige Einwirkung salzhaltiger Meeresluft. Eine grundlegende Sanierung sei deshalb notwendig, um die strukturelle Sicherheit des Gebäudes zu gewährleisten, die geltenden Umweltvorschriften einzuhalten und gleichzeitig die Qualität des Hotelangebots zu verbessern.
Das vom Architekten Víctor Martín Díaz de Bustamante unterzeichnete Projekt konzentriert sich auf Innenbereiche, Gemeinschaftsflächen, Servicebereiche, Sporteinrichtungen und Schwimmbäder. Zu den weiteren Maßnahmen gehören ein neuer Außenbereich zum Sonnenbaden, die vollständige Sanierung eines Schwimmbeckens, ein neuer Fitnessbereich, ein barrierefreier Wellness Spa, die Erneuerung der Brandschutzanlagen, wassersparende Technologien, Verbesserungen bei der Abfallbewirtschaftung, die Sanierung von Fassaden, Wasser und Abwasserleitungen, die Reparatur der Grundstücksmauer, die Erneuerung des Haupteingangs, Umgestaltungen der Gemeinschaftsbereiche sowie Anpassungen der Hotelzimmer. Dort sollen unter anderem Badewannen durch Duschen ersetzt und Innenhöfe technisch modernisiert werden.
RIU betont in den Projektunterlagen, dass sämtliche Arbeiten der Instandhaltung und Modernisierung dienen. Weder die Anzahl der Hotelplätze noch die Hotelkategorie sollen erhöht werden. Nach Angaben des Unternehmens werde weder die bebaute Fläche erweitert noch das bestehende Bauvolumen verändert.
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