Die Inselregierung von Fuerteventura (Cabildo) und Vertreter des spanischen Stromnetzbetreibers Red Eléctrica haben sich zu einem Arbeitstreffen über den geplanten Rückbau der alten 66-Kilovolt-Hochspannungsleitung zwischen Corralejo und Matas Blancas getroffen. Dabei wurden die nächsten Schritte zur Entfernung der Leitung sowie die technischen und Umweltschutzanforderungen an die Arbeiten besprochen.
An dem Treffen nahmen die Präsidentin des Cabildo, Lola García, die Regierungsrätin für Raumordnung im Cabildo, Nereida Calero, sowie der Direktor für Infrastruktur auf den Kanarischen Inseln bei Red Eléctrica (REE), Daniel Pérez Varela, teil. Ebenfalls vertreten waren die Beauftragte der Muttergesellschaft von REE, Redeia, auf den Kanarischen Inseln, Ainara Irigoyen, und der Projektleiter für den Rückbau, Pablo García Celáa.
Größter Rückbau einer Stromleitung auf den Kanarischen Inseln
Nach Angaben von Cabildo-Präsidentin Lola García handelt es sich um den umfangreichsten Rückbau einer Stromleitung, der jemals auf den Kanarischen Inseln durchgeführt wurde.
Da Red Eléctrica die Arbeiten bereits vergeben hat, sei es wichtig, die weiteren Schritte zwischen den beteiligten Verwaltungen und dem Unternehmen abzustimmen. Dabei müsse sichergestellt werden, dass die Entfernung der Leitung mit größtmöglicher Rücksicht auf die Umwelt erfolge.
García betonte außerdem die Bereitschaft des Cabildo, eng mit den zuständigen Behörden und Gemeinden zusammenzuarbeiten. Ziel sei es, die erforderlichen Genehmigungen möglichst schnell zu erteilen und damit die Voraussetzungen für einen planmäßigen Rückbau zu schaffen.
Die Regierungsrätin für Raumordnung im Cabildo, Nereida Calero, hob insbesondere die Bedeutung der Wiederherstellung der betroffenen Flächen hervor. Es gehe nicht nur darum, die Auswirkungen der Stromleitung auf das Landschaftsbild, die Artenvielfalt und die natürlichen Ressourcen zu beseitigen. Vor allem sollten die betroffenen Grundstückseigentümer nach langer Wartezeit ihre Flächen wieder uneingeschränkt nutzen können.
Rückbau soll Anfang 2027 beginnen und 18 Monate dauern
Wie die Vertreter von Red Eléctrica bei dem Treffen mitteilten, soll der Rückbau der 66-Kilovolt-Leitung zwischen Corralejo und Matas Blancas Anfang 2027 beginnen. Das Verwaltungsverfahren zur Genehmigung der Stilllegung und Demontage der Leitung ist bereits abgeschlossen.
Für die Durchführung der Arbeiten ist eine Dauer von 18 Monaten vorgesehen. Betroffen sind verschiedene Gebiete in den fünf Gemeinden La Oliva, Puerto del Rosario, Antigua, Tuineje und Pájara.
Vor Beginn der Arbeiten will Red Eléctrica gemeinsam mit dem Cabildo und den weiteren zuständigen Verwaltungen die betroffenen Grundstückseigentümer informieren.
Insgesamt 352 Strommasten müssen entfernt werden
Der Auftrag für den Rückbau der Hochspannungsleitung wurde bereits vergeben. Zu den wichtigsten Arbeiten gehört die vollständige Entfernung von insgesamt 352 Strommasten einschließlich der zugehörigen Leitungen und sonstigen technischen Einrichtungen.
Zunächst müssen die elektrischen Leitungs- und Erdungsseile entspannt und anschließend abgenommen werden. Danach werden die Mastkonstruktionen demontiert.
Auch die Isolatorketten und weitere Bestandteile der Leitungsanlage werden abgebaut und abtransportiert. Darüber hinaus ist vorgesehen, die Fundamente der Strommasten zu beseitigen und überschüssiges Baumaterial zu entfernen. Sofern noch vorhanden, sollen auch die Fundamente früherer Maststandorte zurückgebaut werden.
Umweltschutz und Wiederherstellung der Landschaft
Die Demontage soll unter Einhaltung verschiedener vorbeugender und korrigierender Umweltschutzmaßnahmen erfolgen. Damit sollen die Auswirkungen der Arbeiten auf die betroffenen Gebiete so gering wie möglich gehalten werden.
Ein wesentliches Ziel ist es, die beanspruchten Grundstücke nach Abschluss der Arbeiten wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen.
Dabei müssen die jeweiligen ökologischen und bautechnischen Besonderheiten der einzelnen Streckenabschnitte berücksichtigt werden. Diese Anforderungen bestimmen maßgeblich, wie der Rückbau in den verschiedenen Gebieten durchgeführt werden kann.
Mit der Entfernung der alten Hochspannungsleitung soll nicht nur eine seit langer Zeit bestehende Beeinträchtigung des Landschaftsbildes beseitigt werden. Auch die bisher durch Strommasten und Leitungen beanspruchten Grundstücke sollen ihren Eigentümern wieder zur Verfügung stehen.
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