Pencan 8. Ein bombensicheres Kabel

Die Ansprüche an die Telekommunikationsmöglichkeiten steigen immer weiter an. Telefon, schnelles Internet, Fernsehen, all das benötigt heute moderne Glasfaserleitungen, um den immer höher werdenden Ansprüchen von Unternehmen und Internetnutzern gerecht zu werden. Das gilt natürlich auch für die Kanarischen Inseln, deren Anbindung an das WWW mittels Glasfaserkabeln hergestellt wird, die am Meeresboden verlegt sind.

Mitte März wurde das Kabel Pencan-8 in Betrieb genommen. Es ist, der Name sagt es, das achte Seekabel, das zwischen der „Península“ und „Canarias“ verlegt wurde.

Allerdings sind davon nur noch 2 weitere Kabel in Betrieb: Pencan 6 aus dem Jahr 1999 und Pencan 7 seit 2001.

Pencan 8 hat eine Länge von 1.400km und verbindet die Küste von Candelaria auf Teneriffa über Gran Canaria mit Conil im südspanischen Cádiz. Das Glasfaserkabel hat rund 70 Mio. Euro gekostet. Es besteht aus 4 Leitungspaaren und hat eine Kapazität von über 5,12 Tb/s. Laut Betreiber kann das Kabel den gesamten aktuellen Bedarf an Internet, Fernsehen, VoIP und generelle Kommunikation bewältigen.

Die Sicherheit der Kommunikation ist ein wichtiges Kriterium, das auch die Neuverlegung von Pencan 8 rechtfertigt. Die  Kanaren könnten es sich nicht erlauben, von der Kommunikation abgeschnitten zu sein, falls eine der Datenleitungen beschädigt werden sollte. Deshalb müssen immer mindestens zwei Leitungen vorhanden sein, die jeweils nur zu 50% ihrer maximalen Kapazität genutzt werden. Dass alle drei Leitungen gleichzeitig ihren Dienst versagen, hält ein Sprecher der Betreibergesellschaft für „undenkbar“, es sei denn es wäre Sabotage im Spiel.

Obwohl die Seekabeltechnologie als sehr sicher und leistungsfähig gilt, kann es zu Zwischenfällen im Zusammenhang mit dem Schiffsverkehr kommen, was der Grund für gelegentliche Störungen auf den Kanaren ist.

Wesentlich gefährdeter sind jedoch die Kommunikationsknotenpunkte an Land. Folglich ist der Kontrollraum von Pencan 8 in einem Bunker aus den 60er Jahren untergebracht, der nach sowjetischen Plänen gebaut wurde und mit einem System von doppelten, gepanzerten Türen atombombensicher ausgelegt ist.

Die Reparaturzeit für die gelegentlichen Havarien liegt bei durchschnittlich 3 Wochen, was deutlich weniger ist, als die Zeit, die für die Verlegung eines neuen Kabels benötigt wird. Für Pencan 8, dass eine Maximaltiefe von 4.830 Metern erreicht und 1.347km lang ist, benötigte man rund 30 Tage für die Sondierung des Meeresbodens und 45 Tage für das Verlegen des Kabels.

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