Wilde Müllentsorgung auf Fuerteventura: Bürgermeister und Bürger kritisieren sich gegenseitig

Müll-Antigua

Auch in der Gemeinde Antigua auf Fuerteventura sorgen illegale Müllablagerungen für Ärger. Bürgermeister Juan Cabrera fordert die Bevölkerung auf, Sperrmüll und andere Abfälle ordnungsgemäß zu entsorgen. Doch auf der Facebookseite der Gemeinde hagelt es Kritik. Zahlreiche Einwohner werfen der Verwaltung vor, selbst für die Müllprobleme mitverantwortlich zu sein.

Bürgermeister beklagt illegale Müllablagerungen

Nach Angaben von Bürgermeister Juan Cabrera wurden an mehreren Stellen im Gemeindegebiet größere Mengen Sperrmüll und andere Abfälle neben Müllcontainern abgestellt. Die Gemeinde ließ die Ablagerungen beseitigen und veröffentlichte Fotos der betroffenen Standorte vor und nach der Reinigung.

Cabrera appellierte an die Bevölkerung, die kommunalen Entsorgungsvorschriften einzuhalten. Illegal abgestellte Möbel, Elektrogeräte und andere Abfälle beeinträchtigten das Ortsbild, gefährdeten die Hygiene und belasteten die Reinigungsdienste.

Bürger beklagen fehlenden Recyclinghof und schlechte Müllabfuhr

Der Appell des Bürgermeisters löste auf der Facebookseite der Gemeinde Antigau zahlreiche kritische Reaktionen aus. Mehrere Einwohner bemängeln, dass es in Antigua keinen eigenen Recyclinghof (Punto Limpio) gebe, an dem Sperrmüll und andere Abfälle abgegeben werden könnten. Wer korrektes Verhalten verlange, müsse auch die entsprechenden Entsorgungsmöglichkeiten schaffen.
Tatsächlich ist der nächste Punto Limpio in Puerto del Rosario von Caleta de Fuste knapp 20 Autominuten entfernt. Von Antigua (Ort) beträgt die Fahrzeit sogar rund 24 Minuten.

Kritisiert wird außerdem die Organisation der Müllabfuhr. Ein Einwohner berichtet, seit August 2026 vergeblich auf die Abholung von Sperrmüll in Triquivijate zu warten. Die zuständige Telefonnummer sei kaum erreichbar.

Andere beklagen, dass die reguläre Müllabfuhr in Teilen von Triquivijate zeitweise bis zu drei Wochen ausgefallen sei. Als Ursachen werden defekte Müllfahrzeuge und organisatorische Probleme der Entsorgungsunternehmen genannt.

Auch fehlende Recyclingcontainer und liegengebliebener Grünschnitt werden bemängelt. In Costa Antigua sollen abgeschnittene Palmwedel seit Monaten nicht abgeholt worden sein.

Mehrere Kommentatoren kritisieren zudem die Prioritätensetzung der Gemeinde. Statt Geld für Feste auszugeben, solle die Verwaltung zunächst grundlegende Dienstleistungen wie die Müllentsorgung sicherstellen.

Forderungen nach Kameras und Bußgeldern

Andere Einwohner nehmen dagegen die Müllsünder in die Pflicht. Sie berichten von Standorten, an denen bereits kurz nach einer Reinigung erneut Abfälle abgeladen wurden, beispielsweise im Bereich Salinas Golf.

Mehrere Kommentatoren fordern deshalb Überwachungskameras und empfindliche Bußgelder. Auch die illegale Entsorgung von Bauschutt, Grünschnitt und gebrauchtem Motoröl wird kritisiert. Teilweise wird vermutet, dass gewerbliche Abfälle von Unternehmen stammen, die Arbeiten in Caleta de Fuste ausführen.

Die Überwachung der Umgebung von Mülltonnen mit Kameras wird von Fachleuten oft als kontraproduktiv bewertet. Wenn Müllsünder befürchten müssen, erwischt zu werden, entsorgen sie ihren Müll nicht mehr an überwachten Stellen, sondern an Stellen die nicht überwacht werden.

Schlechter Eindruck für Touristen

Die Müllprobleme betreffen auch touristisch geprägte Gebiete wie Caleta de Fuste. Einwohner befürchten negative Auswirkungen auf das Erscheinungsbild der Urlaubsorte.

Die Diskussion zeigt, dass die Ursachen des Müllproblems unterschiedlich bewertet werden. Während einige Bürger strengere Kontrollen fordern, verlangen andere vor allem eine zuverlässigere Müllabfuhr und bessere Entsorgungsmöglichkeiten.

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