Die Partido Popular (PP) auf Fuerteventura fordert Sofortmaßnahmen, um den geplanten Abriss eines möglicherweise historisch und ethnografisch wertvollen Hauses in Cueva de la Negra an der Küste von Jandía im Süden von Fuerteventura zu verhindern. Der Abriss des rund 100 Jahre alten Gebäudes ist nach Angaben der Partei für den 26. August 2026 vorgesehen.
Die PP teilte am 21. August 2026 mit, dass sie das Cabildo de Fuerteventura und die Gemeinde Pájara formell aufgefordert habe, sich für eine sofortige Aussetzung des Abrisses und entsprechende vorsorgliche Schutzmaßnahmen einzusetzen.
Letztes Gebäude der ehemaligen Küstensiedlung
Anlass sei die Ankündigung des Abrisses in einem lokalen Medium auf Fuerteventura. Die PP fordert das Cabildo auf, dringend mögliche Maßnahmen zum Schutz des Gebäudes zu prüfen. Vor einem Abriss müssten dessen möglicher denkmalpflegerischer, historischer, ethnografischer und mit der Fischerei verbundener Wert untersucht werden, um einen nicht wiedergutzumachenden Verlust zu verhindern.
Nach Angaben der PP handelt es sich bei dem Gebäude um das letzte noch erhaltene bauliche Zeugnis der ehemaligen Küstensiedlung Cueva de la Negra. In der kleinen Siedlung lebten früher Familien, deren Lebensgrundlage die Fischerei und das Sammeln von Meeresfrüchten im Süden von Fuerteventura bildeten.
Das Haus sei viele Jahrzehnte vor Inkrafttreten des spanischen Küstengesetzes (Ley de Costas) von 1988 errichtet worden. Nach Ansicht der PP dokumentiert es damit eine traditionelle Form der Besiedlung der Küste von Fuerteventura und bildet einen wichtigen Bestandteil der Kulturlandschaft in diesem Gebiet.
PP fordert Verfahren zur Unterschutzstellung
Der Sprecher der PP im Cabildo de Fuerteventura, Claudio Gutiérrez, betonte, der Schutz des kulturellen Erbes dürfe sich nicht auf große und repräsentative Gebäude beschränken. Er müsse auch Zeugnisse des alltäglichen Lebens umfassen, die dazu beitrügen, die Geschichte Fuerteventuras zu erklären.
Gutiérrez fordert deshalb von der Inselregierung die Einleitung eines Verfahrens zur Aufnahme des Gebäudes in den Denkmalkatalog auf Grundlage des kanarischen Kulturerbegesetzes 11/2019 (Ley 11/2019 de Patrimonio Cultural de Canarias). Das Gesetz erfasst unter anderem Güter, die einen historischen, künstlerischen, architektonischen, archäologischen, ethnografischen, landschaftlichen, industriellen, wissenschaftlichen oder technischen Wert besitzen könnten.
„Das Cabildo muss versuchen, alle ihm zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen, um diesen Abriss zu verhindern und vorsorgliche Maßnahmen anzuwenden, solange ein technisches Gutachten erstellt wird, das den Wert des Gebäudes bestimmt“, erklärte Gutiérrez.
Gemeinde Pájara soll alle Möglichkeiten ausschöpfen
Auch die Sprecherin der PP in der Gemeinde Pájara, Miryam de León, fordert ein Eingreifen der zuständigen Institutionen. Dabei gehe es nicht darum, einen Konflikt zwischen den Verwaltungen zu schaffen, sondern eine Entscheidung zu verhindern, die im Fall ihrer Umsetzung irreversible Folgen für das kulturelle und historische Erbe haben könnte.
Die PP fordere deshalb die Gemeinde Pájara auf, alle verfügbaren Möglichkeiten auszuschöpfen, um den Abriss des Gebäudes zu stoppen, erklärte de León.
Darüber hinaus fordert die Partido Popular das Cabildo de Fuerteventura und die Gemeinde Pájara auf, ihre jeweiligen Denkmalkataloge zu aktualisieren. Dadurch sollen traditionelle Bauwerke an der Küste wie das rund 100 Jahre alte Haus in Cueva de la Negra erfasst und geschützt werden können.
Küstenbehörde soll Abriss aussetzen
Nach Auffassung der PP sollen sich Cabildo und Gemeinde außerdem dringend an die Küstenbehörde (Demarcación de Costas) und die Generaldirektion für Küste und Meer (Dirección General de la Costa y el Mar) wenden. Ziel sei es, den Abriss so lange auszusetzen, bis ein vollständiges technisches Gutachten zum möglichen historischen und ethnografischen Wert des Gebäudes vorliegt.
Zusätzlich fordert die Partei eine umfassende Untersuchung aller Gebäude auf Fuerteventura, die einen historischen oder ethnografischen Wert besitzen und vom spanischen Küstengesetz betroffen sein könnten. Damit sollen solche Bauwerke rechtzeitig katalogisiert und gegebenenfalls geschützt werden, um nach Auffassung der PP einen wichtigen Teil des historischen und kulturellen Erbes von Fuerteventura zu bewahren.
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