Aufregung um Eintrittsgeld für die Höhlen von Ajuy

Eine Woche, nachdem die angeblichen Eigentümer der Höhlen von Ajuy angekündigt hatten, Eintritt für den Zugang zu verlangen, haben sie am 18.06.2013 ihren Plan in die Tat umgesetzt. Von einem Mitarbeiter eines privaten Sicherheitsdienstes bewacht, forderten zwei Angestellte bereits am Zugang des Panoramawegs, der an der Küste entlang zu den Höhlen führt, 7€ von jedem Erwachsenen, 4€ von Residenten und 3€ von Kindern. Durch den Aufbau Kassentisches und von Chemietoiletten machten die Verantwortlichen zusätzlich deutlich, dass sie die Höhlen in Zukunft am liebsten zu einer Goldmine machen wollen.

Bei Reiseveranstaltern und den Betreibern der Gastronomiebetriebe in Ajuy findet die Idee indes wenig Verständnis. Obwohl mancher Tourist den in unseren Augen unverschämt teuren Preis zahlte, kehrte die Mehrheit vor allem der in Bussen nach Ajuy gekarrten Inselrundfahrer noch vor dem Kassenhäuschen um und verzichtete auf die Besichtigung der Höhlen, die die Reiseveranstalter noch in ihrer Beschreibung der Rundfahrten angekündigt hatten. In ihrer Verärgerung über die ausgefallene Höhlenbesichtigung verzichteten die meisten auch gleich noch darauf, in den sonst gut besuchten Lokalen etwas zu konsumieren.

Dass die Geschäftsidee der Eigentümer der Höhlen tatsächlich Bestand hat, ist höchst fraglich. Die Höhlen befinden sich höchstwahrscheinlich im Bereich des sogenannten „dominio público maritimo terrestre“, also in einem Bereich, der „öffentliches Eigentum“ ist. Selbst wenn dort formal Privateigentum begründet ist, kann der „Eigentümer“ seine Eigentumsrechte nicht uneingeschränkt ausüben, insbesondere kann er nicht ohne eine staatliche Konzession eine wirtschaftliche Tätigkeit in diesem Gebiet ausüben bzw. den öffentlichen Zugang einschränken.

Aufgrund der offensichtlichen Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Erhebung eines Eintrittsgeldes und der öffentlichen Empörung, hatten die Verantwortlichen sogleich „Besuch“ von den Behörden. Mitarbeiter der Küstenbehörde haben einen Bericht geschrieben, um die mutmaßlich unerlaubte Nutzung des „dominio público“ anzuzeigen. Beamte der Umweltbehörde taten ihre Pflicht, um einen möglichen Verstoß gegen die Richtlinien zur Nutzung des „parque natural“, des Naturschutzgebietes, in dem sich die Höhlen befinden, zur Anzeige zu bringen. Diese Richtlinien verbieten eine entsprechende Nutzung ausdrücklich. Auch die Gemeindepolizei war vor Ort, um den Vorgang aufzunehmen und einen Bericht zu verfassen.

Obwohl der Betreiber offenbar keine staatliche Konzession zur Bewirtschaftung hat und möglicherweise gegen eine ganze Reihe von Gesetzen verstößt, hat die Polizei bisher nichts unternommen, möglicherweise, weil es noch Klärungsbedarf zur Rechtslage gibt. Seitens des Fremdenverkehrsamtes von Fuerteventura hat man uns bestätigt, dass man die Angelegenheit mit Hochdruck untersuche.

Selbst wenn die Rechtsfragen zugunsten des Eigentümers geklärt werden können, dürften die 7€ Eintritt pro Person sicher die meisten Urlauber davon abhalten, die Höhlen zu besichtigen. Für ein paar Euro mehr bekommt man in den Restaurants in Ajuy herrliche Fischgerichte, die man mit Blick aufs Meer genießen kann. Dafür ist das Geld sicher besser angelegt. Schließlich ist Ajuy auch ohne Besichtigung der Höhlen einen Ausflug wert.

6 Kommentare

  1. Ajuy war einer meiner Lieblingsorte auf der Insel. Das wird er auch bleiben. Den Aufgang zu den Höhlen spare ich mir dann halt Zum Glück war ich schon öfters dort oben. Ajuy ist auch ohne Höhlenbesichtigung einen Besuch wert. Ich hoffe, dass auch viele andere das so sehen und den Ort nun wegen der „Höhlen-Eintrittspreise“ nicht komplett meiden……

  2. Ich kann es einfach nicht glauben, dass die Regierung diese Abzocke duldet. Wenn das so bleibt, werden keine Touristen mehr mit dem Bus angekarrt und die Restaurants können dicht machen. Diejenigen die dort mit den Autos ankommen, haben die Höhlen schon gesehen und werden dann auch noch wegbleiben. Schade um die Restaurants! Ajuy auf nimmer Wiedersehen. Schade, ich war immer gerne dort.

  3. So richtig verstehen kann ich schon die mögliche Rechtslage nicht, hat denn derjenige, der nun Eintritt fordert, überhaupt die Wege, Geländer, Terrassen und Treppen angelegt? Wenn nicht, besteht doch schon aus grundsätzlichen Überlegungen heraus keine Berechtigung.

  4. Jede möglichkeit Geld zu machen wird genüzt. Eine Schande. Dann ist es auch vorbei mit dem Wanderweg der zu dem Bogen führt?

  5. bravo ! nur weiter so abgezockt ! die “ doofen touristen
    zahlen ja, was verlangt wird ….! oder auch nicht mehr länger !!! selbst wenn die mutmasslichen eigner recht be-
    kommen sollten, werden die „Touri“-scharen in zukunft
    merklich abnehmen und ihr geld woanders ausgeben !
    diese aktion zeigt doch deutlich, dass man den urlauber
    weder respektiert noch honoriert ! wann eigentlich merkt
    fuerte, dass seine zukunft als reiseziel immer weiter in
    gefahr gerät ??? diese aktion beschleunigt natürlich ungemein !!!

  6. Was bilden sich solche Leute nur ein. So kann man auch die Lokale kaputtmachen. 7€ ist es nun mal nicht wert und ich bezweifel, dass der sogenannte Eigentümer auch etwas für das Naturschutzgebiet tut.
    Ich finde es schade, denn so ein von der Natur geschaffenes schönes Fleckchen Erde sollte für jedermann zugänglich sein.
    Reiner Steppat
    Deutschland

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