Kanarische Bananenproduzenten fordern EU-Hilfen

Die kanarische Bananenernte wird in 2011 um rund 70 Mio. Kilo geringer ausfallen als im Vorjahr, in dem mit 430 Mio. Kilo eine historische Rekordernte eingefahren werden konnte. Grund für den Rekord waren die exzellenten Wetterbedingungen in 2010. Die größte Sorge der kanarischen Bananenbauern ist jedoch nicht der Rückgang der Produktionsmenge, sondern die Entscheidung der EU, die Importzölle für lateinamerikanische Bananen von 176 auf 114€ pro Tonne zu senken. Dadurch kann die Konkurrenz aus Südamerika ihre ohnehin schon billigeren Produkte noch billiger anbieten.

Diese Senkung des Zolltarifs ist 2010 in Kraft getreten und bleibt bis 2017 bestehen. Sie ist Ergebnis des „Bananenkrieges“, den die EU 16 Jahre lang mit den Lateinamerikanischen Erzeugerländern geführt hat, die der EU die Bevorzugung der ehemaligen Kolonien in Afrika, in der Karibik und im pazifischen Raum sowie den Protektionismus zugunsten der Kanaren, Madeiras, Guadalupes und Martiniques vorgeworfen hatten.

Noch können die kanarischen Bananenerzeuger sich auf ihrem wichtigsten Exportmarkt, dem spanischen Festland, gegenüber der Billigkonkurrenz behaupten. Zumindest in Süden und in der Mitte der iberischen Halbinsel sind die Konsumenten der kanarischen Banane trotz der heute schon billigeren Preise der Wettbewerber treu geblieben. In Nordspanien, in Galizien und im Baskenland haben die Südamerikaner jedoch bereits Marktanteile erobern können.

Der kanarische Bananensektor setzt einschließlich der EU-Hilfen rund 450 Mio. Euro pro Jahr um. 90% der Produktion geht auf das spanische Festland. 8,5% werden direkt auf den Kanaren konsumiert. Gerade einmal 0,02% werden in andere Länder exportiert, darunter Belgien und Holland.

Es gibt rund 10.000 Erzeuger, die insgesamt ca. 9.500ha bewirtschaften und 25.000 Personen direkt oder indirekt beschäftigen.

Die Kanarischen Bananenbauern erhalten pro Jahr 141 Mio. Euro Subventionen und fordern nun weitere 15 Mio., um ihre Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Von der spanischen Regierung fordern sie weiterhin eine Vergünstigung der Transportkosten zwischen den Kanaren und dem spanischen Festland.

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