Päderast auf Gran Canaria festgenommen

Das Internet ist offensichtlich Tummelplatz von Päderasten und Kinderschändern, die sich ihren jungen Opfern auf perfide Weise nähern. Jeder von uns hofft wohl, dass es so etwas nur weit weg von der eigenen Haustür gibt, aber dem ist nicht so, Auf Gran Canaria ist ein 23jähriger Mann festgenommen worden, der Kinder nicht „nur“ im Internet bedroht und erpresst hat, sondern sogar mindestens einen 13jährigen Jungen auch im realen Leben sexuell missbraucht hat.

Der Mann bediente sich des sogenannten „Groomings“ (englisch: to groom – pflegen, aber auch –jemanden auf etwas vorbereiten). Dabei geben sich die Päderasten als Gleichaltrige aus und erschleichen sich teilweise über einen sehr langen Zeitraum das Vertrauen der Kinder. Dann bitten sie um die Übersendung von intimen Bildern. Haben die Kinder auch nur ein einziges intimes Bild geschickt, beginnt eine grausame Spirale aus Bedrohung und Erpressung. Die Erpresser drohen, die Bilder im Umfeld der Kinder publik zu machen und erpressen damit weitere und noch intimere Bilder. In manchen Fällen geht es soweit, dass die Päderasten sich später sogar mit den Kindern treffen, und diese auch im realen Leben letztlich sexuell missbrauchen, wie jetzt auf Gran Canaria geschehen.

Die BIT (Brigada de Investigaciónes Tecnológicas, Abteilung für Cyberkriminalität) der Nationalpolizei hat in den ersten 5 Monaten diesen Jahres bereits 105 Personen Straftaten im Zusammenhang mit dem Artikel 183 des spanischen Strafgesetzbuches, der unter anderem „Grooming“ und Cybermobbing beinhaltet und dem Artikel 189, der die Strafen im Fall von Besitz, Produktion und Verteilung von kinderpornografischem Material regelt, zur Last gelegt.

Die Untersuchungen der BIT dauern teilweise monatelang aufgrund der Komplexität der virtuellen Szene. Im Fall des auf Gran Canaria festgenommen Mannes begannen die Untersuchungen bereits im Sommer 2012, nachdem die Eltern eines 10jährigen Jungen aus La Coruña Anzeige erstattet hatten. Der Junge hatte Bilder an einen Tuenti-Account geschickt, der wie sich später herausstellte, aus der Wohnung des 23jährigen eröffnet worden war, in der der Mann bei seiner Mutter wohnte. Bei der Durchsuchung seines Computers und eines internetfähigen Mobiltelefons wurden über 300.000 Chatnachrichten, verschiedene weitere Tuenti-Profile und hunderte Fotografien gefunden. Es konnten bereits 32 Opfer von Grooming, Erpressung und Bedrohung bereits identifiziert werden. Die Spuren deuten aber darauf hin, dass es insgesamt rund 80 Opfer der Cyberattacken dieses einen Täters gibt. Weiterhin konnte festgestellt werden, dass der Mann einen 13jähigen Jungen aus Las Palmas de Gran Canaria in mindestens vier Fällen sexuell missbraucht hatte. Der Mann hatte dazu teilweise sogar die eigene Wohnung benutzt, wenn seine eigene Mutter nicht anwesend war.

Alle Opfer des Pädophilen passten in ein bestimmtes Raster, immer suchte er sich Jungen im Alter zwischen 10 und 15 Jahren aus, die noch besonders kindlich wirkten und in der Mehrheit Übergewicht aufwiesen. Er erpresste die Kinder und Jugendlichen damit, ihre vermeintlich homosexuellen Neigungen publik zu machen. Teilweise hatte er den Kindern sogar mit dem Tode gedroht. So hatte er auch den Jungen aus Las Palmas gefügig gemacht, der trotz der mehrfachen sexuellen Übergriffe Stillschweigen bewahrt hatte.

Tatsächlich ist es so, dass Kinder sich bezüglich intimer Fragen ehr zu Gleichaltrigen hingezogen fühlen. Welcher/ welche 12jährige möchte schon mit Mama oder Papa über Sex oder womöglich darüber sprechen, dass man intime Bilder an jemanden weitergegeben hat. Gerade dieses „Peinlichkeitsgefühl“ ist es, dass die Päderasten ausnutzen und je intimer die Bilder dann werden, umso enger wird die Spirale, in der sich die Kinder und Jugendlichen plötzlich wiederfinden.

Experten raten Eltern, viel mit ihren Kindern zu sprechen und ihnen klarzumachen, dass ein einziges Bild in den Händen eines Fremden ausreichen kann, um psychisch unter Druck gesetzt zu werden.

Sicherlich ist es für Eltern schwierig, den Spagat zwischen Erwachsen werden lassen und dem eigenen Kind vertrauen, und es dennoch bis zu einem gewissen Grad zu „kontrollieren“, zu meistern.

Bezüglich der sozialen Netzwerke sollte gelten: Profile von Kindern sollen nie frei zugänglich sein, also richten Sie das Profil ihres Kindes mit diesem gemeinsam ein, und achten Sie insbesondere auf die Sicherheits- und Privatsphäreeinstellungen: Beiträge und Bilder sind im Idealfall nur für Freunde sichtbar, mit privaten Informationen und Fotos sollten gerade Kinder sparsam umgehen. Schärfen Sie Ihren Kindern ein, dass sie nur Freunde „akzeptieren“, die sie aus dem realen Leben tatsächlich auch kennen und keine Fremden, die einfach mal so eine „Freundschaftsanfrage“ schicken oder die man in irgendeinem Chat kennengelernt hat. Machen Sie Ihren Kindern klar, dass sie sonst nie wissen, wer am anderen Ende der Leitung tatsächlich am Computer sitzt.

Bieten Sie ihren Kindern außerdem Alternativen zum direkten Gespräch mit den Eltern an, das können ältere Geschwister oder aber auch der Lehrer des Vertrauens sein, damit nicht ein unüberlegter Klick über das Wohl ihres Kindes entscheidet.

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