Fuerteventura startet Schutzkampagne für junge Gelbschnabel-Sturmtaucher

Gelbschnabel-Sturmtaucher-Jungvogel-Fuerteventura

Die Inselregierung von Fuerteventura (Cabildo) hat am 09.10.2026 den Start der jährlichen Schutz- und Rettungskampagne für den Atlantischen Gelbschnabel-Sturmtaucher (Calonectris borealis) bekanntgegeben. Die Kampagne läuft von Oktober bis Ende November 2026. In dieser Zeit verlassen die Jungvögel ihre Nester und unternehmen ihre ersten nächtlichen Flüge in Richtung Meer. Besonders künstliche Lichtquellen stellen dabei eine erhebliche Gefahr dar.

Der Gelbschnabel-Sturmtaucher ist ein geschützter Seevogel, der den größten Teil seines Lebens auf dem offenen Meer verbringt und nur zur Fortpflanzung an Land kommt. Bei ihren ersten Flügen können sich die Jungvögel durch künstliche Beleuchtung verirren und vom Kurs in Richtung Ozean abkommen. Dadurch steigt das Risiko, mit Gebäuden und anderen Hindernissen zusammenzustoßen oder am Boden Katzen oder Hunden zum Opfer zu fallen.

Der Regierungsrat für Umwelt im Cabildo von Fuerteventura, Carlos Rodríguez, betont, dass die Zusammenarbeit mit der Bevölkerung entscheidend sei, damit möglichst viele Jungvögel diese besonders gefährliche Phase ihres Lebens überstehen.

In 2025 wurden 146 Sturmtaucher während der Schutzkampagne eingesammelt

Während der Schutzkampagne 2025 wurden auf Fuerteventura insgesamt 146 Gelbschnabel-Sturmtaucher eingesammelt. Davon konnten 89,04 Prozent erfolgreich versorgt und anschließend wieder freigelassen werden.

Die meisten Meldungen kamen aus der Gemeinde La Oliva. Dieser Schwerpunkt setzt sich auch 2026 fort. Nach Angaben des Cabildo stammten 61,6 Prozent der bisher in 2026 eingesammelten Vögel aus La Oliva. Im Jahr 2025 hatte der Anteil noch bei 43,41 Prozent gelegen.

An zweiter Stelle stand Puerto del Rosario mit einem Anteil von 18,5 Prozent der Meldungen.

Das Umweltressort des Cabildo ruft deshalb sowohl die öffentlichen Verwaltungen als auch die Bevölkerung zur Mitarbeit auf, damit orientierungslose Tiere möglichst schnell gefunden und versorgt werden können.

Was tun, wenn man einen Sturmtaucher findet?

Wer einen Gelbschnabel-Sturmtaucher findet, sollte das Tier keinesfalls eigenständig freilassen, selbst wenn es äußerlich unverletzt erscheint. Vor einer Freilassung muss der Vogel tierärztlich untersucht werden.

Das Cabildo empfiehlt folgende Vorgehensweise:

  1. Den Vogel vorsichtig aufnehmen und dabei besonders auf seinen Schnabel achten. Ein Handtuch, Sweatshirt oder ähnliches Kleidungsstück erleichtert den sicheren Umgang mit dem Tier.
  2. Den Vogel in einen Karton mit ausreichender Belüftung setzen und diesen verschließen.
  3. Den Karton an einem ruhigen, kühlen und schattigen Ort aufbewahren, bis der zuständige Tierrettungsdienst eintrifft.
  4. Dem Tier weder Futter noch Wasser geben.
  5. Den Fund unverzüglich über die Notrufnummer 112 melden.

Als weitere Anlaufstellen nennt das Cabildo die Biologische Station von La Oliva (Estación Biológica de La Oliva), die Guardia Civil, die Gemeindepolizei (Policía Local), die Feuerwehr, den Zivilschutz (Protección Civil), das Rote Kreuz (Cruz Roja) sowie das Cabildo selbst.

Wichtig ist außerdem, den genauen Fundort auf dem Karton zu notieren. Diese Information hilft sowohl bei der späteren Freilassung als auch bei der Auswertung der Schutzkampagne.

Auch der Fund eines toten Sturmtauchers sollte gemeldet werden. So können die zuständigen Stellen den Kadaver entfernen und mögliche Gefahrenstellen erkennen, an denen besonders viele Vögel verunglücken.

Weniger künstliches Licht soll Jungvögel schützen

Ein zentraler Bestandteil der Schutzkampagne ist die Verringerung der Lichtverschmutzung während der Monate Oktober und November 2026.

Das Umweltressort des Cabildo fordert insbesondere öffentliche Verwaltungen und Hotelbetriebe dazu auf, nicht unbedingt notwendige Außenbeleuchtung möglichst weitgehend abzuschalten.

Auch Privatpersonen sollen Außenleuchten ausschalten, wenn diese nicht aus Sicherheitsgründen erforderlich sind. Wo ein vollständiges Abschalten nicht möglich ist, sollte zumindest die Lichtintensität reduziert werden.

Besonders wichtig ist diese Maßnahme in Küstennähe und in Gebieten, über die viele Jungvögel auf ihrem Weg zum Meer fliegen.

Nach Angaben des Cabildo können bereits solche einfachen Maßnahmen einen wichtigen Beitrag zum Überleben der geschützten Seevögel leisten. Gleichzeitig verbessert die schnelle Meldung und fachgerechte Versorgung orientierungsloser Sturmtaucher deren Chancen, sich zu erholen und anschließend erfolgreich in die Freiheit zurückzukehren.

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