Die kanarische Regierung, dir Inselregierung von Fuerteventura (Cabildo), die Gemeinden, die Gemeindepolizeien sowie die Guardia Civil wollen bei Überwachung und Schutz des Territoriums auf Fuerteventura intensiver zusammenarbeiten. Hintergrund ist die in den vergangenen Jahren deutlich gestiegene Zahl möglicher Verstöße gegen Bau-, Boden- und Umweltvorschriften, die bei Kontrollen aufgefallen sind.
Bei einem Treffen am 1. Oktober 2026 im Cabildo von Fuerteventura tauschten sich die beteiligten Verwaltungen und Gemeinden über Maßnahmen insbesondere auf nicht bebaubarem beziehungsweise ländlichem Boden aus. Ziel ist es, mögliche Verstöße aufzudecken, entsprechende Verfahren einzuleiten und rechtswidrige Zustände zu beseitigen.
Vorgestellt wurden dabei auch die Ergebnisse einer großangelegten Kontrollaktion vom 15. September 2026, die gleichzeitig in vier Gemeinden auf Fuerteventura durchgeführt wurde.
Zahl der Verfahren hat sich mehr als verdoppelt
Die Daten der Kanarischen Agentur für den Schutz der natürlichen Umwelt (Agencia Canaria de Protección del Medio Natural) zeigen einen deutlichen Anstieg der Kontrolltätigkeit. Zwischen 2023 und 2026 wurden auf Fuerteventura insgesamt 649 Vorgänge untersucht.
Im Jahr 2023 waren es 120, im Jahr 2024 insgesamt 110 und im Jahr 2025 bereits 160. Im Jahr 2026 stieg die Zahl auf 259. Damit entfallen rund 40 Prozent aller in diesem Zeitraum untersuchten Vorgänge allein auf das Jahr 2026.
Cabildo-Präsidentin Lola García erklärte, das Territorium sei „einer der wichtigsten Werte“ Fuerteventuras. Sein Schutz sei eine gemeinsame Verantwortung. Sie dankte der kanarischen Regierung, der Umweltagentur, den Gemeinden, den Gemeindepolizeien und der Guardia Civil sowie den Technikern und Umweltbeamten des Cabildos für die Zusammenarbeit.
Nach Ansicht von García könne keine Verwaltung allein eine Situation bewältigen, die die gesamte Insel betreffe. Deshalb müssten Zuständigkeiten, personelle und technische Mittel sowie Fachwissen gebündelt werden. „Angesichts eines Drucks, der eine ständige Überwachung erfordert, arbeiten die Verwaltungen zusammen“, erklärte García.
Container, Fertighäuser und Bauten ohne Genehmigung
Der Regierungsrat für Raumordnung, territorialen Zusammenhalt und Wasser in der kanarischen Regierung, Manuel Miranda, erläuterte, welche Arten von Verstößen besonders häufig Gegenstand der Verfahren sind.
Installationen, Container, Erdarbeiten beziehungsweise Planierungen, Einfriedungen und Fertighäuser machen 35,7 Prozent der untersuchten Vorgänge aus. Nicht genehmigte Bauarbeiten, Erweiterungen, Wohngebäude und andere bauliche Anlagen kommen auf weitere 30 Prozent.
Ablagerungen, Abfälle, Materiallagerungen und zurückgelassene Materialien machen 14,1 Prozent aus. Zusammen entfallen damit mehr als 70 Prozent der zwischen 2023 und 2026 untersuchten Vorgänge auf diese drei Kategorien.
Auch geografisch konzentriert sich die Kontrolltätigkeit stark. Mehr als 85 Prozent der registrierten Kontrollen entfielen im genannten Zeitraum auf die Gemeinden Puerto del Rosario, La Oliva und Tuineje.
64 Kontrollen mit Hinweisen auf mögliche Verstöße
Ein Beispiel für die verstärkte Zusammenarbeit war die außerordentliche Kontrollaktion vom 15. September 2026. Sie wurde von der Kanarischen Agentur für den Schutz der natürlichen Umwelt koordiniert.
An der Aktion beteiligten sich Mitarbeiter der Agentur, Umweltbeamte des Cabildos von Fuerteventura, Beamte der Naturschutzeinheit SEPRONA der Guardia Civil sowie die Gemeindepolizeien von La Oliva, Puerto del Rosario, Antigua und Tuineje.
Die Kontrollen fanden gleichzeitig in den vier Gemeinden statt. Insgesamt wurden 64 Inspektionen durchgeführt, bei denen Hinweise auf mögliche Verstöße festgestellt wurden. Die entsprechenden Anzeigen beziehungsweise Berichte der beteiligten Behörden stehen noch aus. Anschließend müssen die jeweiligen Verfahren bearbeitet und geprüft werden.
Miranda betonte, dass der Schutz des Territoriums technisches Fachwissen, Präsenz vor Ort und eine enge Abstimmung zwischen den verschiedenen Verwaltungen erfordere.
549 Verfahren noch nicht abgeschlossen
Die Direktorin der Kanarischen Agentur für den Schutz der natürlichen Umwelt, Montserrat Ortega, erläuterte den aktuellen Stand der insgesamt 649 zwischen 2023 und 2026 untersuchten Vorgänge. Demnach befinden sich 549 Verfahren noch in Bearbeitung, 100 wurden archiviert.
Eine Archivierung bedeute allerdings nicht zwangsläufig, dass der beanstandete Zustand beseitigt worden sei. In einem Teil der Fälle sei die Agentur sachlich nicht zuständig. Dann werde der Vorgang an die jeweils zuständige Verwaltung weitergeleitet.
Ein wichtiges Ziel der Kontrollen sei laut Ortega die Wiederherstellung eines rechtmäßigen Zustands. Bei einer Überprüfung durch die zuständigen Bereiche der Agentur wurden zwischen 2023 und 2026 insgesamt 26 Fälle dokumentiert, in denen der rechtmäßige Zustand freiwillig wiederhergestellt wurde.
Davon entfielen 15 auf Puerto del Rosario, sieben auf La Oliva, zwei auf Pájara sowie jeweils einer auf Tuineje und Antigua.
Guardia Civil setzt Zusammenarbeit fort
Der Kommandant der Guardia Civil, José Manuel Lebrón Moreno, hob ebenfalls die Bedeutung der Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Behörden hervor. Die gemeinsame Kontrollaktion vom 15. September 2026 sei ein Beispiel dafür, wie die unterschiedlichen Zuständigkeiten und Fähigkeiten gebündelt werden könnten.
Jede Behörde bringe eigene Mittel und Fachkenntnisse ein. Dadurch könne die Überwachung des Territoriums koordinierter durchgeführt werden. Die Guardia Civil kündigte an, auch weiterhin mit den zuständigen Verwaltungen bei Maßnahmen zum Schutz der Umwelt und des Territoriums auf Fuerteventura zusammenzuarbeiten.
Die beteiligten Verwaltungen appellierten zugleich an die Bevölkerung, zum Schutz des Territoriums beizutragen und Maßnahmen zu vermeiden, die die Landschaft beeinträchtigen oder gegen geltende Vorschriften verstoßen.
Lola García fasste das gemeinsame Ziel mit den Worten zusammen: „Der Schutz des Territoriums erfordert Kontrolle, Koordination und Handeln.“ Die Überwachung solle weiter verbessert, die Zusammenarbeit zwischen den Behörden verstärkt und, wo erforderlich, der rechtmäßige Zustand wiederhergestellt werden.
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