Im Kampf gegen Erosion und Verödung

Als größter Naturraum auf Fuerteventura erstreckt sich der „Parque Rural“ in Betancuria über mehrere Tausend Hektar Bergland im Westen der Insel und gilt als traditioneller Ort für Landwirtschaft und Viehzucht mit einer beeindruckenden Naturlandschaft. Im Kampf gegen die Erosion und Wüstenbildung auf der Insel nahm der Landschaftspark nun zwei Projekte in Angriff, für die das Cabildo (Inselverwaltung von Fuerteventura) über 260.000 Euro zur Verfügung stellte.

Ziel ist es, die alten Steinmauern, die durch Faktoren wie abfließendes Regenwasser und die abnehmende Landwirtschaft auf der Insel stark verfallen sind, wieder aufzubauen. Die Steinketten und Mauern, die aus Naturgestein quer auf vielen Berghängen zu finden sind, wurden traditionell errichtet, um die steilen Flächen für den Ackerbau zu nutzen. Durch die Steinmauern wird die lose Erde nämlich im Laufe der Zeit aufgehalten und hinter dem Gestein angestaut, sodass sich kleine terrassenförmige Anbauflächen bilden, die zudem durch das am Abfließen gehinderte Regenwasser mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt werden. Ziel der Aufbereitung im Landschaftspark von Betancuria ist es letztendlich gegen die extreme Verödung der Landschaft vorzugehen und traditionell landwirtschaftliche Flächen wieder zurückzugewinnen.

Nach vier Monaten Arbeit wurde die Sanierung der Steinmauern im Gebiet von Corral de Esquey, ganz in der Nähe des Bauernortes Valle de Santa Inés im September erfolgreich abgeschlossen. Insgesamt 1.865 Meter lange Steinmauern wurden für fast 50.000 Euro mühsam erneuert. Für die Neuerrichtung der Mäuerchen nutzte man ausschließlich das Gesteinsmaterial an Ort und Stelle und auch Form, Größe, Dicke und Verlauf der Steinwände wurden so gut es geht originalgetreu rekonstruiert. Im gleichen Monat soll noch mit der zweiten Sanierungsaktion in den Gebieten Parra Medina und Castillo de Lara begonnen werden. Für mehr als 213.000 Euro werden auch dort die alten Landschaftsstrukturen wiederhergestellt. Durch die beiden Projekte versucht man die wenigen Inselgebiete, die noch über eine bedeutende Vegetationsdecke verfügen, vor ihrem größten Feind, der Bodenerosion, zu schützen.

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