Viele Einwohner auf Fuerteventura von Erdbeben bei La Pared unsanft geweckt

Erdbeben-La-Pared

Für viele Einwohner auf Fuerteventura war die Nacht zum 02. Oktober 2026 kurz nach 5:00h abrupt zu Ende. Der Grund; Ein Erdbeben unmittelbar vor der Westküste von Fuerteventura, das von zahlreichen Menschen auf der Insel deutlich wahrgenommen wurde.

Das Epizentrum lag im Atlantik südwestlich von Pájara und nur rund acht Kilometer von La Pared entfernt. Die geringe Herdtiefe von nur 5 Kilometern dürfte dazu beigetragen haben, dass die Erschütterung trotz der moderaten Magnitude an zahlreichen Orten auf Fuerteventura zu spüren war.

Das spanische Nationale Geografische Institut (Instituto Geográfico Nacional, IGN) registrierte das Beben am 02. Oktober 2026 um 04:06:42 Uhr UTC, entsprechend 05:06:42 Uhr kanarischer Ortszeit. Das Ereignis wird beim IGN unter der Kennung es2026thaub geführt.

IGN korrigiert Magnitude und Tiefe nachträglich

In einer ersten automatischen beziehungsweise vorläufigen Auswertung gab das IGN die Magnitude mit 3,0 mbLg und die Herdtiefe mit vier Kilometern an. Die Koordinaten wurden zunächst mit 28,2428 Grad Nord und 14,2938 Grad West angegeben.

Nach der weiteren Auswertung der seismischen Daten korrigierte das IGN diese Angaben. In der amtlichen Erdbebenliste wird das Ereignis inzwischen mit einer Magnitude von 3,2 mbLg und einer Tiefe von fünf Kilometern geführt. Auch die Lage wurde geringfügig auf 28,2395 Grad Nord und 14,2982 Grad West angepasst. Die maximale makroseismische Intensität gibt das IGN mit III an.

Solche nachträglichen Änderungen sind bei Erdbebendaten nichts Ungewöhnliches. Das IGN weist bei seiner Erdbebenliste ausdrücklich darauf hin, dass die veröffentlichten Angaben aufgrund der fortlaufenden Überprüfung der seismischen Analyse geändert werden können.

Epizentrum nur rund acht Kilometer von La Pared entfernt

Aus den Koordinaten des Epizentrums ergibt sich eine Entfernung von nur rund acht Kilometern zum Küstenbereich von La Pared. Damit ereignete sich das Beben ausgesprochen nah an der Westküste von Fuerteventura.

Hinzu kommt die geringe Herdtiefe von nur fünf Kilometern. Bei oberflächennahen Erdbeben müssen die seismischen Wellen einen vergleichsweise kurzen Weg bis zur Erdoberfläche zurücklegen. Dies kann dazu führen, dass auch ein Beben mit einer relativ niedrigen Magnitude in der Umgebung deutlich wahrgenommen wird.

Beben auf großen Teilen von Fuerteventura wahrgenommen

Nach den vom IGN ausgewerteten Wahrnehmungsmeldungen erreichte das Erdbeben die maximale Intensität III der Europäischen Makroseismischen Skala EMS-98.

Mit Intensität III wurde das Beben in Ajuy, Giniginámar, Juan Gopar, Llano Florido, Tesejerague und Vega de Río Palmas wahrgenommen.

Für La Pared, Pájara, Toto, Tuineje und Valle de Santa Inés gibt das IGN die Intensität mit II bis III an.

Selbst in deutlich weiter vom Epizentrum entfernten Orten wurde die Erschütterung registriert. Intensität II meldete das IGN für Antigua, Casillas de Morales, El Cotillo, Morro Jable, Tindaya, Tiscamanita und Valle del Aceituno.

Die zahlreichen Meldungen aus unterschiedlichen Teilen der Insel zeigen, dass das Erdbeben nicht nur unmittelbar an der Westküste wahrgenommen wurde.

Was bedeuten die Intensitäten II und III?

Die makroseismische Intensität darf nicht mit der Magnitude verwechselt werden. Die Magnitude ist ein Messwert für die Stärke eines Erdbebens am Entstehungdsort. Die makroseismische Intensität beschreibt dagegen die Auswirkungen der Erschütterung an einem bestimmten Ort, beispielsweise wie Menschen das Beben wahrnehmen oder welche Auswirkungen an Gebäuden beobachtet werden. Deshalb kann ein und dasselbe Erdbeben an verschiedenen Orten unterschiedliche Intensitäten erreichen. Das IGN verwendet dafür die Europäische Makroseismische Skala EMS-98.

Intensität II bedeutet, dass das Erdbeben kaum wahrgenommen wird. Nur einzelne Menschen, insbesondere Personen, die sich in Gebäuden in Ruhe befinden, bemerken die Erschütterung.

Intensität III wird als schwach bezeichnet. Das Beben wird von einigen Menschen innerhalb von Gebäuden wahrgenommen. Ruhende Personen können ein leichtes Schwanken oder Zittern verspüren, außerdem können hängende Gegenstände leicht schwingen. Gebäudeschäden sind bei dieser Intensität nicht zu erwarten.

Erdbeben bei den Kanaren sind grundsätzlich normal

Seismische Aktivität im Bereich der Kanarischen Inseln ist grundsätzlich nichts Außergewöhnliches. Die Messstationen registrieren regelmäßig kleinere Erdbeben im Archipel und in den umliegenden Bereichen des Atlantiks. Die meisten dieser Ereignisse werden von der Bevölkerung nicht bemerkt, weil ihre Magnitude zu gering ist, der Erdbebenherd zu tief liegt oder sich das Epizentrum weit von bewohnten Gebieten entfernt befindet.

Allein die aktuelle Erdbebenliste des IGN zeigt neben dem Beben vor Fuerteventura weitere kleinere seismische Ereignisse im Bereich der Kanarischen Inseln.

Etwas außergewöhnlicher am Erdbeben vom 02. Oktober 2026 ist daher nicht die Tatsache, dass es in der Nähe der Kanaren ein Erdbeben gegeben hat. Bemerkenswert ist vielmehr die Kombination aus der unmittelbaren Nähe zu Fuerteventura, der geringen Herdtiefe und der Tatsache, dass die Erschütterung von zahlreichen Menschen in vielen verschiedenen Orten der Insel wahrgenommen wurde.

Mit einer Magnitude von 3,2 war das Beben zwar nicht besonders stark. Durch seine Lage nur wenige Kilometer vor der Westküste und die Herdtiefe von lediglich fünf Kilometern machte es sich auf Fuerteventura jedoch deutlich bemerkbar.

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