Finanzierung für Schildkröten-Projekt für drei Jahre gesichert

Die Finanzierung des Wiederansiedlungsprojekts für die Unechte Karettschildkröte auf Fuerteventura ist dank des Programms PELAGOS für die nächsten drei Jahre gesichert.

Im Rahmen des Wiederansiedlungsprojekts werden bereits seit 6 Jahren Eier der Unechten Karettschildkröte von den Kapverdischen Inseln nach Fuerteventura verbracht und am Strand von Cofete in künstlichen Nestern ausgebrütet.

Nach dem Schlüpfen werdend die Baby-Schildkröten eingesammelt und in künstlichen Meerwasserbecken im „Schildkrötenkindergarten“ in Morro Jable so lange aufgepäppelt, bis sie nach einem Jahr groß und kräftig genug sind, um in freier Wildbahn gute Überlebenschancen zu haben. Wenn die Tiere in ca. 15 Jahren die Geschlechtsreife erreicht haben, kehren sie, so die Hoffnung der Biologen, zum Strand von Cofete zurück, um dort selbst Eier abzulegen. Die Unechte Karettschildkröte soll zuletzt vor über einem Jahrhundert Fuerteventuras Strände zur Eiablage aufgesucht haben.

PELAGOS, ein „Modell des koordinierten Managements von Meeresressourcen von Makronesien“, ist Bestandteils des europäischen Programms MAC (Madeira, Azoren, Canarias). Es umfasst nicht nur einen detaillierten Plan für die Wiederansiedlung der Unechten Karettschildkröte auf den Kanaren, sonder auch das Ziel, auch auf den Kapverdischen Inseln Verbesserungen im Umweltschutz der Lebensräume der Schildkröten einzuführen.

Insgesamt verfügt das Projekt PELAGOS über ein Budget von 667.000 Euros. Rund 100.000€ davon werden auf Fuerteventura investiert, vor allem für die Organisation und Verbesserung der Camps am Strand von Cofete, in dem Freiwillige die Nester rund um die Uhr bewachen, und für den Unterhalt der Aufzuchtstation im „Schildkrötenkindergarten“ in Morro Jable.

Rund 85% der finanziellen Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE).

Zu den Zielen des Projekts PELAGOS auf den Kapverden gehören unter anderem die Verbesserung des Managements des Schildkrötenreservats auf Boa Vista. Dafür will man die Forschungsstationen dort verbessern und Erkenntnisse über die Seevögel und Meeressäuger in diesem Gebiet sammeln. Außerdem sollen Richtlinien für die Nutzung des Schutzgebietes entwickelt sowie Mitarbeiter in Sachen Naturschutz und Arterhaltung der Schildkröten ausgebildet werden. Zusätzlich sollen Freiwilligencamps für die Beobachtung und zum Schutz der Schildkröten eingerichtet werden.

Auf den Kanaren soll das Programm das Management und die Logistik des Wiederansiedlungsprojekts unterstützen, den Transport der Eier von den Kapverden nach Fuerteventura per Hubschrauber finanzieren, und Verbesserungen im Freiwilligencamp und in der Aufzuchtstation ermöglichen.

Wissenschaftlich wird das Projekt von Forschern der Universität von Las Palmas und des Kanarischen Instituts für Meereswissenschaften.

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