Historiker überzeugt: Fuerteventura war niemals U-Boot-Stützpunkt der Nazis

Nach Ansicht des Geschichtsprofessors an der Universität von Las Palmas, Juan José Díaz, sind die Gerüchte falsch, dass Fuerteventura von den Nazis als Stützpunkt für die Versorgung von U-Booten und als Erholungsort für deren Besatzungen genutzt worden sei. Dies ergebe sich aus der Analyse von historischen Dokumenten einer deutschen Geheimdiensteinheit, die im zweiten Weltkrieg für die Versorgung der deutschen U-Boot-Flotte auf den Kanaren zuständig war.

Die Dokumente befinden sich in deutschen und amerikanischen Archiven. In den Dokumenten sind praktisch alle Informationen über die Versorgung und Einsätze der deutschen U-Boote auf den Kanaren lückenlos aufgezeichnet. Es fanden sich darin keinerlei Anhaltspunkte darüber, dass auf Fuerteventura irgendwelche Versorgungsaktivitäten stattgefunden hätten.

Damit liegt auch der Schluss nahe, dass der deutsche Ingenieur Gustav Winter, der am Strand von Cofete ein geheimnisvolles Wohngebäude mit einem großen runden Turm errichten ließ, keinerlei Verbindung zu der Geheimdiensteinheit hatte und nichts mit dem Bau irgendeines U-Bootstützpunktes auf Fuerteventura zu tun hatte.

Mit dem Bau der „Villa Winter“ an dem einsamen Strand von Cofete an der südlichen Westküste Fuerteventuras macht sich Winter 1937/1938 vor allem bei den Briten verdächtig, die glaubten, dass er Böses im Schilde führe. Man wollte nicht glauben, dass er sich in einer Zeit, in der die Franko-Diktatur die deutschen Wirtschaftsinteressen unterstütze und die der Briten kolportierte, nur um den Bau von ziviler Infrastruktur in einem so gottverlassenen Gebiet kümmern wollte. In britischen Konsulatsdokumenten finden sich auch zahlreiche Verdächtigungen, z.B. dass Nazi-Deutschland beabsichtigte, Lanzarote und Fuerteventura zu kaufen.

Auch wenn die Dokumente der deutschen Geheimdienstes widerlegen, dass Fuerteventura eine Rolle bei der Versorgung deutscher U-Boote gespielt hätte, beweisen die Dokumente, dass zwischen 1938 und 1944 entsprechende Aktivitäten auf Gran Canaria und Teneriffa stattgefunden haben. Dies war zwar zur selben Zeit wie der Bau der Villa Winter, aber Winter hatte nichts mit deutschen U-Boot-Aktivitäten zu tun.

Ersten Kommentar schreiben

Antworten

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.


*

Weitere Beiträge im Bereich Fuerteventura-Nachrichten