Arche Noah für einheimische Pflanzen

Wiederaufforstung

Im Rahmen des Projekts NaturSavia haben 15 Teilnehmer rund 400 teilweise vom Aussterben bedrohte Pflanzen an den Hängen des Morro Velosa in Betancuria gesetzt.

Das 5.000m² große Areal wurde zum Schutz vor dem Verbiss durch Tiere zuvor eingezäunt. Die Pflanzen stammen aus einer Baumschule der Biologischen Station von La Oliva. Die Aktion ist Teil der praktischen Ausbildung im Rahmen eines Wiedereingliederungsprojekts für Arbeitslose über 45 Jahre, das von der Inselregierung Fuerteventuras und dem Kanarischen Beschäftigungsdienstes organisiert wird.

Bereits im Jahr 2007 wurde in derselben Zone eine Pflanzung von rund 500 Exemplaren verschiedener Arten durchgeführt, von denen sich heute noch ca. 90% perfekt entwickeln.

Mario Cabrera, der Präsident der Inselregierung, unterstrich bei seinem Besuch des Projekts, dass diese Aktionen, die nach jahrelanger Forschungsarbeit durchgeführt werden, dazu beigetragen hätten, dass an einigen der steilsten Hänge der Insel, zu denen das Vieh nicht gelangen kann, eine große Vielfalt von einheimischen Pflanzen wiederangesiedelt werden konnte, die uns etwas von dem Grün zurückgeben, dass auf Fuerteventura früher einmal reichlich vorhanden war, was heute kaum noch jemand wisse.

Cabrera erklärte außerdem, dass die Wiederaufforstung in Gebieten wie Morro Velosa, Castillo de Lara, El Aceitunal in Puerto del Rosario und Pico de la Zarza in Jandía, Teil des Aktionsplans im Rahmen des „Biosphärenreservats Fuerteventura” sei.

Wiederaufforstung_marmolanNatalia Évora, Leiterin des Umweltressorts der Inselregierung von Fuerteventura, ergänzte, dass die Wiederansiedlung von Pflanzen in Bereichen, in denen es früher eine dichte Vegetationsdecke gab, sei eine wichtige Maßnahme gegen Bodenerosion und die Ausbreitung der Wüstenbildung auf Fuerteventura. Es sei eine kostspielige und langwierige Arbeit, doch mit der Zeit werde es gelingen, in diesen Regionen eine dichte und eigenständig lebensfähige Vegetation anzusiedeln.

Um das Gelingen der Ansiedlung zu ermöglichen, wird für jede einzelne Pflanze der ideale Standort innerhalb des Geländes gemäß ihrer Ansprüche in Bezug auf Wind, Sonne und Boden ausgewählt und die Pflanzen mit einem Tropfersystem bewässert.

Mit besonderer Spannung erwartet man nun das Ergebnis der Ansiedlung einer Pflanzenart (Sideroxylon marmulano), von der es auf Fuerteventura nur noch ein einziges überlebendes Exemplar gab und das in der Biologiestation mittels Ablegern vermehrt werden konnte.

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