Schildkrötenprojekt geht in die fünfte Runde

Im Rahmen eines über viele Jahre angelegten Projekts zur Wiederansiedlung der „Unechten Karettschildkröte“ (caretta caretta) auf Fuerteventura sind zum fünften Mal Schildkröteneier in vier künstlich angelegte Nester am Strand von Cofete eingegraben worden.

Kaum 20 Stunden nach der Eiablage am Strand El Batao auf der Kapverden-Insel Boa Vista kamen die rund 700 Eier an ihrem neuen Brutplatz an und wurden in ca. 40cm Tiefe im Sand verbuddelt.

An ihrem Heimatstrand auf Boa Vista hätten die Gelege nur schlechte Aussichten auf eine gute Entwicklung gehabt, da sie sich in einem von den Gezeiten teilweise überfluteten Gebiet befunden hatten.

Historiker gehen davon aus, dass die „Unechte Karettschildkröte“ noch bis vor rund 300 Jahren auf den Kanarischen Inseln heimisch war. Dies sollten historische Dokumente belegen. Die Idee zu dem Wiederansiedlungsprojekt, das von Biologen der Universität von Las Pamas (ULPGC) wissenschaftlich betreut wird, entstand vor rund 10 Jahren, als man am Strand von Sotavento ein Gelege einer Lederschildkröte fand. Man untersuchte nun über viele Jahre die Qualität des Sandes, die Temperaturen und die Qualität des Wassers und die Fortpflanzungsbiologie der Unechten Karettschildkröte.

Nun können die Teilnehmer des Projekts nur noch die Nester bewachen und abwarten, bis der Nachwuchs ausschlüpft. Die Brutzeit liegt in Abhängigkeit von den Temperaturen und der Umgebungsfeuchte zwischen 40 und 70 Tagen.

Sobald die Schildkrötenbabys ausschlüpfen, werden sie eingesammelt und in den „Schildkrötenkindergarten“ auf dem Hafengelände von Morro Jable gebracht. Dort werden sie in Meerwasserbecken solange ausgepäppelt, bis sie etwa ein Jahr alt und groß genug sind, um auch in freier Wildbahn mit hoher Wahrscheinlichkeit zu überleben.
Meeresschildkröten kommen nach ca. 10 Jahren, wenn sie die Geschlechtsreife erreicht haben, zur Eiablage genau an den Strand zurück, an dem sie selbst geschlüpft sind.

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