Vier Rostgänse nach Aufzucht auf Fuerteventura ausgewildert

Rostgans-Freilassung

Das Cabildo von Fuerteventura hat vier Exemplare der Rostgans (Tadorna ferruginea) wieder in die Freiheit entlassen. Die Tiere waren im Wildtierauffangzentrum (Centro de Recuperación de Fauna Silvestre) an der Biologischen Station von La Oliva (Estación Biológica de La Oliva) gepflegt und auf ihre Auswilderung vorbereitet worden.

Die vier Rostgänse waren noch als Küken von Bürgern gefunden und in das Zentrum gebracht worden. Das Cabildo weist darauf hin, dass das Einsammeln scheinbar verlassener Jungtiere ein häufiger Fehler sei.

Jungtiere möglichst nicht anfassen

Nach Angaben der Umweltabteilung befinden des Cabildo sich die Elterntiere in solchen Situationen meist in der Umgebung. Sie beobachten ihren Nachwuchs oder suchen nach Nahrung, auch wenn sie für Menschen gerade nicht sichtbar sind.

Werden Jungtiere aus ihrer natürlichen Umgebung entfernt, erschwert dies ihre spätere Wiederauswilderung erheblich. Ohne die Anleitung ihrer Eltern müssen die Mitarbeiter des Wildtierauffangzentrums versuchen, den Tieren die Fähigkeiten zu vermitteln, die sie für ein selbstständiges Überleben benötigen.

Bei den vier Rostgänsen war deshalb eine langwierige und intensive Betreuung notwendig. Sie mussten bis zum Jugendstadium aufgezogen werden, damit sie die erforderlichen Instinkte und Fähigkeiten entwickeln konnten, um anschließend allein in der Natur zurechtzukommen.

Das Cabildo appelliert deshalb, beim Auffinden eines Wildtieres grundsätzlich nicht selbst einzugreifen. Wer ein verletztes Tier oder Jungtiere in einer möglichen Gefahrensituation entdeckt, sollte die Notrufnummer 112 verständigen. Von dort können die entsprechenden Maßnahmen eingeleitet werden, ohne dass Bürger die Tiere selbst aufnehmen müssen.

Hunderte Wildtiere werden jedes Jahr versorgt

Die Versorgung verletzter Wildtiere ist ein wichtiger Bestandteil des Schutzes der Artenvielfalt auf Fuerteventura. Jedes Jahr werden Hunderte verletzte Tiere im Wildtierauffangzentrum aufgenommen, gepflegt und nach Möglichkeit wieder ausgewildert.

Zu den häufig eingelieferten Vogelarten gehören unter anderem der Gelbschnabel-Sturmtaucher, die Mittelmeermöwe, der Turmfalke und der Papageitaucher.

Die Rostgans steht im Spanischen Katalog der bedrohten Arten (Catálogo Español de Especies Amenazadas) unter besonderem Schutz. Die vermutlich ursprünglich aus Afrika stammende Art brütet in Spanien ausschließlich auf Fuerteventura, Lanzarote und Gran Canaria.

Rostgänse leben unter anderem an Teichen, Stauseen und Wasseransammlungen in Barrancos. Ihre Nester legen sie zwischen Sträuchern und teilweise in einiger Entfernung vom Wasser an.

Cabildo appelliert an Besucher der Natur

Cabildo-Präsidentin Lola García und der Regierungsrat für Umwelt im Cabildo betonen das nach Angaben der Inselverwaltung wachsende Umweltbewusstsein der Bevölkerung. Dieses werde durch Bildungsmaßnahmen und vorbeugende Aktionen weiter gestärkt.

Das Cabildo erinnert zugleich daran, bestehende Hinweisschilder zu beachten und ausschließlich die dafür vorgesehenen Wege zu benutzen. Besonders wichtig ist dies in Brutgebieten und während der Fortpflanzungszeit.

Durch die Einhaltung dieser Regeln entstehen ruhigere und sicherere Bereiche für geschützte Arten. Gleichzeitig werden empfindliche Lebensräume geschützt und Störungen von Arten reduziert, die am Boden oder an schwer zugänglichen Stellen brüten.

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