Grundsätzlich ist es auf Fuerteventura verboten, Hunde mit an den Strand zu nehmen. Von der Möglichkeit, Hundestrände offiziell auszuweisen, machen die Gemeinde auf Fuerteventura kaum Gebrauch. So gibt es z.B. in der Gemeinde Pájara im Süden von Fuerteventura gar keinen Hundestrand, was von Hundehaltern oft kritisiert wird.
Die Gemeindepolizei von La Oliva (Policía Local) hat auf die Existenz eines ausgewiesenen Hundestrandes in der Zone Bristol in Corralejo im Norden von Fuerteventura hingewiesen. In einer Mitteilung in den sozialen Netzwerken erinnert sie daran, dass dieser Strandabschnitt ausdrücklich für Hunde freigegeben und entsprechend ausgeschildert ist. Gleichzeitig macht die Polizei auf die Regeln aufmerksam, die bei der Nutzung einzuhalten sind.
Die Mitteilung stößt allerdings nicht bei allen Hundehaltern auf Begeisterung. In den Kommentaren kritisieren mehrere Nutzer den Zustand und die Beschaffenheit des ausgewiesenen Strandabschnitts.
Vier Regeln für den Hundestrand in Bristol
Auf einem Schild am Strand sind die wichtigsten Verhaltensregeln auf Spanisch und Englisch aufgeführt.
Hunde, die sich nicht zuverlässig kontrollieren lassen, dürfen nicht ohne Leine laufen. Außerdem müssen Halter ihre Tiere beaufsichtigen und darauf achten, dass sie andere Strandbesucher nicht belästigen. Für Schäden, die ihre Hunde verursachen, müssen die Halter die Verantwortung übernehmen. Schließlich sind die Hinterlassenschaften der Tiere zu beseitigen.
Die Gemeindepolizei weist außerdem darauf hin, dass Hunde nicht grundsätzlich an allen Stränden der Gemeinde La Oliva erlaubt sind. Wer mit seinem Vierbeiner an den Strand möchte, sollte sich deshalb vorher informieren, ob Tiere dort zugelassen sind.
Hundehalter kritisieren Steine und mangelnde Sauberkeit
Die Veröffentlichung der Polizei löste in den sozialen Netzwerken kritische Reaktionen aus.
Eine Nutzerin bemängelt die geringe Größe des ausgewiesenen Bereichs und die vielen Steine. Sie fragt, ob die Verantwortlichen tatsächlich glaubten, dass ihr Hund an einem solchen Ort Freude habe.
Eine andere Kommentatorin geht noch weiter. Sie beschreibt den Strand als felsig und weist darauf hin, dass sich Hunde beim Laufen an den Pfoten verletzen könnten.
Außerdem erhebt sie Vorwürfe hinsichtlich der Sauberkeit und Sicherheit des Strandabschnitts. Nach ihrer Darstellung würden Menschen den Bereich als Toilette benutzen, dort Drogen konsumieren und entsprechende Rückstände, Spritzen sowie Essensreste hinterlassen. Diese könnten für Hunde gefährlich werden, wenn sie sie verschlucken oder sich daran vergiften.
Die Nutzerin fordert deshalb, dass die Polizei nicht nur die Einhaltung der Regeln durch Hundehalter kontrolliert, sondern auch gegen andere Formen der Verschmutzung und rücksichtsloses Verhalten vorgeht.
Besonders kritisch sieht sie die aus ihrer Sicht unzureichende tierärztliche Notfallversorgung auf Fuerteventura außerhalb der regulären Öffnungszeiten. Sollte ein Hund durch gefährliche Abfälle am Strand zu Schaden kommen, könne dies ihrer Befürchtung nach schwerwiegende Folgen haben.
Ein weiterer Nutzer fordert, dass auch an den Stränden von El Cotillo entsprechende Bereiche für Hunde eingerichtet werden.
Zwischen Hundeverbot und hundefreundlichem Strand
Die Diskussion verdeutlicht ein grundsätzliches Problem: Die Ausweisung eines Strandabschnitts für Hunde allein bedeutet noch nicht, dass dieser auch für die Tiere und ihre Halter attraktiv und sicher ist.
Während die Gemeindepolizei vor allem an die Pflichten der Hundehalter erinnert, wünschen sich die Kommentatoren offenbar besser geeignete Flächen, mehr Sauberkeit und eine stärkere Kontrolle des Verhaltens aller Strandnutzer.
Ob die Gemeinde La Oliva Verbesserungen am Hundestrand in Bristol oder weitere Hundestrände, beispielsweise in El Cotillo, plant, geht aus der Mitteilung der Polizei nicht hervor.
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