Fuerteventura kritisiert gescheiterte Ausschreibung für direkte Fährverbindung zum Festland

Fährverbindung-Cádiz–Fuerteventura-gestrichen

Die sehnlichst erhoffte direkte Fährverbindung zwischen Fuerteventura und dem spanischen Festland kommt vorerst nicht zustande. Wie die Fuerteventura-Zeitung bereits berichtet hat, ist die entsprechende Ausschreibung des spanischen Verkehrsministeriums für den Betrieb der verpflichtenden Schiffsverbindung zwischen den Kanarischen Inseln und dem Festland gescheitert. Innerhalb der vorgesehenen Frist hatte keine einzige Reederei ein Angebot abgegeben. Der ausgeschriebene Vertrag hatte ein jährliches Volumen von drei Millionen Euro.

Die Präsidentin des Cabildo von Fuerteventura, Lola García, bezeichnete das Scheitern der Ausschreibung am 27. Oktober 2026 als schweren Rückschlag. Auch die Volkspartei (Partido Popular, PP) auf Fuerteventura kritisierte die Entwicklung und warf der sozialistischen PSOE vor, mit einer unzureichenden Übergangslösung falsche Hoffnungen geweckt zu haben.

Cabildo-Präsidentin fordert erneute Ausschreibung

Lola García erklärte, dass das Cabildo bislang keine offizielle Mitteilung des Verkehrsministeriums erhalten habe. Dies sei besonders bedauerlich, da ein Anlegen auf Fuerteventura in der ausgeschriebenen Schiffsverbindung zwingend vorgesehen war.

Nun müsse das Ministerium die Ausschreibungsunterlagen überprüfen, die Gründe für das Ausbleiben von Angeboten feststellen und das Verfahren mit allen erforderlichen Garantien erneut einleiten.

García räumte ein, dass das Scheitern der Ausschreibung einen schweren Rückschlag darstelle, da sich dadurch die Wiederaufnahme einer für Fuerteventura grundlegenden Schiffsverbindung von öffentlichem Interesse erheblich verzögere.

„Unter keinen Umständen und mit keiner Begründung darf Fuerteventura ohne Schiffsverbindung zum Festland bleiben“, betonte die Cabildo-Präsidentin.

Die Insel werde aufmerksam verfolgen, ob die vertragliche Vergabe der Verbindung tatsächlich umgesetzt werde.

Gemeinsame Forderung nach verbindlicher Anbindung

Bereits im Juli 2026 hatten sich das Cabildo von Fuerteventura, die sechs Gemeinden der Insel und die Handelskammer (Cámara de Comercio) zusammengeschlossen, um gemeinsam eine dauerhafte Schiffsanbindung an das spanische Festland zu fordern.

Ziel dieser gemeinsamen Initiative war es, den Anlaufhafen auf Fuerteventura als Verbindung von allgemeinem Interesse festlegen zu lassen. Damit sollte verhindert werden, dass Fuerteventura bei der Bedienung der Schiffsroute lediglich als optionaler Zwischenstopp behandelt wird.

Die Initiative war eine Reaktion auf die Einstellung der direkten Schiffsverbindung zwischen Fuerteventura und dem Festland.

PP bezeichnet gescheiterte Ausschreibung als Flickschusterei

Die Volkspartei auf Fuerteventura sieht sich durch das Scheitern der Ausschreibung in ihrer bisherigen Kritik bestätigt.

Nach Angaben der PP seien die im Leistungsverzeichnis festgelegten Bedingungen und Anforderungen für die Reedereien wirtschaftlich nicht tragfähig oder ausreichend attraktiv gewesen. Deshalb habe sich kein einziger Betreiber um den Auftrag beworben.

Die Partei erklärte, sie habe bereits seit Monaten davor gewarnt, dass der von der PSOE groß angekündigte Vertrag keine dauerhafte Lösung darstelle.

Auch die Präsidentin des Cabildo habe die Ausschreibung zuvor in einer offiziellen Mitteilung als Erfolg gefeiert. Tatsächlich habe es sich nach Ansicht der PP lediglich um eine provisorische Flickschusterei gehandelt, mit der positive Schlagzeilen erzeugt werden sollten.

Besonders kritisiert die Volkspartei die vorgesehene Vertragslaufzeit von nur einem Jahr. Selbst bei einer erfolgreichen Ausschreibung hätte Fuerteventura nach zwölf Monaten erneut vor der Gefahr gestanden, seine direkte Schiffsverbindung zum Festland zu verlieren.

PP fordert öffentliche Dienstleistungsverpflichtung

Nach Auffassung der PP kann nur die formelle Einstufung der Schiffsverbindung als öffentliche Dienstleistungsverpflichtung (Obligación de Servicio Público, OSP) eine langfristige Lösung mit ausreichender Rechtssicherheit gewährleisten.

Eine solche Regelung aus Gründen des Allgemeininteresses soll verhindern, dass die Insel bei jedem Auslaufen eines befristeten Vertrags oder einer zeitlich begrenzten Konzession erneut ohne direkte Verbindung zum Festland dasteht.

Die Partei verweist dabei auf die wirtschaftlichen Folgen der fehlenden Anbindung. Ohne direkte Schiffsverbindung werde die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf Fuerteventura beeinträchtigt, der Transport von Waren verteuert und damit auch der tägliche Einkauf für die Bevölkerung kostspieliger.

Hinzu komme die Benachteiligung durch die sogenannte doppelte Insellage (doble insularidad). Passagiere und Fracht müssten über andere Kanarische Inseln transportiert werden, was zusätzliche Umstiege und Umladungen erforderlich mache.

Kritik an PSOE und Senatorin für Fuerteventura

Die Volkspartei verbindet ihre Forderungen mit deutlicher Kritik an der sozialistischen PSOE und deren amtierender Senatorin für Fuerteventura.

Während der acht Jahre sozialistischer Regierungsführung habe die Senatorin nach Auffassung der PP bei den wichtigsten Problemen der Insel gefehlt und die Interessen der Bevölkerung nicht ausreichend vertreten.

Die PP setzt dagegen auf ihre Kandidatin für den Senat, Esther Hernández, die Fuerteventura wieder eine starke Stimme in der zweiten Kammer des spanischen Parlaments geben solle.

Dabei gehe es nicht nur um die Schiffsverbindung mit Cádiz, sondern auch um das Küstengesetz, die Verstärkung der Sicherheitskräfte, die Abkommen zu, Straßenbauan und insbesondere den Zugang zu Wohnraum.

Mit Blick auf die vorgezogenen Wahlen am 29. November 2026 fordert die Volkspartei einen politischen Wechsel sowohl auf Fuerteventura als auch auf gesamtspanischer Ebene.

Während die Cabildo-Präsidentin Lola García vor allem eine zügige Überarbeitung und Wiederholung der gescheiterten Ausschreibung verlangt, hält die PP eine grundlegend andere rechtliche Absicherung der Verbindung für notwendig. Beide Seiten stimmen jedoch darin überein, dass Fuerteventura eine verlässliche direkte Schiffsanbindung an das spanische Festland benötigt.

Offen bleibt nach dem Scheitern der Ausschreibung, wann das Verkehrsministerium ein neues Vergabeverfahren einleiten wird und unter welchen Bedingungen sich Reedereien künftig um den Betrieb der Verbindung bewerben können.

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